Ukraine-Krieg: Massive russische Luftangriffe auf Kiew – Tote und Verletzte

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Von: Jens Kiffmeier, Simon Schröder, Nail Akkoyun, Felix Busjaeger, Christian Stör

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News zum Ukraine-Krieg: Russlands Armee greift die ukrainische Hauptstadt erneut an. Lage an Fronten laut Selenskyj stabil. Der Ticker.

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Update, 7:05 Uhr: Die Zahl der Opfer nach den russischen Angriffen in der Nacht ist weiter gestiegen. Den Behördenangaben zufolge gab es landesweit insgesamt neun Tote und fast 100 Verletzte. Im Zentrum von Kiew waren in der Nacht heftige Explosionen zu hören. Dabei wurden in der Dreimillionenstadt mindestens vier Menschen getötet und 58 weitere verletzt, wie Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram schrieb. 40 von ihnen würden stationär behandelt, darunter zwei Kinder. Mehrere Gebäude wurden demnach beschädigt und gerieten in Brand. Viele Einwohner suchten Zuflucht in U-Bahn-Stationen und Luftschutzkellern. Kurzzeitig kam es auch zu Stromausfällen und Problemen bei der Wasserversorgung. Im Morgengrauen zeugten schwarze Rauchwolken über dem Zentrum von Bränden.

Eine Anwohnerin geht am 2. Juni 2026 vor einem mehrstöckigen Wohnhaus in Kiew, das durch massive russische Raketen- und Drohnenangriffe beschädigt wurde, an zerstörten Autos vorbei.
Russische Raketen- und Drohnenangriffe erschütterten Teile der Ukraine, so auch Kiew. © Roman Pilipey/AFP

Update, 5:50 Uhr: Russland hat in der Nacht außer Kiew auch andere Landesteile der Ukraine attackiert. In der Stadt Dnipro wurden Behördenangaben zufolge mindestens 4 Menschen getötet und 16 weitere verletzt. Davon würden 15 aktuell im Krankenhaus behandelt. In der östlichen Stadt Charkiw wurden dem Bürgermeister zufolge mindestens zehn Menschen verletzt. Russland griff auch Ziele in der Stadt Saporischschja an. Laut der ukrainischen Luftwaffe setzte Moskau bei den Angriffen auch ballistische Raketen und Marschflugkörper ein. 

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Massiver russischer Angriff auf Kiew

Update, 2. Juni, 4:55 Uhr: Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen. Im Zentrum der Dreimillionenstadt waren in der Nacht heftige Explosionen zu hören. Dabei wurde mindestens ein Mensch getötet, 20 weitere wurden verletzt, wie Militärverwalter Tymur Tkatschenko auf der Plattform Telegram schrieb. Mehrere Gebäude wurden demnach beschädigt und gerieten in Brand. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am ⁠Montag vor einem ‌möglichen massiven russischen Angriff gewarnt. Er bezog sich ⁠dabei auf Geheimdienstinformationen.

Ukraine-Krieg aktuell: Lage an Fronten laut Selenskyj stabil

Update, 21:00 Uhr: Die Lage an den Fronten der Ukraine ist nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj stabil. Einen entsprechenden Rapport habe er von Oberkommandeur Olexander Syrskyj bei einer Stabssitzung entgegengenommen, schrieb Selenskyj auf Facebook. „Die ukrainischen Positionen sind stark, und das ist ein Ergebnis, das unser Staat dringend benötigt“, betonte er. Dies werde auf jeden Fall die diplomatischen Bemühungen Kiews um eine friedliche Lösung unterstützen.

Auch der ukrainische Militärblog DeepState, der die Lage an den Fronten akribisch dokumentiert, sah eine weitgehend gefestigte Linie. Den russischen Truppen sei es im Mai lediglich gelungen, 14 Quadratkilometer ukrainisches Territorium zu besetzen - die niedrigste Zahl in den vergangenen drei Jahren. „Der Krieg tritt in eine neue Phase ein, und für den ukrainischen Staat ist es wichtig, die Initiative nicht aus der Hand zu geben“, schrieben die Analysten auf Telegram.

Ukraine-Krieg: Zahl russischer Angriffe mit Langstreckendrohnen erreicht Höchststand

Update, 19:52 Uhr: Die Zahl der von der russischen Armee auf die Ukraine abgefeuerten Langstreckendrohnen hat einer Analyse der Nachrichtenagentur AFP zufolge im Mai einen neuen Höchststand erreicht. Demnach beschoss die russische Armee das Nachbarland im vergangenen Monat mit 8150 Langstreckendrohnen, das sind bis zu 24 Prozent mehr als im April. Außerdem wurden 211 Raketen registriert, was ebenfalls zu den höchsten monatlichen Zahlen gehört. Die Zählung basiert auf den täglichen Meldungen der ukrainischen Luftwaffe.

