Gericht bestätigt Corona-Regel

Zwang für Hamburger Jogger: Hier gilt die Maskenpflicht

  • Jens Kiffmeier
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Die Maskenpflicht für Hamburgs Jogger an Alster und Elbe war umstritten. Doch nun ist es fix: Der Senat darf den Mund-Nasen-Schutz vorschreiben. 

Update von Donnerstag, 1. April 2021, 15:31 Uhr: Hamburg – Die Maskenpflicht für Jogger in Hamburg an Alster, Elbe und im Jenischpark bleibt bestehen. Das entschied das Oberverwaltungsgericht. In dem Urteil kassierten die Richter eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts und bestätigten die Corona-Verordnung des Hamburger Senats. Der neue Richterspruch ist unanfechtbar.

Dadurch ist klar: In Hamburg müssen wegen der hohen Infektionszahlen Jogger an Feiertagen und an Wochenenden zwischen 10:00 Uhr und 18:00 Uhr eine Maske an bestimmten belebten Orten tragen, an denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Das Oberverwaltungsgericht sah es als erwiesen an, dass ansonsten die Ansteckungsgefahr erhöht werden kann. Gegen die Verordnung hatte ein Hamburger geklagt und in erster Instanz gewonnen. Dagegen hatte der Senat Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingelegt.

Maskenpflicht für Jogger in Hamburg: Senat hält an Bestimmung vorläufig fest

Update von Freitag, 26. März 2021, 17:27 Uhr: Hamburg – Die Maskenpflicht für Jogger an bestimmten Orten in Hamburg bleibt bestehen. Trotz eines Gerichtsurteils würden die Regeln an Alster und Elbe nicht verändert, betonte eine Senatssprecherin am Freitag. Zuvor hatte der Senat nach den Bund-Länder-Beschlüssen den Lockdown in Hamburg bis zum 18. April 2021 verlängert und die bislang geltenden Regeln angepasst. Doch welche Corona-Maßnahmen gelten in Hamburg? Hier der aktuelle Überblick.

Maskenpflicht in Hamburg: Trotz Klage gelten die Regeln für die Jogger weiter

Update von Freitag, 12. März 2021, 12:24 Uhr: Hamburg – Wegen der Maskenpflicht für Jogger hat der Hamburger Senat vor dem Verwaltungsgericht eine schwere Schlappe kassiert. Die Richter gaben einem Eilantrag eines Klägers statt und beurteilten die Corona-Maßnahme als unverhältnismäßig, wie das Gericht am Freitag bekannt gab. Der Kläger muss also beim Joggen an Alster, Elbe und im Jenischpark keine Mund-Nasen-Bedeckung mehr tragen.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Der Beschluss gilt den laut des Gerichts aber nur für den Antragsteller. Generell gekippt worden ist die Maskenpflicht für Jogger, die der Senat Ende Februar eingeführt hatte, aber noch nicht. Die Verwaltung legte umgehend Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht ein.

Aus Sicht der ersten Instanz dient die Jogger-Maskenpflicht zwar einem legitimen Zweck. Aber sie sei unabhängig von Wetter und Besucheranzahl in den Grünanlagen festgelegt worden und entspreche damit nicht dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz, entschieden die Richter. Außerdem habe die Stadt nicht deutlich machen können, warum dies aus Infektionsschutzgründen erforderlich sein sollte.

Strikte Maskenpflicht: Regeln für Jogger an der Alster

Erstmeldung von Mittwoch, 24. Februar 2021, 17:08: Hamburg – Joggen, joggen, joggen: Wer sich im Corona-Lockdown sportlich bewegen will, dem bleibt kaum eine Alternative zum Laufen. Denn die Fitnessstudios sind dicht. Und auch die Sportvereine mussten vor Wochen ihren Betrieb einstellen. Doch nun droht auch den Joggern eine Einschränkung. Denn der Senat verschärft wegen des Infektionsgeschehens in der Stadt die Regeln.

