Dieses Wissensmuseum in einer Großstadt in Baden-Württemberg ist einzigartig in Deutschland
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Ein ganz und gar außergewöhnliches Museum hat seine Heimat in der Münsterstadt Ulm gefunden. Bereits 1955 von einem örtlichen Unternehmer gegründet, stellt das Wissensmuseum Brot und Kunst - Forum Welternährung die Bedeutung von Getreide, Brot und Kultur in den Mittelpunkt.
Ulm - Getreide, Brot, Kultur und welche Bedeutung diese Themen für die Menschheit haben: Darauf liegt der Fokus im Museum Brot und Kunst - Forum Welternährung, das im Ulmer Salzstadel beheimatet ist. Die zweigeteilte Ausstellung beleuchtet dabei einerseits natur-, technik- und sozialgeschichtliche Aspekte der Brotherstellung sowie das Verständnis von Brot als Sinnbild für Leben in der jüdisch-christlichen Vorstellungswelt. Andererseits setzt sie sich kritisch mit dem Thema des Mangels an Brot bzw. Nahrung in Geschichte und Gegenwart auseinander.
Das Museum setzt sich kritisch mit den Themen Nahrung und Hunger weltweit auseinander
Eine hochrangige Kunstsammlung aus verschiedenen Jahrhunderten (15. bis 21. Jahrhundert) zeigt unter anderem Werke von Chagall, Pechstein und Picasso, aber auch neuere Kunst von zeitgenössischen Malern wie Lüpertz und Jankowski. Dabei wird aufgezeigt, wie tief und vielschichtig das Motiv Brot bzw. Getreide in unserer Kultur verankert ist.
Insgesamt umfasst die Sammlung im Museum Brot und Kunst rund 20.000 Objekte aus verschiedenen Epochen. Gezeigt werden sowohl Gegenstände aus Handwerk und Technik als auch Gemälde, Skulpturen und Objekte, die einen religiösen Zusammenhang haben. Auch Relikte früher Hochkulturen des Mittelmeerraums wie Ägypter, Griechen und Römer sind zu sehen, genauso wie solche der „Reis-Kulturen“ Asiens und der „Mais-Kulturen“ Lateinamerikas. Alle Themen eint der Bezug zum Brot bzw. zur Ernährung.
1955 gegründet mit dem Anliegen, die Bedeutung von Brot für den Menschen zu veranschaulichen
Gegründet wurde das Museum Brot und Kunst 1955 vom Ulmer Unternehmer Willy Eiselen und dessen Sohn Hermann. Es war damals das erste Museum weltweit, das sich mit dem Thema Brot beschäftigte. Die Bedeutung von Brot für den Menschen sollte Mittelpunkt der Ausstellung sein.
Seit 1991 steht das Museum in Trägerschaft der privaten Vater und Sohn Eiselen-Stiftung Ulm. Das Museum ist beheimatet im 1592 erbauten Salzstadt, einem Gebäude aus der Epoche der Renaissance, das bis Anfang des 19. Jahrhunderts als Lagerhaus für Getreide, Salz und andere Güter diente.
Die Zeugnisse und Erinnerungstücke im Museum Brot und Kunst sind sowohl schriftlicher wie auch bildlicher Natur. Sie zeigen auch die oft unsichtbare, aber ständig drohende Gefahr des Hungers in der Menschheitsgeschichte des Menschen. Brot und Hunger sind eng mit dem Leben des Menschen auf dem Planeten Erde verbunden, weshalb das Thema Nahrung für jeden einzelnen Menschen eine globale Herausforderung ist. Deshalb liegt ein Fokus der Ausstellung auch auf der Ernährungssituation in der Welt. Jetzt und heute - und natürlich in der Zukunft.
Adresse: Museum Brot und Kunst, Salzstadelgasse 10, 89073 Ulm
Öffnungszeiten: Montag, 10 bis 15 Uhr, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr, Mittwoch 10 bis 19 Uhr
Übrigens: Die Münsterstadt Ulm hat noch zahlreiche weitere touristische Highlights zu bieten (neben dem Brotmuseum und natürlich dem Münster). Eine Übersicht der Top-10-Sehenswürdigkeiten gibt‘s hier. Als ehemals freie Reichsstadt gibt es in Ulm auch viele weitere historische Gebäude, die einen Besuch lohnen: etwa das Rathaus mit seiner einzigartigen Fassade samt astronomischer Uhr. Oder auch eine historische Soldatensiedlung, die heute ein beliebter Foto-Hotspot für Touristen ist.