Inzidenz über 100

Lockdown in Hamburg: Diese strengen Regeln gelten aktuell

  • Jens Kiffmeier
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Ganz Hamburg ist im Lockdown. Aber welche Regeln gelten jetzt nach dem ganzen Hin und Her? Der große Überblick.

Update von Freitag, 26. März 2021, 16:57 Uhr: Hamburg – Der Lockdown für Hamburg ist bis zum 18. April 2021 verlängert. Am Freitag arbeitete der Senat eine entsprechende Verfügung aus, die am Montag in Kraft treten soll. Mit der neuen Verordnung würden die bislang geltenden Corona-Regeln für die Hansestadt verlängert, teilte eine Senatssprecherin mit. Nur in zwei Punkten hat der Senat eine Anpassung vorgenommen. So gilt künftig eine Maskenpflicht im Auto, wenn die Insassen aus unterschiedlichen Haushalten stammen. Außerdem wird das flächendeckende Alkoholkonsumverbot jetzt nur auf genau definierte Orte im Freien beschränkt.

Corona-Regeln: Das müssen Hamburger im Lockdown beachten

Update von Dienstag, 24. März 2021, 14:46 Uhr: Hamburg – Nach der erneuten Verlängerung des Lockdowns bis zum 18. April hat Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) die Einhaltung der Bund-Länder-Beschlüsse eingefordert. Alle Bundesländer seien angehalten, konsequent die Notbremse zu ziehen, wenn die Inzidenz über die 100er-Marke steige, sagte er am Dienstag bei der Landespressekonferenz. Nur so könne eine dritte Pandemiewelle abgeflacht werden.

Angesichts eines deutschlandweit stark ansteigenden Infektionsgeschehens hatte Tschentscher mit den übrigen Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Nacht zu Dienstag die Verschärfung des Lockdowns beschlossen. Unter anderem sollte das Alltagsleben rund um die Osterfeiertage komplett heruntergefahren werden. Ausnahmen gäbe es nur für Supermärkte. Diese wurde jedoch bereits tags darauf am Mittwoch, 24. März 2021 wieder gekippt. Erst wenige Tage zuvor hatte er wegen der hohen Corona-Zahlen die Notbremse in der Hansestadt gezogen.

Corona-Lockdown: Diese Regeln gelten rund um Ostern und bis zum 18. April

Hamburg – Es war nur ein kurzer Moment der Freiheit: Die Corona-Lockerungen sind für die Hamburger wieder gestrichen. Nachdem der Inzidenzwert an drei aufeinanderfolgenden Tagen in der Hansestadt Hamburg über der 100er-Marke gelegen hatte, zog der Senat die Notbremse und setzte den harten Lockdown wieder in Kraft, um die dritte Welle einzudämmen. „Die Lage ist sehr, sehr ernst“, begründete Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Freitagvormittag die Entscheidung.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Nach dem Beschluss des Senats müssen nun Geschäfte im Einzelhandel wieder schließen. Auch Kontaktbeschränkungen werden verschärft, Zoos und Wildgehege wieder dicht gemacht. Die neue Verordnung gilt den Angaben zufolge von Samstag, 20. März 2021 bis Sonntag, 18. April 2021 .

Corona-Krise: Inzidenz drei Tage in Folge über 100 – Senat zieht Notbremse

Der Hamburger Senat reagierte mit dieser Entscheidung auf das rasant ansteigende Infektionsgeschehen in der Stadt. Nachdem die Zahl der Neuansteckungen auf 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen am Mittwoch mit einem sprunghaften Anstieg von mehr als zehn Prozent über die 100er-Grenze geschossen war, setzte sich der Trend in der Folge fort.

Am Freitag lag der Wert laut der Gesundheitsbehörde bei 108,6. In diesem Fall greift automatisch die Notbremse. Auf diese Sicherheitsleine hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim vergangenen Corona-Gipfel geeinigt, bei dem sie angesichts von sinkenden Infektionszahlen dem Ruf nach Lockerungen nachgegeben hatten und erste Öffnungsschritte nach einem Fünf-Stufen-Plan erlaubt hatten.

