Kubicki gelingt in Umfrage die FDP-Wende – nur eine Koalition könnte ohne AfD regieren

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Neue Umfrage-Niederlage für Schwarz-Rot mit Kanzler Merz – nur eine Koalition könnte rein rechnerisch in Zukunft ohne die AfD regieren.

Politischer Realitätscheck des Sommers 2026: Die schwarz-rote Koalition unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) taumelt, die AfD thront stoisch bei 28 Prozent, die FDP berappelt sich scheinbar ein wenig – und laut einer aktuellen Umfrage rückt in Berlin eine neue mathematische Rechnung näher: eine Kenia-Koalition.

FDP-Chef Wolfgang Kubicki bei der Landesvertreterversammlung der FDP Schleswig-Holstein (13. Juni 2026)
Im Umfrage-Aufschwung: Die FDP mit Chef Wolfgang Kubicki © Georg Wendt/dpa

INSA-„Sonntagstrend“: FDP erstmals seit Januar 2025 wieder über fünf Prozent

Im aktuellen INSA-Sonntagstrend für die Bild am Sonntag verzeichnet die FDP einen Zuwachs und klettert um einen Prozentpunkt auf fünf Prozent. Damit würden die Liberalen erstmals seit Januar 2025 wieder den Einzug in den Bundestag schaffen. An der Spitze des Parteienrankings bleibt die AfD unverändert bei 28 Prozent.

Die CDU/CSU hält sich stabil bei 21 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 14 Prozent und der SPD mit 12 Prozent. Die Linke kommt auf 11 Prozent, während das BSW mit vier Prozent den parlamentarischen Einzug verfehlen würde. Sonstige Parteien vereinen fünf Prozent der Stimmen auf sich. Für die Erhebung befragte das Institut INSA zwischen dem 27. und 31. Juli 2026 insgesamt 1.201 Personen (Fehlertoleranz bis zu +/- 2,9 Prozentpunkte).

Neuer INSA-„Sonntagstrend“: Plötzlich wird Kenia-Koalition zur Option

Angesichts der schwachen Umfragewerte verfehlt Schwarz-Rot mit zusammen nur 33 Prozent der Stimmen eine eigene parlamentarische Mehrheit deutlich. Da eine Zusammenarbeit mit der AfD für die etablierten Parteien in der Regel ausgeschlossen wird, rückt rechnerisch eine sogenannte Kenia-Koalition in den Fokus. Ein Dreierbündnis aus Union (Schwarz), SPD (Rot) und Grünen (Grün) käme gemeinsam auf 47 Prozent der Stimmen.

Weil das BSW und die sonstigen Parteien (zusammen 9 Prozent) an der Sperrklausel scheitern würden, reichte dieses Ergebnis für eine absolute Sitzmehrheit im Bundestag sicher aus (47 von 91 berücksichtigten Prozentpunkten). Ein solches Bündnis könnte zwar die nötige parlamentarische Stabilität bringen, stünde aber vor der Herausforderung, die massiven inhaltlichen Differenzen der drei Parteien – insbesondere bei den von den Bürgern geforderten Reformen in der Wirtschafts- und Migrationspolitik – zu überbrücken.

Umfrage: 65 Prozent glauben nicht mehr an Reformen der Merz-Regierung

Die verbesserten Umfragewerte der FDP stehen im Kontrast zu einer spürbaren Skepsis der Bevölkerung gegenüber der aktuellen Bundesregierung. Nach einer separaten INSA-Erhebung vom 30. und 31. Juli mit 1.002 Befragten erwarten 65 Prozent der Bürgerinnen und Bürger nicht mehr, dass die Schwarz-Rot-Koalition in diesem Jahr wesentliche Reformen auf den Weg bringen wird. Lediglich 25 Prozent trauen der Regierung dies noch zu.

Die Stimmung ist auch mit Blick auf die politische Stabilität verhalten. Nach dem Kabinettsumbau durch Bundeskanzler Friedrich Merz – der nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionschef drei Ministerposten neu besetzte – glauben 57 Prozent der Befragten nicht, dass die Regierung bis zum regulären Ende der Wahlperiode im Jahr 2029 im Amt bleiben wird. Lediglich 29 Prozent gehen von einem Fortbestand bis zum regulären Ende aus.

Insa-„Sonntagstrend“: Rente, Wirtschaft, Gesundheit im Fokus der Bürger

Die Umfragedaten verdeutlichen, in welchen Bereichen die Bevölkerung die größten Defizite verortet. Jeweils knapp zwei Drittel der Befragten sehen einen besonders großen Handlungsbedarf bei den Themen Rente, Wirtschaft und Gesundheit. Darüber hinaus sieht gut jeder Zweite akuten Reformbedarf bei der Inneren Sicherheit und der Migrationspolitik. (Quellen: Bild, dpa, vorherige Berichterstattung) (frs)

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