Politik bleibt hart

Fridays for Future: Klima-Schriftzug in Hamburg muss weg

  • Natalie-Margaux Rahimi
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Der Klima-Schriftzug den Aktivisten von Fridays for Future Mitte März auf die Mönckebergstraße in Hamburg malten, muss entfernt werden. Die Gründe.

Update vom Freitag, 09. April 2021, 10:35 Uhr: Hamburg – Am 19. März 2021 sorgten Klima-Aktivisten von Fridays for Future für großes Staunen. Sie pinselten den Schriftzug „Wir alle für 1,5 C“ auf die Mönckebergstraße in der Hamburger Innenstadt. Einen Monat später also am 19. April 2021 soll der Schriftzug wieder entfernt werden, so der ursprüngliche Plan. Dann aber setzen sich viele für den Verbleib des Kunstwerks, auch über das Datum hinaus, ein.

Unter anderem plädieren Segler Boris Hermann, Unternehmer Michael Otto und Miniatur Wunderland-Gründer Gerrit Braun für den Erhalt des Klima-Schriftzuges. „Wir sollten diesen Schriftzug längerfristiger dort stehen lassen, denn er erinnert daran, dass der Klimawandel im Augenblick die größte Bedrohung für die Menschheit ist“, hatte Michael Otto dazu in einer Videobotschaft gesagt.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Bevölkerung:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher
Vorwahl:040

Aber die Politik stellt sich quer. Auf Nachfrage des Hamburger Abendblatts teilte das Bezirksamt Hamburg-Mitte mit, dass das Bezirksamt die Entscheidung einer Verlängerung wegen des Wegerechts gar nicht treffen dürfte. Die Entscheidung über eine dauerhafte Daseinsberechtigung des Schriftzugs sei eine Sache des Hamburger Senats heißt es. Bisher besteht allerdings noch Hoffnung für die Klima-Aktivsten, dass sich auch der Hamburger Senat für einen Verbleib der Klimabotschaft ausspricht.

Fridays for Future Hamburg: Leitspruch auf der Mönckebergstraße

Erstmeldung vom 19. März 2021, 18:45 Uhr:

Hamburg – Seit dem Morgen des 19. März 2021 sind die Demonstranten von Fridays for Future in der Mönckebergstraße in der Innenstadt am Werkeln. Mit einer besonderen Aktion wollen sie an die Pariser Klimaziele erinnern. Da aktuell wegen der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Corona-Lockdown-Bestimmungen keine größeren Demonstrationszüge, wie wir sie von Fridays for Future kennen, erlaubt sind, überlegten sich die Klimakämpfer eine Alternative. Und die hinterlässt in der Hamburger Innenstadt ihre Spuren.

Fridays for Future in Hamburger Mönckebergstraße: Aktivisten trotzen Corona

Auch wenn die Corona-Krise gerade von vielen anderen Dingen, die in der Welt geschehen ablenkt, bedeutet das nicht, dass sie vergessen werden. Daran wollten wohl auch die Aktivisten von Fridays for Future am Freitag, 19. März 2021, erinnern. So trafen sie sich trotz Corona-Pandemie und Lockdown-Regeln in der Mönckebergstraße in der Hamburger Innenstadt. Allerdings nicht mit Tausenden von Menschen zum lauten Singen, sondern zu einer ganz anderen Aktion.

Fridays for Future Hamburg: Klimakämpfer trotzen Corona

Mit weißer und grüner Farbe wollten die Aktivisten in der Hamburger Innenstadt einen bleibenden Eindruck hinterlassen. So malten sie in großen Buchstaben die Worte „Wir alle für 1,5 °C“ auf die Straße. Laut Deutscher Presse Agentur sind die weißen Letter auf grünem Grund sechs Meter hoch und insgesamt kommt der Schriftzug auf eine Länge von 60 Metern. Einen Monat lang soll das Kunstwerk bleiben und so an die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens erinnern.

Fridays for Future: Bürgermeister Peter Tschentscher und Jens Kerstan sehen zu

Bei der Aktion konnten sich die Klimakämpfer von Fridays for Future über hohen Besuch freuen. Denn wie die dpa berichtet, schauten sich Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) das Vorhaben der Aktivisten aus nächster Nähe an. „1,5 Grad - das ist die harte Zahl und die Richtschnur für den Klimaschutz. Es muss das Ziel bleiben, die Erderwärmung auf diesen Wert zu begrenzen. Die Fridays-Bewegung sorgt bildstark, kreativ und prominent dafür, dass der Klimaschutz trotz Corona im Bewusstsein bleibt - für diesen Impuls bin ich dankbar“, begrüßte der Umweltsenator die Aktion.

Jens Kerstan betonte, dass der Klimaschutz auch während der Pandemie eine riesige Herausforderung bleibe und weitere Anstrengungen erfordere. Auch wenn Hamburg mit seinem „Klimaschutzgesetz und der Wärmewende“ beispielgebend für Deutschland sei, so der Umweltsenator gegenüber der dpa. Insgesamt beinhalte der Hamburger Klimaschutzplan mehr als 400 Maßnahmen, machte Kerstan deutlich.

Die Aktion der Aktivisten soll laut Deutscher Presse-Agentur eine Anlehnung an den „Black Lives Matter“-Schriftzug in den USA darstellen. Die Fridays-for-Future-Bewegung stehe demnach in enger Kooperation mit der sogenannten Black Community Foundation. Auch in Frankfurt gehen die weltweiten Klima-Proteste* weiter. Die Fuldaer Zeitung berichtet von einer Fahrrad-Demo* unter dem Motte „No more empty Promises“. * 24hamburg.de, fnp.de und fuldaerzeitung.de ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Fridays for Future/Jonathan Knodel

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