Coronavirus-Lockdown

Shoppen in Hamburg: Wann öffnen die Geschäfte?

  • Jens Kiffmeier
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Zurück im harten Corona-Lockdown: Was bedeutet das fürs Shoppen in Hamburg? Sind die Geschäfte offen oder nicht?

Update vom Dienstag, 30. März 2021 um 8:13 Uhr: Der harte Lockdown ist bundesweit bis zum 18. April 2021 verlängert. Damit ist klar, dass auch in Hamburg die Geschäfte in der Innenstadt nicht vorher öffnen werden. Doch es gelten die alten Regeln zu Click und Collect. Man kann also in vielen Läden weiterhin vorbestellen und abholen. Über Ostern sind die Geschäfte ganz normal an den Feiertagen Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag geschlossen. Die angedachte Osterruhe mit der auch Gründonnerstag und Ostersamstag Feiertags-Status hätten erreichen sollen, wurde gestrichen.

Update vom Sonntag, 21. März 2021 um 7:52 Uhr: In Hamburg gelten wieder die alten Regeln bis mindestens 28. März 2021. Das bedeutet für die Geschäfte im Einzelhandel, dass sie weiterhin geschlossen bleiben müssen. Click & Collect wird allerdings möglich sein, wie zuvor auch schon. Corona bleibt ein Straßenfeger für die Innenstädte. Nur die Supermärkte können weiter ihrem Geschäft nachgehen. Ausnahmen gibt es trotz Notbremse und zu hoher Inzidenz sowie Selbsttests nur an Schulen und Kitas. Ostern 2021 steht in Hamburg jedenfalls im Zeichen des Lockdowns und der neuen Corona-Regeln.

Schaufenster-Bummel in Hamburg: Wann öffnen die Geschäfte in der Innenstadt?

Erstmeldung vom 10. März 2021:

Hamburg – Chaos und Verwirrung statt Freiheit und Einkaufsfreude: Mit herber Enttäuschung haben Vertreter des Einzelhandels auf die Öffnungspläne von Bund und Ländern im Corona-Lockdown reagiert. Der Fahrplan sei kompliziert und am Ende eine „Katastrophe“, beurteilte der Handelsverband Deutschland (HDE) die Beschlüsse des Corona-Gipfels. Tatsächlich steckt hinter dem Lockerungsplan ein kompliziertes Regelwerk, dass den Ladeninhabern je nach Infektionsgeschehen an unterschiedlichen Orten verschiedene Öffnungsoptionen bietet. Viele Verbraucher sind deshalb ratlos.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Doch welcher Laden darf jetzt in Hamburg öffnen? Bereits am Montag, 8. März 2021, geht es für die ersten Ladenbesitzer los. Dann dürfen Inhaber von Baumärkten, Blumengeschäften und Buchhandlungen nach einem monatelangen Lockdown auch in der Hansestadt wieder ihre Türen aufsperren, zuvor war bereits Niedersachsen in dieser Hinsicht vorgeprescht*. In Bremen geht man für die Öffnung von Geschäften und Einzelhandel* einen Sonderweg.

Lockdown-Lockerung: Nach dieser Logik öffnen die Geschäfte in Hamburg

Nachdem Friseure seit Anfang März wieder arbeiten dürfen, können nun auch weitere „körpernahe Dienstleistungen, wie etwa Maniküre oder Fußpflege im Nagelstudio, angeboten werden. Für alle Ladenbesitzer gilt aber: Abstands-, Hygiene- und Maskenpflichten müssen eingehalten werden. Und ist das Geschäft maximal 800 Quadratmeter groß, darf sich darin nur ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten. Bei größeren Läden muss die Kundenanzahl pro Quadratmeter noch einmal halbiert werden.

