Neuzulassungen im September: Elektroautos erreichen Rekordanteil

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Von: Stefan Wimmelbücker

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Der deutsche Automarkt ist im September gewachsen. E-Autos erreichen einen Rekord-Marktanteil, chinesische Hersteller gewinnen weiter an Boden.

Der deutsche Neuwagenmarkt hat im September deutlich zugelegt. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) wurden 256.774 Pkw neu zugelassen, 9,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Besonders kräftig entwickelte sich die Nachfrage von Privatkunden: Ihre Neuzulassungen stiegen um 28,5 Prozent, während die gewerblichen Zulassungen um 1,2 Prozent zurückgingen.

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Treiber des Wachstums waren vor allem Elektroautos: Im September kamen 88.599 reine Batterieautos (BEV) neu auf die Straße – 94,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ihr Marktanteil stieg von 19,3 auf 34,5 Prozent und erreichte damit einen Höchstwert.

BYD Dolphin
BYD Dolphin: Die chinesischen Hersteller profitieren stark vom Elektroboom in Deutschland. © BYD

Deutlich schwächer entwickelten sich Plug-in-Hybride. Mit 27.861 Neuzulassungen stagnierten sie auf Vorjahresniveau. Ihr Marktanteil sank auf 10,8 Prozent. Insgesamt war damit fast jeder zweite im September neu zugelassene Pkw extern aufladbar.

Elektroprämie treibt Privatmarkt

Die Unternehmensberatung EY führt den starken Anstieg bei Elektroautos vor allem auf die staatliche Förderung zurück. Dafür spreche auch, dass das Wachstum insbesondere von Privatkunden getragen werde, die von der Förderung profitieren.

„Die Elektro-Prämie wirkt, und zwar kräftig. Aber dieser Boom ist teuer erkauft, nämlich mit Steuergeld“, sagt Constantin Gall, Leiter des weltweiten Bereichs Aerospace, Defence and Mobility bei EY. Die hohe Nachfrage halte möglicherweise nur so lange an, wie die Förderung fließe. Nach einem Auslaufen drohe erneut ein Rückgang der Zulassungen.

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) wertet die Entwicklung positiver. „Die Elektromobilität hat dabei mit einem Anteil von 34,5 Prozent einen neuen Höchststand erreicht“, sagt VDIK-Präsidentin Imelda Labbé. Besonders erfreulich sei, dass die Entwicklung zunehmend von Privatkunden getragen werde.

E-Auto-Anteil liegt bei 27,2 Prozent

Seit Jahresbeginn wurden in Deutschland 604.144 reine Elektroautos neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von 58,1 Prozent. Der BEV-Anteil am Gesamtmarkt erreichte in den ersten neun Monaten 27,2 Prozent, im dritten Quartal waren es bereits 32,0 Prozent.

Insgesamt wurden in Deutschland von Januar bis September 2,22 Millionen Pkw neu zugelassen, 5,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das dritte Quartal lag 4,2 Prozent über dem Vorjahreswert.

Verbrenner verlieren deutlich

Während Elektroautos boomen, verlieren klassische Verbrenner deutlich. Im September wurden 44.632 Benziner neu zugelassen, 29,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Bei Diesel-Pkw sank die Zahl um 20,1 Prozent auf 23.058 Fahrzeuge. Zusammen gingen die Neuzulassungen von Benzinern und Dieselfahrzeugen nach Berechnungen von EY um 26 Prozent zurück.

Auch bei den Herstellern verschieben sich die Kräfteverhältnisse. Nach Berechnungen von EY sank der Marktanteil der deutschen Konzerne gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,8 Prozentpunkte auf 54,0 Prozent. Ihre Neuzulassungen legten lediglich um 0,2 Prozent zu und entwickelten sich damit deutlich schwächer als der Gesamtmarkt.

Chinesische Hersteller profitieren

Davon profitieren insbesondere chinesische Hersteller: Laut EY steigerten sie ihre Neuzulassungen im September um 80 Prozent. Ihr Marktanteil erreichte mit 8,4 Prozent einen neuen Höchstwert. Vor allem im Einstiegs- und Volumensegment würden chinesische Anbieter Lücken im Angebot der etablierten Hersteller nutzen, sagte Gall.

Zu den Gewinnern zählte im September BYD mit einem Zulassungsplus von 85,6 Prozent. MG Roewe legte um 60,8 Prozent zu. Besonders stark wuchs allerdings Tesla: Die Neuzulassungen des US-Herstellers stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 268,7 Prozent, der Marktanteil erreichte 4,9 Prozent.

EY erwartet Comeback der deutschen Autobauer

Bei den deutschen Marken zeigte sich ein gemischtes Bild. Mercedes legte um 6,2 Prozent zu, Opel um 6,0 Prozent und Audi um 4,0 Prozent. Dagegen verzeichneten VW mit minus 6,1 Prozent, BMW mit minus 2,4 Prozent und Ford mit minus 13,4 Prozent Rückgänge. VW blieb mit einem Marktanteil von 16,5 Prozent dennoch die mit Abstand stärkste deutsche Marke.

EY erwartet, dass die deutschen Hersteller in den kommenden Monaten stärker vom Elektroboom profitieren könnten. Neue elektrische Einstiegsmodelle sollen ihnen helfen, verlorene Marktanteile zurückzugewinnen. Zugleich warnt die Beratung vor einer zu großen Abhängigkeit von der Förderung. Neben der Elektroprämie gebe es angesichts der schwachen Konjunktur derzeit kaum Impulse für den Neuwagenmarkt.

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