Zieht die Notbremse: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat den Lockdown wieder verschärft. (24hamburg.de-Montage)

Selbiger sieht aber zugleich vor, dass Erleichterungen für Einzelhandel, Baumärkte, Zoos oder Restaurants wieder zurückgenommen werden können, wenn die Zahlen wieder die 100er-Marke knacken – was nun in Hamburg der Fall ist. „Heute ist es so weit“, sagte Tschentscher. Man werde sich an den Bund-Länder-Beschluss „eins zu eins“ halten und für Hamburg die Corona-Regeln vom 7. März wieder in Kraft setzen. Auch Museen wie die Deichtorhallen sind betroffen. Ein Umstand, zu dem sich der Intendant Dirk Luckow exklusiv im Interview bei 24hamburg.de äußert.

Corona-Lockdown: Diese Regeln gelten jetzt wieder für Hamburg

Doch was gilt jetzt wieder genau für die Hamburger? Allen voran werden die Kontakte beschränkt. Statt mit fünf Personen sind jetzt nur noch Treffen mit einer Person außerhalb des eigenen Haushalts erlaubt, Kinder unter 14 Jahren werden dabei aber noch nicht mitgezählt. Der Einzelhandel muss das ohnehin umstrittene Click&Meet-Verfahren wieder einstellen. Künftig dürfen keine Kunden mehr nach vorheriger Anmeldung in den Geschäften beraten werden. Click&Collect, also online bestellen und abholen, bleibt aber möglich.

Wir sind mitten drin in der dritten Pandemiewelle.

Peter Tschentscher, Hamburgs Erster Bürgermeister

Friseure, Blumen- und Buchläden sowie körperliche Dienstleistungen sollen unter strengen Hygieneauflagen weiterhin offenbleiben dürfen. Ausgenommen von erneuten Schließungen werden vorerst auch Kitas und Schulen. Hamburg war erst am Montag vom erweiterten Notbetrieb in den eingeschränkten Regelbetrieb zurückgekehrt. Angesichts eines flankierenden Schnelltest-Systems sei das vertretbar und entspreche ebenfalls den Bund-Länder-Beschlüssen, betonte Tschentscher.

Hamburg ist in der Entwicklung kein Einzelfall. Deutschlandweit klettern die Corona-Zahlen wieder stark in die Höhe. Laut Tschentscher liegt der Inzidenzwert in acht Bundesländern höher als in der Hansestadt. Vor diesem Hintergrund rief der Hamburger Bürgermeister seine Amtskollegen auf, ebenfalls konsequent die Notbremse zu ziehen.

Corona-Gipfel: Tschentscher kritisiert Bund und Länder für Lockerung

„Wir sind mitten drin in der dritten Pandemiewelle“, warnte Tschentscher. Zugleich sparte er nicht mit Kritik an dem bisherigen Vorgehen. Es sei beim vergangenen Corona-Gipfel „nicht gut gewesen“, die Lockerungsschritte zu erlauben, sagte er. Das könne man jetzt sehen. Sie seien zu früh gewesen und würden jetzt eine enorme Belastung darstellen. Durch die gestiegene Mobilität und durch Shopping-Tourismus sei die Pandemie noch einmal richtig angekurbelt worden.

Im Gegensatz zu vielen anderen Länderchefs hatte Tschentscher im Vorfeld des Corona-Gipfels ständig vor den Auswirkungen von Öffnungsplänen gewarnt. Am Ende konnte er sich aber nicht durchsetzen und hatte die Konzepte mitgetragen, um ein bundesweit einheitliches Vorgehen nicht zu gefährden.

Am kommenden Montag kommen die Regierungschefs erneut zu einer Bund-Länder-Beratung* zusammen. Dann soll über eine erneute Lockdown-Verlängerung und über die Regeln ab den Osterfeiertagen gesprochen werden. Mittlerweile gibt es wieder laute Rufe aus den Ländern, wonach Urlaub, etwa mit Flügen nach Mallorca, und Öffnungen von Hotels und Restaurants über die Feiertage möglich gemacht werden sollen. In Bremerhaven wird vor allem die Ausgangssperre* befürchtet und ganz Norddeutschland spekuliert darüber, welche Lockdown-Sonderregeln zu Corona-Ostern* gelten.

Vor diesem Hintergrund rief Tschentscher alle Beteiligten zur Zurückhaltung auf. „Ich höre schon wieder erstaunliche Dinge in Bezug auf die Osterfeiertage“, sagte er. Davon sollten alle lieber Abstand nehmen. Denn angesichts der aktuellen Entwicklung könne man nur eine Lehre ziehen: „Wenn Erleichterungen zu früh kommen, dann wird das zu einer Belastung“, warnte Tschentscher. * 24hamburg.de, wa.de, kreiszeitung.de, nordbuzz.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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