Gestattet Lockdown-Freiheiten für den Handel: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). (24hamburg.de-Montage)

Grundsätzlich gelten diese Regelungen auch für alle anderen Bereiche des von der Pleitewelle bedrohten Einzelhandels, also für Elektronik-Fachmärkte wie Saturn oder Media Markt, Bekleidungsgeschäfte oder Einrichtungshäuser wie Ikea. Doch mit Ausnahme von Friseuren, Bau-, Garten- und Buchgeschäften bleiben diese Bereiche in der Hansestadt vorerst für den größeren Publikumsverkehr noch dicht. Denn sie dürfen erst öffnen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 liegt. Seit zwei Wochen schwankt der Wert in Hamburg zwischen 70 und 80.

Deshalb können die meisten Händler in der Stadt lediglich das „Click & Meet“-Verfahren anbieten. Dabei vereinbart ein Kunde per Telefon oder online einen Termin, an dem er den Laden besuchen kann. In diesem Fall ist aber nur ein Kunde pro 40 Quadratmeter erlaubt. Und eine Kontaktverfolgung per Namens- und Adressenliste ist zwingend vorgeschrieben.

Wenn jemand zum Einkaufen nach Schleswig-Holstein fährt, dann sage ich: Das ist nicht vorgesehen.

Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister in Hamburg

Diese Vorgabe für Händler fällt erst weg, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz nicht unter 100, sondern unter 50 liegt. Das ist in Deutschland derzeit aber nur in Rheinland-Pfalz und in Schleswig-Holstein der Fall. Im nördlichen Nachbarland von Hamburg können deswegen viele Kunden nun schon ohne vorherige Online-Anmeldung unkomplizierter einkaufen gehen.

Geschäfte in Schleswig-Holstein: Tschentscher warnt vor Shopping-Tourismus

In Hamburg sorgt das mittlerweile für großen Verdruss. So fürchtet der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), es könnte in den kommenden Tagen ein großer Shopping-Tourismus im Norden ausbrechen. Die Folgen könnten gravierend sein. Denn das ohnehin hohe Infektionsgeschehen könnte durch die vielen Lockerungen rund um Hamburg kräftig angekurbelt werden.

„Wenn sich jemand in Hamburg ins Auto setzt, um in Schleswig-Holstein einzukaufen, dann kann ich nur sagen: Das ist nicht vorgesehen“, warnte Tschentscher. Er rief alle Hamburger dazu auf, von dieser Möglichkeit Abstand zu nehmen. „Wir sitzen in einer Infektionsgemeinschaft und es gilt aufeinander Rücksicht zu nehmen“, sagte er im Anschluss an eine Senatssitzung.

Corona-Lockdown: Deutsche sehnen sich nach Lockerung

Am Mittwoch hatte Tschentscher zusammen mit den übrigen Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim Corona-Gipfel das Öffnungskonzept für den Handel beschlossen. Die Regierungschefs waren dabei auch einem immer lauter werdenden Ruf aus der Bevölkerung nach neuen Freiheiten im Dauer-Lockdown gefolgt.

Am Donnerstag setzte Hamburg die Bund-Länder-Beschlüsse in einer Verordnung für die Hansestadt eins zu eins um. Allerdings machte Tschentscher am Ende auch keinen Hehl daraus, dass er angesichts der weiterhin hohen Zahlen die Lockerungen zum jetzigen Zeitpunkt skeptisch sieht. Er hoffe, ließ der Rathauschef wissen, dass es jetzt nicht zu einem „beschleunigten Infektionsgeschehen“ komme.

Für diesen Fall haben Bund und Länder allerdings eine Notbremse in das Öffnungskonzept eingezogen. Sie greift, wenn die Corona-Zahlen wieder über die Inzidenzmarke von 100 klettert. Ab dann gelten wieder die strengen Lockdown-Regeln vom 7. März. Und das heißt für alle Einzelhändler: Laden wieder dicht machen. * 24hamburg.de, nordbuzz.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa/picture alliance & Michael Kappeler/dpa/picture alliance

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