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Hamburger Flughafen: Jobmotor im Norden in Coronavirus-Krise

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Der Hamburger Flughafen bietet ein umfangreiches Streckennetz mit bis zu 130 weltweiten Verbindungen. Die Geschichte und aktuelle Infos über den Airport.

Hamburg-Fuhlsbüttel Der Flughafen Hamburg bildet gemeinsam mit dem Hamburger Hafen das Tor zur Welt. Von dem im nördlichen Teil Hamburgs gelegenen Airport besuchen jährlich hunderttausende Touristen die Freie und Hansestadt. Mit über 130 Verbindungen und etwa 155.000 Flugbewegungen im Jahr 2019 handelt es sich hierbei nach Flughafen Frankfurt, München, Düsseldorf und Berlin-Tegel um den fünftgrößten Airport Deutschlands.

Flughafen in Deutschland:Flughafen Hamburg
Adresse:Flughafenstr. 1-3, 22335 Hamburg
Flughafencode:HAM
Eigenbezeichnung:Hamburg Airport Helmut Schmidt (seit 2016)
Telefon:040 50750
Baujahr:1911
Terminals:2

Wegen der Coronavirus-Sars-CoV-2-Pandemie gelten seit Mitte März 2020 am Flughafen Hamburg besondere Verhaltens- und Hygiene-Maßnahmen. Wirtschaftlich bedeutete die Covid-19-Krise einen Totalabsturz – im April gingen die Passagier-Zahlen um fast hundert Prozent zurück, berichtet mopo.de.

Ankunft, Anflug, Anreise: Zahlen und Daten zum Flughafen Hamburg

Aktuelles vom Flughafen Hamburg: Ankunft, Abflug, Parken

Derzeit (März 2020) umfasst das Streckennetz des Hamburg Airports über 130 Nonstop-Verbindungen, die von Hamburg aus direkt ohne Umstieg erreicht werden können. Darunter sind auch internationale Ziele wie Dubai, welches täglich zweimal von Emirates mittags mit der Boeing 777-300 und dem Airbus 380 auf dem Abendkurs bedient wird. Auch zahlreiche Feriendestinationen sind nonstop erreichbar, darunter alle kanarischen Inseln, Ziele auf dem spanischen Festland wie Barcelona sowie Griechenland und die Türkei.

Im letzten Licht der untergehenden Sonne leuchten die Terminals auf dem Flughafen Hamburg Airport Helmut Schmidt.
Hamburg Airport im nördlichen Stadtteil Fuhlsbüttel. © picture alliance/Christian Charisius/dpa

Über die Ankunfts- und Abflugzeiten informiert der Flughafen live über seine Webseite. Dort können sich Reisende auch vorab über die Parksituation und die Wartezeiten vor der Sicherheitskontrolle informieren.

Autovermietung am Flughafen Hamburg

Mietwagen gibt es im Terminal 2 von verschiedenen Anbietern. Alle Autovermietungen haben unter der Woche mindestens von 7:00 bis 23:00 Uhr geöffnet. Diese Autovermieter sind vor Ort:

Geschichte des Flughafen Hamburg

Der Flughafen am heutigen Standort in Fuhlsbüttel geht zurück auf die sogenannten Luftschiffhallen GmbH, die gemäß des Wikipedia im Jahr 1911 in Hamburg gegründet wurde. Ein Jahr später, 1912, erfolgte die Inbetriebnahme des Geländes, welches in den Anfangsjahren 45 Hektar betrug und wenige Jahre später auf sechzig Hektar erweitert wurde. Zunächst wurde der Flugplatz vordergründig von Luftschiffen genutzt, Verkehrsflugzeuge spielten in den Anfangsjahren zunächst eine untergeordnete Rolle.

