Lockdown verlängert

Ostern 2021: Das sind Hamburgs Corona-Regeln

  • Jens Kiffmeier
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Der Corona-Lockdown ist bis zum 18. April 2021 verschärft: In Hamburg gibt es jetzt eine Ausgangssperre. Auch an Ostern? Die Regeln im Überblick.

Update von Mittwoch, 31. März 2021, 16:58: Hamburg – Wegen des hohen Infektionsgeschehens in der Stadt müssen die Hamburger jetzt abends zuhause bleiben. Am Mittwoch ergänzte der Hamburger Senat die bestehende Lockdown-Verordnung um weitere Maßnahmen und verhängte dabei auch eine nächtliche Ausgangssperre. Sie gilt vorerst in der Zeit zwischen 21:00 Uhr abends und 05:00 Uhr morgens.

Dringt auf konsequente Umsetzung der Corona-Regeln: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). (24hamburg.de-Montage)

Wer sich in dieser Zeit ohne trifftigen Grund draußen auf der Straße bewegt, muss mit einem Bußgeld von 150 Euro rechnen. Ausnahmen werden nur gemacht, wenn Hamburger zur Arbeit müssen oder auf dem Weg zu einem pflegenden Angehörigen sind. Auch Spaziergänge alleine sind möglich, aber nicht zu Zweit. Lebensmittelläden müssen bereits um 21:00 Uhr geschlossen werden.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bat die Bevölkerung um Verständnis. Es sei dringend erforderlich, das weiterhin hohe Infektionsgeschehen in der Stadt abzubremsen. Das gehe nicht ohne zusätzliche Maßnahmen. Deshalb wird auch die Maskenpflicht am Arbeitsplatz noch einmal ausgeweitet. Außerdem müssen die Kitas in einen Notbetrieb zurückkehren. Und Läden mit körpernahen Dienstleistungen, also etwa Tattoo- und Sonnenstudios müssen wieder schließen. Erst am Montag hatte der Senat die aktuelle Lockdown-Verordnung bis zum 18. April verlängert.

Corona-Regeln: Diese Maßnahmen gelten für Hamburg im Lockdown über Ostern

Erstmeldung von Montag, 29. März 2021, 13:07 Uhr:

Hamburg – Nach der Verwirrung um die geplatzte Osterruhe hat Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) eine konsequente Umsetzung der Corona-Regeln angemahnt. Derzeit gebe es leider deutschlandweit einen „Flickenteppich“ an Maßnahmen, weil nicht alle Bundesländer die mit dem Bund vereinbarte Notbremse ziehen und eingeleitete Lockerungen zurücknehmen würden, kritisierte der Rathauschef in einem Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“. Im schlimmsten Fall könne Deutschland dadurch in der letzten Phase der Pandemie doch noch eine Überlastung des Gesundheitssystems drohen.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen fährt Hamburg bereits seit längerem einen strikten Kurs in der Bekämpfung der Pandemie. Am Montag trat eine neue Verordnung in Kraft, wonach der Lockdown grundsätzlich bis zum 18. April 2021 verlängert wird. Dadurch werden im Grundsatz alle bisher geltenden Regeln in der Hansestadt Hamburg bis weit nach Ostern fortgeführt.

Corona-Regeln: Diese Kontaktverbote und Maskenpflichten gelten im Lockdown in Hamburg

Die aktuelle Verordnung wurde lediglich um zwei neue Punkte ergänzt. Zum einen wurde die Maskenpflicht auch unter bestimmten Umständen auf das Autofahren ausgeweitet. So müssen künftig die Mitfahrer in einem Pkw eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wenn sie aus einem anderen Haushalt als der Fahrer stammen.

Außerdem wurde aufgrund eines Gerichtsurteils das im Dezember verhängte flächendeckende Alkoholverbot in der Öffentlichkeit weitgehend aufgehoben. Das Trinkverbot gilt nun nur noch auf ausgewählten Plätzen, wo es verstärkt zu Menschenansammlungen kommen kann. Doch was ist darüber hinaus in der Stadt erlaubt oder verboten? Hier der komplette Überblick:

