Steigende Zahlen: Gefährlicher Parasit breitet sich in diesem Land weiter aus
Uns auf Google folgenDie Amöbe Naegleria fowleri tötet fast alle, die sie infiziert. Der Parasit forderte bereits 18 Todesopfer. Nun breitet er sich weiter aus.
Neu Delhi – Eine Krankheit mit einer Sterblichkeitsrate von 97 Prozent versetzt den südindischen Bundesstaat Kerala in Angst und Schrecken. Laut Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC sind Infektionen mit Naegleria fowleri zwar selten, aber meist tödlich. Von den 164 Personen, die sich zwischen 1962 und 2023 in den USA infiziert hatten, haben nur vier (2,4 Prozent) überlebt
Die gefährliche Amöbe Naegleria fowleri hat in der indischen Region im Jahr 2025 bereits 67 Menschen infiziert, 18 von ihnen sind bisher an den Folgen verstorben. Der winzige Parasit lauert in warmen, stehenden Gewässern und dringt etwa beim Schwimmen durch die Nase in das Gehirn ein.

Dort verursacht er schwere Zerstörungen und führt zu einer Primären Amöben-Meningoenzephalitis (PAM). Das Nachrichtenportal India Today meldete die aktualisierten Zahlen der indischen Gesundheitsbehörden, die eine dramatische Steigerung der Fälle zeigen. Am stärksten heimgesucht werden demnach die Bezirke Kozhikode, Malappuram und Wayanad im Südwesten Indiens.
Rasanter Krankheitsverlauf: Amöbe Naegleria fowleri fordert Todesopfer in Indien
Allein im September verloren sieben Menschen ihr Leben durch die Erkrankung, darunter ein drei Monate altes Baby und eine 56-jährige Frau. Sie wurde im Kozhikode Medical College Hospital behandelt, konnte aber nicht gerettet werden, wie die Nachrichtenseite The Hindu berichtet.
Die erschreckende Todesrate erklärt sich durch den rasanten Krankheitsverlauf. Erste Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit werden oft mit harmlosen Erkrankungen verwechselt. Doch schnell verschlechtert sich der Zustand der Patienten dramatisch – Gedächtnisprobleme, Krampfanfälle und schwere Hirnschäden folgen.
Naegleria fowleri – Immer mehr Fälle: Keim breitet sich durch hohe Temperaturen weiter aus
Fachleute sehen einen Zusammenhang zwischen der steigenden Zahl der Fälle und dem Klimawandel. TS Anish vom Kerala One Health Centre erklärt: „Aufgrund des Anstiegs der Atmosphärentemperatur haben Mikroorganismen wie die Amöbe Naegleria fowleri in den letzten zehn Jahren eine Prominenz in der Umwelt erhalten.“ Die warmen Temperaturen schaffen ideale Bedingungen für die Vermehrung der tödlichen Parasiten.
Keralas Gesundheitsministerin Veena George warnt eindringlich: „Wir müssen eine starke Verteidigung gegen die Amöben-Meningoenzephalitis aufbauen. Wir müssen sicherstellen, dass wir unser Gesicht nicht waschen oder in stehendem oder verschmutztem Wasser baden.“ Die Regierung hat laut India Today bereits reagiert und lässt Badeseen mit Chlor behandeln.
Indien schließt Schwimmbäder wegen Parasiten: Bisher schwerster Ausbruch
Aktuell werden noch elf Patienten im Kozhikode Medical College Hospital behandelt, mindestens einer davon in kritischem Zustand. Die Behörden haben Schwimmbäder geschlossen und Wasserproben zur Untersuchung entnommen. Nach OE24 handelt es sich um den bisher schwersten Ausbruch der seltenen Krankheit in der Region Indiens.
Auch in Europa breiten sich immer häufiger exotische Krankheiten aus: In der italienischen Region Latium sind die ersten endemischen Fälle des West-Nil-Virus aufgetreten. Zwei 70-jährige Patienten wurden positiv auf das sogenannte „Nil-Fieber“ getestet.