Im Ersten Weltkrieg wurden die vorhandenen Luftschiffhallen vor allem für militärische Zwecke genutzt, ein richtiger Flugbetrieb mit Linienverbindungen wurde erst ab Februar 1919 angeboten. Unter anderem richtete die damalige Deutsche Luftreederei eine Verbindung nach Berlin ein. Ein Jahr später nahm die noch heute unter dem Namen aktive niederländische Fluglinie KLM eine Flugverbindung mit Zwischenstopp in der Stadt an der Elbe auf, und zwar Rotterdam-Amsterdam-Hamburg-Kopenhagen. Im ersten Jahr des regulären Linienbetriebes gab es insgesamt ein Passagieraufkommen von 241 Personen.

Flughafen Hamburg: Wachsender Luftverkehr nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs diente der Flughafen in den 1950er-Jahren als Heimatbasis der deutschen Airlines Lufthansa. Bis heute hält die Lufthansa Technik ihren Hauptsitz am Flughafen Hamburg. Aufgrund des wachsenden Luftverkehrsaufkommens ab Beginn des Jet-Zeitalters und Großraumflugzeugen wie der Boeing 747 kam ab den 1960/70er Jahren immer wieder die Idee einer Standortverlagerung des Flughafens nach Kaltenkirchen (Kreis Segeberg/Schleswig-Holstein). Westlich von Kaltenkirchen kaufte die Flughafengesellschaft dafür größere Flächen, die sich noch immer im Besitz der Flughafengesellschaft befinden. Auch heute setzen sich Anwohner aufgrund von Fluglärm und Umweltbelastungen für eine Verlegung ein. Eine zeitnahe Umsetzung der Idee scheint jedoch nicht in Sicht zu sein.

Der Flughafen Hamburg in seiner heutigen Form

In den 1990er Jahren erfolgte ein umfangreicher Ausbau und Umbau. So wurde ein komplett neues modernes Terminal errichtet und Teile des Fluggastbereiches nach Süden hin erweitert. Mitte 2005 erfolgte dann die Eröffnung des neuen Terminal 1, in dem sich heute der Check-in Bereich der Fluglinien Eurowings, EasyJet, Air-France/KLM und auch der Condor und Norwegian Air befinden. Das ehemalige Terminal 4, heute Terminal 2, ist hauptsächlich der Kernmarke der Lufthansa Group und ihren Star-Alliance-Partnern vorbehalten. Jedoch werden dort mittlerweile auch Flüge der irischen Billigfluglinie Ryanair abgefertigt.

Für Sicherheit am Flughafen sorgen Bundespolizei, Zoll und die Flughafensicherheit. Der Schalter der Bundespolizei befindet sich in der sogenannten Airport Plaza, die zwischen den Terminals 1 und 2 angesiedelt ist und auch die zentrale Sicherheitskontrolle beheimatet. In der ersten Ebene des Terminal 1 befinden sich zudem Reisebüros, sowie Last Minute Schalter. Nach dem Tod von Helmut Schmidt ( † gestorben im Jahr 2015, er wurde 96 Jahre alt) wurde der Flughafen Hamburg in Helmut-Schmidt Hamburg Airport umbenannt.

Blick auf den Flughafen Airport Helmut Schmidt aus der Sicht eines landenden Flugzeugs.
Landebahn des Hamburger Flughafens in Fuhlsbüttel. © picture alliance/Daniel Bockwoldt/dpa

Geschäfte, Einrichtungen und gastronomisches Angebot am Flughafen Hamburg

In der Airport Plaza befinden sich hinter den Sicherheitskontrollen zudem zahlreiche Restaurants, und Duty free Shops, die jedoch nur mit Bordkarte erreicht werden können. Ein weiteres, frei zugängliches gastronomisches Angebot erwartet Wartende und Teilnehmer der Hamburg Flughafen Tour in den oberen Ebenen von Terminal 1 und 2. Diese können etwa im Terminal 1 McDonalds und Marché sowie im Terminal 2 das Mövenpick Restaurant wählen. Dort befinden sich auch zwei Besucherterrassen mit Blick auf das Vorfeld des Hamburg Airports. Des Weiteren gibt es in der Ankunftsebene zahlreiche weitere Angebote wie eine Starbucks Filiale im Terminal 2 und im Terminal 1 im Ankunftsbereich Scoom.

