„Noch nie erlebt“: Ganze Skandinavien-Touristengruppe mit Vergiftung in der Notaufnahme

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Von: Nadja Katz

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Für acht asiatische Touristen wurde die Pilzsuche in Schweden zum Notfall. Sie mussten wegen Vergiftungserscheinungen gleichzeitig in die Notaufnahme.

Kiruna – Ein Ausflug in die nordschwedische Wildnis wurde für acht chinesische Touristen zum Albtraum. Was als entspannte Pilzsuche in den Wäldern zum Start der Pilz-Saison begann, endete auf der Intensivstation. Die Reisegruppe hatte giftige Pilze gesammelt und gegessen. Die Folgen waren dramatisch.

Eine Hand hält einen Pilz. (Symbolbild)
Acht Touristen mit Pilzvergiftung suchten gleichzeitig die Notaufnahme eines Krankenhauses in Schweden auf. © IMAGO/Dreamstime

Das Krankenhaus im kleinen Ort Kiruna, das ganz im Norden von Schweden liegt, musste in der letzten August-Woche in den Krisenmodus wechseln. Acht ausländische Touristen suchten gleichzeitig die Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses auf und alle kamen mit denselben Vergiftungssymptomen dort an.

„Es ist sehr ungewöhnlich, dass wir so eine große Gruppe bekommen, die von einer Pilzvergiftung betroffen ist. Ich habe so etwas noch nie erlebt“, sagt Helena Fredriksson Ågren, Leiterin der Notaufnahme in Kiruna.

Krankenhaus in Schweden nimmt acht Fälle von Pilzvergiftungen auf: „Habe so etwas noch nie erlebt“

Die kleine Klinik stieß schnell an ihre Grenzen. Mit seinen wenigen Betten konnte das auf Notfälle spezialisierte Krankenhaus die Patienten nicht alle versorgen. „Das Krankenhaus Kiruna hat 18 Pflegeplätze und ist auf Notfallmedizin ausgerichtet, daher erkannten wir ziemlich schnell, dass wir mit dem Rest des Landkreises zusammenarbeiten müssen, um dies zu bewältigen“, erklärt Fredriksson Ågren gegenüber dem schwedischen Nachrichtenportal Aftonbladet.

Welche Pilzart die Touristen vergiftet hat, ist laut dem Sender Sveriges Radio noch unklar. Die Ärzte konzentrierten sich zunächst auf die Behandlung der akuten Symptome der Pilzvergiftung. Dass die Patienten kein Schwedisch sprachen, erschwerte die Kommunikation zusätzlich, berichtet der Sender weiter.

Etwa zehn Pilzarten in Schweden können bei Verzehr lebensbedrohliche Schäden verursachen. In der Region um Kiruna kommen unter anderem der Weiße Knollenblätterpilz und der Gifthäubling vor – beide enthalten gefährliche Amatoxine, die die Leber angreifen. Und bei beiden besteht Verwechslungsgefahr mit essbaren Pilzen.

Vergiftungen durch Pilze in Schweden: „Kein Verdacht“ auf Risiko für Allgemeinheit

Am Tag nach dem Vorfall standen noch immer vier Autos mit chinesischen Kennzeichen vor dem Krankenhaus in Kiruna – stumme Zeugen des dramatischen Geschehens. Die Patienten selbst wurden mittlerweile in andere Kliniken in der Region verlegt, um eine bessere Versorgung zu gewährleisten.

Die Behörden gaben jedoch Entwarnung für die breite Öffentlichkeit. „Es gibt keinen Verdacht, dass Personen aus der Allgemeinheit betroffen oder irgendeinem Risiko ausgesetzt wären“, betont Fredriksson Ågren gegenüber dem schwedischen Nachrichtenportal SVT Nyheter. Die Situation betreffe nur die bekannte Patientengruppe.

Der Vorfall zeigt einmal mehr: Pilze sammeln will gelernt sein. Experten raten dringend davon ab, unbekannte Pilzarten zu verzehren, besonders Pilze mit weißen oder braunen Lamellen sollten von unerfahrenen Sammlern wegen der Verwechslungsgefahr mit Giftpilzen gemieden werden. (nana)

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