Tesla dominiert Europas Automarkt im September
Uns auf Google folgenDie Tesla-Modelle Y und 3 führten die Bestsellerliste an. VW und BMW konnten nicht mit dem Marktwachstum Schritt halten.
Die europäischen Neuwagenverkäufe sind im September im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent gestiegen. Dazu trugen ein weiterer Rekordmonat für chinesische Hersteller sowie ein Anstieg der Neuzulassungen batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) um 60 Prozent bei. Das geht aus vorläufigen Daten des Marktforschungsunternehmens Dataforce hervor.
Content-Partnerschaft
Dieser Artikel stammt von Automobilwoche, dem Fachmedium für Entscheider der Autobranche, und erscheint bei IPPEN.MEDIA im Rahmen einer Content-Kooperation.
Früher wissen, was die Branche bewegt: Jetzt einen der kostenlosen Newsletter abonnieren.
Exklusive Analysen, Hintergründe und Personalien lesen Sie mit dem Automobilwoche-Abo.
Folgen Sie Automobilwoche auf LinkedIn oder hören Sie den Podcast „Zur Sache“ auf Spotify
Die Dataforce-Zahlen decken 98 Prozent der Neuwagenverkäufe in der EU, Großbritannien, Island, Norwegen und der Schweiz ab. Nach den ersten neun Monaten des Jahres liegt der Markt insgesamt 6,1 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Rekordmonat für Tesla
Die BEV-Verkäufe stiegen seit Jahresbeginn um 42 Prozent. Gründe dafür dürften höhere Kraftstoffpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten, attraktive Förderprogramme in den großen Märkten Frankreich, Deutschland und Italien sowie ein breiteres Angebot erschwinglicher Modelle sein. Der Marktanteil von Elektroautos erreichte im September mit 30 Prozent einen neuen Rekord und lag damit einen Prozentpunkt über dem August-Wert.
Tesla verzeichnete in Europa den besten Verkaufsmonat seiner Geschichte. Getrieben wurde das Wachstum von der hohen Nachfrage nach Elektroautos sowie dem üblichen Endspurt zum Quartalsende. Die Verkäufe stiegen um 71 Prozent. Das Model 3 legte um 106 Prozent auf 25.057 Einheiten zu und lag damit in der Gesamtwertung nur hinter dem Model Y. Die Verkäufe des Model Y stiegen um 55 Prozent, mit 40.971 Einheiten führt es das Ranking an.
Dahinter platzierten sich VW Golf (18.088), Dacia Sandero (17.547) und VW Tiguan (16.457). Für Aufmerksamkeit sorgte zudem der Jaecoo 7: Mit 15.470 Zulassungen schaffte das chinesische SUV den Sprung in die europäischen Top Ten.
Chinesische Marken legen um 104 Prozent zu
Die Verkäufe chinesischer Marken erreichten insgesamt im September erneut Rekordwerte. Sie stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 104 Prozent. Der Marktanteil lag mit 14,5 Prozent so hoch wie nie zuvor. Seit Jahresbeginn haben sich die Verkäufe chinesischer Fahrzeuge um 102 Prozent erhöht, der Marktanteil insgesamt beträgt nun 10,5 Prozent.
Das Wachstum chinesischer Hersteller fällt in eine Zeit, in der europäische Gesetzgeber über Maßnahmen diskutieren, um deren Expansion zu begrenzen. Dazu gehört unter anderem der „Industrial Accelerator Act“, der Förderungen für Elektrofahrzeuge stärker an lokale Wertschöpfung und Produktion innerhalb der EU koppeln soll.
Bereits Anfang Oktober hatten europäische und chinesische Handelsvertreter einen Vorschlag vereinbart, die Importe von Plug-in-Hybriden und Vollhybriden aus China um mehr als die Hälfte zu reduzieren.
Chinesische Hersteller dominieren das Wachstum
Die am schnellsten wachsenden Hersteller im September kamen allesamt aus China. Leapmotor steigerte seine Verkäufe um 324 Prozent auf 14.382 Fahrzeuge und belegte damit Rang fünf unter den chinesischen Marken. Chery legte um 263 Prozent zu, Xpeng um 229 Prozent, die Geely-Gruppe um 151 Prozent, BYD um 102 Prozent und SAIC, die Muttergesellschaft von MG, um 21 Prozent.
Bei den nicht-chinesischen Herstellern mit relevantem Absatzvolumen konnten nur Tata (plus 35 Prozent dank starker Land-Rover-Verkäufe) und Mazda (plus 24 Prozent) den Gesamtmarkt deutlich übertreffen. Dahinter folgte Stellantis mit einem Absatzplus von 5,1 Prozent. Wachstumstreiber waren hier erneut Fiat und Citroën, während Peugeot und Opel hinter dem Marktwachstum zurückblieben.
Die Mercedes-Benz Group legte um vier Prozent zu, hier gehörte insbesondere der GLC zu den Gewinnern des Monats. Mit 16.317 Neuzulassungen belegte das Modell europaweit Rang sechs. Suzuki wuchs um 2,9 Prozent und Toyota um 1,1 Prozent. Die Verkäufe von Honda und der BMW Group bewegten sich dagegen auf Vorjahresniveau. Die Münchner blieben nur dank einer stabilen Nachfrage nach ihren Kernbaureihen konstant, konnten jedoch nicht vom Marktwachstum profitieren.
Ford, Nissan und Volkswagen im Minus
Zu den Verlierern des Monats zählten Ford mit einem Rückgang von 18 Prozent, Nissan mit minus 14 Prozent, der Volkswagen-Konzern mit minus 2,8 Prozent, Hyundai-Kia mit minus 2,7 Prozent sowie die Renault Group mit minus 0,8 Prozent.
Volkswagen bekam vor allem die Schwäche wichtiger Volumenmodelle der Kernmarke VW zu spüren. Die Zulassungen des T‑Roc sanken von 18.446 auf 14.908 Fahrzeuge, beim Tiguan von 17.743 auf 16.457 und beim Passat von 6049 auf 4553 Einheiten. Auch die Elektrobaureihen ID.3 und ID.7 lagen unter ihren Vorjahreswerten.
Insgesamt gingen die VW-Verkäufe von 124.770 Einheiten im September 2025 auf 118.816 Fahrzeuge zurück. Auch Audi, Seat und Porsche lagen unter den Vorjahreswerten. Die Zuwächse bei Škoda und Cupra konnten diesen Rückgang nicht ausgleichen.
Während die Verkäufe von Elektroautos kräftig zulegten, setzte sich der Rückgang bei Fahrzeugen ohne Hochvolt-Elektrifizierung fort. Die Verkäufe von Benzinern ohne Hybridantrieb, einschließlich 48-Volt-Mildhybriden, gingen um zehn Prozent zurück. Ihr Marktanteil sank auf 35 Prozent. Die Dieselverkäufe fielen sogar um 19 Prozent auf einen Marktanteil von 7,1 Prozent.
Plug-in-Hybride legten dagegen um 25 Prozent zu und erreichten einen Marktanteil von zwölf Prozent. Die Verkäufe von Vollhybriden stiegen um 9,3 Prozent auf einen Anteil von 13,4 Prozent. (von Peter Sigal und Miach Gebhardt)