In der unteren Ankunftsebene befindet sich auch ein Edeka, der an 365 Tagen im Jahr von 6 bis 22 Uhr geöffnet ist. In Abflug und Ankunftsebene beider Terminals stehen zudem mehrere Geldautomaten (ATMs) wie etwa der Hamburger Sparkasse (Haspa) zur Verfügung. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, in der Reisebank, ansässig im Ankunftsbereich Terminal 2, Geld zu wechseln. Der Flughafen Hamburg stellt zudem zahlreiche Wasserspender kostenfrei zur Verfügung. In der Ankunftsebene hat zudem der Zoll Terminal 1 und 2 seinen Sitz.

Jobs am Flughafen Hamburg

Am Hamburg Airport sind direkt über 2000 Mitarbeiter beschäftigt, hinzu kommen noch ungefähr 8000 Beschäftigte der Lufthansa Basis, sowie Beschäftigte von Behörden (etwa 600) und Airlines (rund 800). Im sogenannten Non Aviation Bereich sind zudem weitere rund 4000 Personen tätig. Auf dem Jobportal des Hamburg Airports gibt es zudem zahlreiche Stellenangebote in den verschiedensten Bereichen, darunter für Tätigkeiten im operativen Bereich, sowie zahlreiche kaufmännische und verwaltungstechnische Jobs. Dazu bietet der Flughafen Ausbildungsplätze und duale Studiengänge in verschiedenen Tätigkeitsbereichen an.

Zukunft des Hamburg Airport

Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung hat der Flughafen in Fuhlsbüttel damit begonnen, im Terminal 1 Check-In Schalter durch Automaten zu ersetzen. So bieten mittlerweile eine Vielzahl an Airlines ihren Fluggästen Online Check-in beziehungsweise Web Check-in an, sodass insgesamt weniger Schalter benötigt werden. In den letzten Jahren wurde zudem das komplette Vorfeld aufwändig saniert und mit aktueller Technik ausgestattet. Des Weiteren wurde im Süden im Zuge des Ausbaus ein zusätzlicher Satellit mit Gates errichtet, der allerdings wohl vorerst nicht in Betrieb genommen wird. Grund hierfür ist die schon im letzten Jahr gesunkene Nachfrage – eigentlich sollten im Jahr 2020 vierzehn sogenannte Shuttle-Gates auf dem Vorfeld 2 im Süden des Flughafens ihren Betrieb aufnehmen.

Auch im Jahr 2020 wird nicht zuletzt wegen der erhöhten Luftverkehrssteuer und vor allem aufgrund der Coronavirus Sars-CoV-2-Pandemie mit sinkender Nachfrage gerechnet, sodass eine Inbetriebnahme wohl nicht erfolgen wird. Aufgrund der Coronavirus-Krise kam es zu einem fast 100-prozentigen Passagier-Rückgang am Hamburg Airport, wie das Hamburger Abendblatt berichtete. Darüber hinaus hatte der Bund eine Klage gegen die Kapazitätserweiterung des Hamburger Flughafens eingereicht, die mit mangelnder Öffentlichkeitsbeteiligung sowie einer über zwanzig Jahren alten Genehmigung als Grundlage für die Erweiterungsmaßnahmen begründet wurde.

„Gibt es einen zweiten Flughafen in Hamburg?“, fragen sich Nicht-Hamburger und Touristen immer wieder. Ja, in Finkenwerder, an der Elbe. Der Flughafenhafen Hamburg-Finkenwerder wird jedoch ausschließlich vom Flugzeugbauer Airbus genutzt.

Hamburgs Airport zählt zu den sichersten der Welt: In der jüngeren Vergangenheit kommt es kaum zu Zwischenfällen. Fast-Unfälle wie jene Notbremsung einer Easyjet- und Turkish-Airlines-Maschine im April 2019 (Merkur.de bereichtete*) gehören der Seltenheit an. * Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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