Im Mai hatte die russische Armee die ukrainische Hauptstadt Kiew mit einem der folgenschwersten Angriffe seit vielen Monaten überzogen. Dabei war eine Rakete in einem Wohngebäude eingeschlagen, dutzende Menschen wurden getötet. Außerdem setzte Russland im Mai eine seiner atomwaffenfähigen Oreschnik-Raketen ein.

Update, 13:25 Uhr: Russland macht eine Treibstoffknappheit auf ‌der Krim infolge ukrainischer Angriffe zu schaffen. Die Behebung dieser Probleme habe ⁠hohe Priorität, teilte nun das Präsidialamt in Moskau mit. Man arbeite an einer Lösung. Zuvor hatten die Behörden auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel den Verkauf von Kraftstoffen offiziell eingeschränkt. Grund dafür ist ein Versorgungsengpass nach verstärkten ukrainischen Angriffen auf Logistikrouten und Energieanlagen. ​

Ukraine-Krieg aktuell: „Piraterie“ – Kreml reagiert auf Festsetzung von Öltanker

Update, 12:10 Uhr: Der Kreml hat die Festsetzung des Öltankers „Tagor“ durch Frankreich als illegal bezeichnet. Das Vorgehen grenze an Piraterie, erklärte das Präsidialamt in ⁠Moskau laut Reuters. Russland werde als Reaktion auf den Vorfall Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit von Seefracht ​zu gewährleisten, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Der Tanker ‌ist französischen Angaben zufolge mit internationalen Sanktionen belegt.

Update, 11:25 Uhr: Die Ukraine hat über die vergangenen Wochen ausdauernd russische Öl-Infrastruktur angegriffen. Was Donald Trump damit zu tun hat und wie erfahrene ukrainische Offiziere auf die Lage im Krieg blicken, hat der Investigativ-Journalist Bojan Pancevski unserer Redaktion im Interview erklärt.

Ukraine-Krieg aktuell: Zahlreiche Verletzte nach russischen Angriffen

Update, 10:45 Uhr: Bei russischen Angriffen sind erneut rund ein Dutzend Menschen in der Ukraine verletzt worden. In Charkiw habe es auch Einschläge in zwei Wohnblocks gegeben, teilte Gouverneur Oleh Synjehubow mit. Dabei seien in Charkiw zwei Personen verletzt worden, eine weitere Frau habe es in der Kleinstadt Bohoduchiw getroffen, schrieb er auf Telegram.

Drei Verletzte gab es in der Nacht auch im südukrainischen Cherson. Das russische Militär beschoss die Stadt mit Artillerie. Nach Angaben der Stadtverwaltung schlug ein Geschoss gegen 1:30 Uhr Ortszeit (0:30 Uhr MESZ) in einem Wohnhaus ein. Vier weitere Verletzte gab es in der Region Dnipropetrowsk. Eine 54-Jährige schwebe in Lebensgefahr, teilte der Gouverneur Olexander Hanscha am Morgen mit. Zum Zeitpunkt der Angriffe machte er keine Angaben.

Ukraine-Krieg aktuell: Frankreich stoppt Öltanker aus Russland im Atlantik

Update, 9:45 Uhr: Frankreichs Marine hat einen aus Russland kommenden Öltanker im Atlantik angehalten und überprüft. „Es ist inakzeptabel, dass Schiffe internationale Sanktionen umgehen, das Seevölkerrecht verletzen und den Krieg, den Russland seit mehr als vier Jahren gegen die Ukraine führt, finanzieren“, schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dazu auf X. Der Einsatz an der „Tagor“ erfolgte Macron zufolge in der Hochsee des Atlantiks. Der französischen Verteidigungsministerin Catherine Vautrin zufolge ist das am Sonntag angehaltene Schiff Teil der russischen Schattenflotte.

Verluste für Russland im Ukraine-Krieg

Update, 8:45 Uhr: Russland hat im Ukraine-Krieg seit Beginn der Angriffe am 24. Februar 2022 insgesamt mehr als 1,36 Millionen Soldaten verloren. Das meldete der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte – allein am vergangenen Tag seien 1410 Gefallene und Verwundete hinzugekommen. Neben den Personalverlusten verzeichnet Kiew auch massive russische Einbußen an Kriegsgerät: Demnach wurden bislang fast 12.000 Panzer sowie mehr als 320.000 Drohnen zerstört. Die Daten lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

  • Soldaten: 1.365.470 (+1410 zum Vortag)
  • Panzer: 11.966 (+4)
  • Artilleriesysteme: 43.037 (+50)
  • Mehrfach-Raketenwerfer: 1820 (+1)
  • Drohnen: 322.179 (+1852)

Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj wirbt für Friedensgespräche und Drohnen-Partnerschaft

Update, 7:05 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich in einem US-Fernsehinterview für Friedensgespräche mit Russland ⁠vor ‌dem Winter ausgesprochen. In dem am Sonntag ausgestrahlten Gespräch mit dem Sender CBS warb Selenskyj um ‌die Unterstützung des US-Publikums und verwies auf eine verbesserte strategische Lage der Ukraine.