  • Persönliche Kontakte und Reisen, etwa auch nach Mallorca, sollen nach Möglichkeit vermieden werden, insbesondere auch an den Feiertagen.
  • Die grundsätzlichen Kontaktbeschränkungen sind in Hamburg strenger gefasst als in anderen Bundesländern. Angehörige eines Haushaltes dürfen sich nur mit einer weiteren Person treffen, Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt.
  • Die Maskenpflicht muss weiter eingehalten werden. Sie gilt grundsätzlich in der Öffentlichkeit überall da, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. In Bussen, Bahnen, Krankenhäusern und Pflegeheimen sowie beim Einkaufen gilt eine Pflicht zum Tragen medizinischer Schutzmasken nach FFP2- oder OP-Standard. Ein Halstuch, ein Schal oder eine Stoffmaske reichen nicht aus. In Hamburg muss darüber hinaus neuerdings auch an belebten Orten wie der Alster oder Elbe eine Maske getragen werden, das gilt auch für Jogger.
  • Spielplätze sind geöffnet, aber es gelten die Kontaktregeln. Die Kinder dürfen miteinander spielen, aber trotz eines Gerichtsurteils müssen Erwachsene zwingend eine medizinische Schutzmaske tragen.
  • Mindestabstand von 1,5 Meter zu allen anderen Menschen ist einzuhalten – auch Zuhause, im Freien und auf öffentlichen Plätzen. Ausnahme: Personen des eigenen Haushalts.
  • Die Schulen sind vom erweiterten Notbetrieb in den eingeschränkten Regelbetrieb zurückgekehrt. Seit dem 15. März werden Grundschulklassen und die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen in einem Wechselunterricht-Modell wieder vor Ort unterrichtet, für die übrigen Schüler gibt es Fernunterricht. Für Schüler und das Schulpersonal sollen Schnelltests verpflichtend werden. Sollte die Inzidenz über 200 steigen, müssen die Schulen wieder geschlossen werden.
  • Die Kitas kehren in die erweiterte Notbetreuung zurück, nachdem sie erst vor wenigen Wochen eingeschränkten Regelbetrieb wieder aufgenommen hatten.
  • Friseure dürfen unter Einhaltung von strengen Hygienekonzepten weiterhin öffnen. Ebenso Anbieter von medizinischer Fußpflege. Tattoo- oder Sonnenstudios werden wieder geschlossen.
  • Die meisten Geschäfte des Einzelhandels bleiben geschlossen, sofern sie nicht Güter des täglichen Bedarfs, Bücher oder Blumen verkaufen. Für die anderen Läden, etwa Baumärkte gilt ausschließlich das Click&Collect-Prinzip, also online bestellen und vor Ort abholen. Click&Meet, also eine Beratung vor Ort nach vorheriger Anmeldung, ist mit steigenden Infektionszahlen nicht mehr erlaubt. Supermärkte müssen ab 21:00 Uhr schließen.
  • Homeoffice soll genutzt werden. Der Bund hat eine Verordnung erlassen, wonach Arbeitgeber – sofern es der Job zulässt – ihre Beschäftigten daheim arbeiten lassen müssen.
  • Teilweise Besuchsverbote in Krankenhäusern, insbesondere für Menschen mit Symptomen, gelten weiterhin. Auch eine Testpflicht für Besucher in Alten- und Pflegeheimen bleibt bestehen.
  • Restaurants, Gastronomie, Hotels oder Gaststätten bleiben vorerst geschlossen. Ebenso Zoos und Wildtiergehege.

Mit diesen Regeln folgt Hamburg eins zu eins den Beschlüssen, auf die sich die Ministerpräsidenten der Länder zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihren Corona-Gipfeln geeinigt hatten. Nachdem Anfang März erste Lockerungsschritte eingeleitet worden waren, etwa mit der Öffnung von Baumärkten, Zoos und Geschäften, nahm der Hamburger Senat mit steigendem Infektionsgeschehen die Öffnungen bereits wieder zurück.

Corona-Lockdown: Bund und Länder streiten über Ausgangssperre

Denn der Bund-Länder-Beschluss sieht vor, dass die Corona-Regeln wieder verschärft werden müssen, wenn der Inzidenzwert über die 100er-Marke steigt. In Hamburg ist das seit mehr als einer Woche der Fall. Am Montag stieg der Sieben-Tage-Wert sogar erstmals seit Wochen wieder auf über 150.

Vielerorts sieht das Infektionsgeschehen nicht besser aus. Zwischen Bund und Ländern ist deshalb erneut ein Streit darüber ausgebrochen, ob die bisher getroffenen Maßnahmen ausreichen, die Pandemie und eine dritte Infektionswelle in den Griff zu bekommen. Die Idee einer Osterruhe, wonach das Alltagsleben deutschlandweit über die Feiertage nahezu zum Erliegen gebracht werden sollte, ließ sich nicht umsetzen.

Corona in Hamburg: Senat hält sich mit Bewertung der Ausgangssperre noch zurück

Nun suchen die Befürworter eines noch härteren Lockdowns nach weiteren Lösungen, dabei steht auch immer wieder die Ausgangssperre zur Debatte. Sowohl in Bremen als auch in Niedersachsen wird sie heiß diskutiert. In Hamburg hält man sich mit Bewertungen noch zurück. Aber Bürgermeister Tschentscher ist dafür bekannt, sich einer bundeseinheitlichen Linie nicht zu verschließen.

Deutschland müsse aufpassen, die bisher erreichten Erfolge in der Pandemiebekämpfung nicht auf den letzten Metern zu verstolpern, betonte er am Montag. Deshalb brauche es klare und einheitliche Regelungen zu Einzelhandel, Sport, Gastronomie, aber auch zu Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, die überall in Deutschland „konsequent umgesetzt werden“, so Tschentscher. „Je früher dies erfolgt, desto besser ist es für alle.“ * 24hamburg.de, nordbuzz.de und kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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