Zwingt Joggern jetzt eine Maskenpflicht auf: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). (24hamburg.de-Montage)

Wer an belebten Orten wie an Teilen der Elbe oder der Alster läuft, muss künftig eine Maske aufsetzen. Spätestens am Freitag soll die neue Rechtsverordnung stehen, kündigte Senatssprecher Marcel Schweitzer gegenüber der „Mopo“ an. Die Wirksamkeit der Regel ist aber unter Experten umstritten.

Der Senat reagiert mit der Maßnahme auf die weiterhin hohen Corona-Zahlen in der Hansestadt Hamburg. Seit Wochen verzeichnet die Gesundheitsbehörde bei der Bekämpfung der Pandemie einen Stillstand. Eine konkrete Erklärung dafür gib es nicht. Zum einen könnte die Ausbreitung neuer, gefährlicher Virusmutationen für die Entwicklung verantwortlich sein.

Zum anderen könnten aber auch die Wetterumschwünge der vergangenen Wochen schuld sein. Erst trieb das zauberhafte Winterwetter mit Schnee und Kälte die Menschen ins Freie, danach dann die frühlingshaften Temperaturen. Dabei kam es immer wieder zu größeren Menschenansammlungen, die mitunter von der Polizei aufgelöst werden mussten.

Corona-Regeln: Jogger verärgern Anwohner an der Elbe

Mit der Verschärfung der Maskenpflicht setzt der Senat nun ein deutliches Stoppzeichen. Nach der geplanten Verordnung soll nun Folgendes gelten: Überall dort, wo ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, und überall dort, wo es eng ist, müssen zwingend Masken getragen werden. Explizit umfasst die Regelung auch Jogger. Das heißt, sie müssen sich, wenn sie entsprechende Stellen passieren, eine Mund-Nasen-Bedeckung anziehen.

Der Senat will die „Hotspots“ in einer Liste festlegen. Laut dem Senatssprecher wird diese bis Freitag erarbeitet und bekannt gegeben. Als Beispiele wurden bislang Orte wie Landungsbrücken oder Jungfernstieg genannt. Die übrigen Corona-Regeln bleiben davon unberührt.

Diskussionen über die Jogger hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder gegeben. So hatten sich zum Beispiel die Anwohner in Oevelgönne mehrfach lautstark über Massen an Spaziergängern am Wochenende beklagt, die auf der schmalen Uferpromenade regelmäßig unterwegs sind. Und auch die vielen Jogger, die vermehrt dem Lockdown entfliehen wollen, waren ihnen dabei ein Dorn im Auge. Die Furcht: Durch die schnelle Atmung beim Laufen würden viele Aerosole ausgestoßen und die Ansteckungsgefahr sei für die Anwohner besonders hoch, wenn sie sich an ihnen vorbeiquetschen müssten.

Strenge Maskenpflicht: Experte sieht keine Gefahr durch Jogger

Doch ein erhöhtes Ansteckungsrisiko durch Jogger ist wissenschaftlich eher umstritten. So verweist etwa Andreas Podbielski, Leiter des Medizinischen Instituts für Mikrobiologie, Virologie und Hygiene der Universität Rostock, diese These ins Reich der Mythen. Von vorbeilaufenden Joggern gehe keine große Gefahr aus, sagte er unlängst der „Mopo“.

Das liege seiner Meinung nach an verschiedenen Faktoren. So sei die Ansteckungsgefahr draußen eher geringer, da der Wind die Aerosole verstreue. „Wenn ein Jogger an mir vorbeikommt, dann bin ich höchstens einem bis zwei seiner Atemstöße ausgesetzt, was eigentlich nicht zu einer Infektion führen kann“, erklärt der Virologe. Eine Ansteckungsgefahr an der frischen Luft sei vielmehr gegeben, wenn Menschen dicht gedrängt an einem festen Platz stehen würden, etwa bei Open-Air-Konzerten.

Dennoch geht der Senat auf Nummer sicher. Eine große Einschränkung für die Jogger kann er jedenfalls nicht erkennen. Wenn es eng würde, müssten die Sportler eben zwischendurch eine Maske aufsetzen, sagte der Senatssprecher. „Überall sonst, zum Beispiel in irgendeinem Wald, muss man weiterhin keine Maske tragen.“ * 24hamburg.de ist Teil der IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Georg Wendt/dpa/picture alliance

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