Update, 1. Juni, 5:50 Uhr: Der Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, hat sich ⁠hinter ‌den Vorschlag von Bundeskanzler Friedrich Merz für einen EU-Sonderstatus ‌der Ukraine gestellt. Dies sei ein kreativer und guter Vorstoß, sagte ⁠der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht vom Montag zufolge. Die Ukraine werde mit ihrer erfahrenen Armee und Verteidigungstechnik ein echter Sicherheitsgewinn für Europa sein. „Wir können unsere Ostflanke dauerhaft gemeinsam sichern“, erklärte Weber.

Ukraine-Krieg aktuell: Drohne war laut Rumäniens Staatschef zweifelsfrei russisch

Update, 21:03 Uhr: Rumänien hat die russische Herkunft der nahe der rumänisch-ukrainischen Grenze in ein Wohnhaus eingeschlagenen Drohne bestätigt. Es handele sich um eine russische Drohne vom Typ Geran-2, die am Donnerstagabend in der Stadt Galati eingeschlagen sei, erklärte Rumäniens Präsident Nicusor Dan am Sonntag auf X. Dies sei die „eindeutige Schlussfolgerung“ von Bukarests „Expertenbericht“. Das umfassende technische Gutachten belege die „alleinige Verantwortung“ Moskaus.

Durch den Drohnen-Einschlag in der Nacht zum Freitag waren in der rumänischen Stadt Galati nahe der Grenze zur Ukraine ein 14-Jähriger und eine 53 Jahre alte Frau verletzt und ein Feuer ausgelöst worden. Die russische Botschaft in Bukarest beschuldigte dagegen die Ukraine, eine Provokation inszeniert zu haben. Russlands Präsident Wladimir Putin betonte am Freitag, dass die Herkunft der Drohne noch unklar sei.

Selenskyj ruft Russland zu Verhandlungen auf

Update, 19:05 Uhr: Russland verliert im Ukraine-Krieg die Initiative auf dem Schlachtfeld und eröffnet damit nach den Worten von Wolodymyr Selenskyj den Weg zu einer diplomatischen Lösung des Konflikts. Seit Ende Dezember des Vorjahres gerate die russische Armee immer mehr in die Rückhand bei hohen Verlusten an Soldaten, erklärte der ukrainische Präsident in einem Interview des Senders CBS News. Russland könne nicht mehr Territorium besetzen als die Ukraine zurückerobere.

„Daher denke ich, dass wir einen diplomatischen Weg finden müssen – hinsetzen und verhandeln – bis Anbruch des nächsten Winters“, sagte Selenskyj. Allerdings sei dazu innerer Druck auf Kremlchef Wladimir Putin ebenso nötig wie mehr Sanktionsdruck durch die USA und Europa. Auch Europa müsse mit am Verhandlungstisch sitzen, möglicherweise in einem Dreierformat von Großbritannien, Frankreich und Deutschland.

Ukraine-Krieg: Russischer Drohnenangriff auf Kurierunternehmen

Update, 18:00 Uhr: In der Ukraine brannte nach einem russischen Angriff ein Gebäude des privaten Kurierunternehmens Nowa Poschta nieder. Der Konzern teilte mit, das Gebäude in Dnipro sei von einer Drohne getroffen worden.

„Diese Angriffe müssen aufhören“, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und veröffentlichte Bilder von dem Brand bei dem Kurierunternehmen. Er forderte „ausreichende Unterstützung“ für die Verteidigung der Ukraine und „weiteren Druck auf Russland“. Vor wenigen Tagen hatte Selenskyj die USA um mehr Munition für das US-Luftabwehrsystem Patriot zur Verteidigung gegen russische Raketenangriffe gebeten.

Ukraine attackiert Russlands Raffinerien

Erstmeldung: Nach ukrainischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur in zwei Regionen Russlands sind nach Behördenangaben vor Ort Brände ausgebrochen. Die ukrainische Armee erklärte am Sonntag, sie habe ein Öllager in der südrussischen Region Rostow angegriffen. Die Behörden in der Stadt Matwejew-Kurgan riefen nach einem Drohnenangriff den Notstand aus. Bürgermeisterin Dina Alborowa erklärte, das Feuer lodere auf 3600 Quadratmetern; Wohnhäuser und Geschäfte seien betroffen.

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