Das einzige erhaltene Badhaus für Mönche befindet sich in einer Stadt in der Nähe von Ulm
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Der moderne Mensch geht heutzutage Wellness-Urlaub machen und zahlt dafür mitunter tausende Euro. Die Mönche des Mittelalters hatten auch schon ihre Wellness-Oasen - nur hießen diese dann Badhaus. Das letzte erhaltene Gebäude dieser Art findet sich in einer Stadt bei Ulm am Rande der Schwäbischen Alb.
Blaubeuren - Wenn schon die Blautopfstadt angesichts des Totalumbaus ihrer bekanntesten Touristenattraktion für vier Jahre auf die stets zu erwartenden Touristenströme verzichten muss, müssen eben andere attraktive Sehenswürdigkeiten her. Glücklicherweise gibt es in Blaubeuren noch so einiges mehr, das einen Besuch lohnt. Etwa das Urgeschichtliche Museum, wo zum Beispiel mit der „Venus vom Hohle Fels“ die älteste Darstellung des menschlichen Körpers ausgestellt ist. Oder man besucht eben eines der zahlreichen anderen spannenden Museen im Alb-Donau-Kreis, in dem auch Blaubeuren liegt.
Wen es aber doch in die fast 13.000-Einwohner-Stadt zieht, dem sei neben dem Besuch eben des Urgeschichtlichen Museums und der beeindruckenden Klosteranlage (der Klosterhof liegt übrigens nur wenige Meter vom Blautopf entfernt) samt Klosterkirche in erster Linie auch ein Abstecher ins einstige Badhaus der Mönche des Klosters empfohlen. Es ist nämlich in Deutschland das einzig erhaltene seiner Art. Somit ist es auch ein kulturgeschichtliches Juwel.
Das Badehaus der Mönche in Blaubeuren ist ein kulturgeschichtliches Juwel
Erbaut wurde das Haus im Jahr 1510 und diente dabei zwei Aufgaben: Einerseits war im Erdgeschoss die Badestube der Mönche untergebracht. Andererseits konnten im ersten Stock adlige Gäste untergebracht werden. Der Bereich, in dem das heiße Wasser für die Körperpflege der Mönche bereitet und anschließend in große Holzbottiche geschöpft wurde, ist auch heute noch gut erkennbar.
Die kulturhistorisch wertvollen Räume beheimaten heute das Blaubeurer Heimatmuseum. Und auch das ist eine Besonderheit, weil sich hierdurch ein einzigartiger Ausstellungsrahmen für Zeugnisse aus der Blaubeurer Stadtgeschichte bietet und gleichzeitig die mittelalterlichen Seccomalereien im Festsaal absolut sehenswert sind. Insbesondere wird hier die facettenreiche Vergangenheit Blaubeurens zwischen klösterlichem und reformatorischem Einfluss beleuchtet.
Der Baderaum war mit einem Netzgewölbe ausgestattet
Im Erdgeschoss befanden sich im ausgehenden Mittelalter der Heizraum, die Heißwasserbereitung und der mit einem Netzgewölbe ausgestattete Baderaum. Heute sind hier auch Zeugnisse und Darstellungen zur Stadtgeschichte sowie die Sammlungen mit Fossilien und mit Wasseralfinger Ofenplatten untergebracht.
Im darüberliegenden Stockwerk befinden sich ein Repräsentationsraum mit Fresken im Renaissance-Stil, Mobiliar aus dem Zeitalter der Renaissance, des Barock und Biedermeier, eine elfteilige Bildfolge mit protestantischen Psalm-Allegorien aus dem 17. Jahrhundert sowie Zeugnisse oberschwäbischer Volksfrömmigkeit. Das Dachgeschoss des Heimatmuseums Blaubeuren zeigt bäuerliches Arbeits- und Handwerksgerät.