Nach massiver Kritik

Osterruhe gestrichen! Diese Maßnahmen gelten in Hamburg trotzdem

  • Jens Kiffmeier
    vonJens Kiffmeier
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Nach massiver Kritik streicht die Regierung die Osterruhe. Trotzdem hält Hamburg an einem strengen Lockdown fest. Welche Regeln jetzt gelten.

Hamburg – Hammer-Entscheidung in Berlin: Die geplante Osterruhe im Corona-Lockdown wird nicht kommen. Nach massiver Kritik haben Bund und Länder ihre Entscheidung wieder zurückgenommen. „Der Beschluss war ein Fehler, den alle gemacht haben“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Doch die konkrete Umsetzung bereite massive Probleme, die man auf die Schnelle in dieser Form nicht gesehen habe, fügte er hinzu. Zugleich betonte er aber, dass alle anderen Corona-Beschlüsse weiterhin für die Hansestadt Hamburg Bestand hätten.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Am Montagnachmittag hatte Tschentscher zusammen mit den Ministerpräsidenten der übrigen Länder den Corona-Lockdown bis zum 18. April verlängert. Um das steigende Infektionsgeschehen besser in den Griff zu bekommen, hatte sich die Runde zugleich auf eine fünftägige Ruhepause über die Osterfeiertage geeinigt. Vom 1. bis zum 5. April 2021 sollte das gesellschaftliche Leben in Deutschland nahezu vollständig zum Erliegen kommen.

Corona-Regeln in Hamburg: Merkel stoppt Osterruhe, aber Lockdown bleibt

Dafür sollten der Gründonnerstag und der Karsamstag zu einem Ruhetag umdefiniert werden. Doch komplizierte rechtliche Fragen nach der Freistellung von Arbeitnehmern und Lohnfortzahlungen ließen sich nicht wirklich lösen und sorgten in den vergangenen Stunden für viel Unsicherheit und Kritik.

Ruft zur Einhaltung aller Corona-Regeln auf: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). (24hamburg.de-Montage)

Merkel zog deshalb am Mittwochmorgen die Notbremse und erklärte das Vorhaben in einer emotionalen Ansprache für gescheitert. Entgegen der Ankündigungen wird es also keine formalen Änderungen geben. Der Gründonnerstag bleibt ein Arbeitstag, die Supermärkte dürfen wie gewöhnlich öffnen.

Angesichts der Umsetzungsprobleme zeigte Tschentscher Verständnis für die Kehrtwende. Zugleich bedauerte er aber auch den Vorgang. Grundsätzlich sei die Idee einer zusätzlichen Ruhephase gut gewesen, sagte der Hamburger Rathauschef. „Sie hätte einen kräftigen Bremseffekt bei der Bekämpfung des Infektionsgeschehens gehabt“, sagte er.

Corona-Lockdown: Tschentscher ruft zur Einhaltung der Regeln auf

In Hamburg waren zuletzt die Corona-Zahlen wieder stark gestiegen. Seit mehr als einer Woche liegt der wichtige Inzidenzwert über der 100er-Marke, weswegen der Senat bereits am vergangenen Wochenende die Reißleine gezogen und bereits eingeleitete Lockerungsschritte im Lockdown zurückgenommen hatte. Seit dem gelten in der Hansestadt wieder strenge Regeln.

Unabhängig von der gestrichenen Osterruhe bleiben die verschärften Maßnahmen in Hamburg auch bestehen. Das betonte Tschentscher am Mittwoch noch einmal besonders eindringlich. Demnach sind nur Treffen mit einer Person außerhalb des eigenen Haushalts erlaubt, Kinder unter 14 Jahren werden dabei noch nicht mitgezählt. Im Pkw muss eine Maske getragen werden, sofern die Personen nicht aus einem Haushalt stammen. Und der Einzelhandel darf seine Waren nur noch über das Click&Collect-Prinzip verkaufen. Ausnahmen gibt es nur unter strengen Hygienekonzepten für Schulen und Kitas.

Nach dem Aus für die Osterruhe appellierte Tschentscher an alle Hamburgerinnen und Hamburger, die Regeln auch weiterhin zu befolgen. Die Stadt befinde sich mitten drin in einer dritten Infektionswelle, mahnte er. „Wir müssen das Virus ernst nehmen.“ Ansonsten drohe eine Überlastung des Gesundheitssystems. Deshalb sollten alle Kontakte reduziert und unnötige Mobilität vermieden werden.

Ausdrücklich bezog Tschentscher seinen Appell auch auf das anstehende Osterwochenende. Zwar gebe es jetzt weniger gesetzliche Einschränkungen. „Doch ich bitte alle: Unternehmen sie keine Reisen und verbringen Sie die Feiertage so ruhig wie möglich zu Hause.“ * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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