Diese Gemeinde bei Ehingen im Alb-Donau-Kreis hat einen ganz eigentümlichen Namen
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Ein Schelm, wer hierbei Böses denkt. Denn auch wenn diese Kommune im Westen des Alb-Donau-Kreises in der Nähe von Ulm einen Namen trägt, der manch einen Zeitgenossen zu Wortwitzen hinreißen dürfte, ist man in Weiler bei Ehingen durchaus auch stolz auf diesen einzigartigen Ortsnamen.
Deppenhausen - Ja, der Ort heißt wirklich so! Aber eben auch nicht schon immer. Denn einstmals hieß der Weiler Dappenhausen. Und davor vielleicht Dagoberthausen. Benannt nach dem Gründer der Siedlung, einem merowingischen Häuptling. Dieser hieß wohl Dagobert oder Dagobald.
Um 1375 wurde die Siedlung laut dem Verfasser des Buches „Die Etymologie des Schwäbischen“, Hermann Wax, zunächst als Dappenhausen und erst rund 200 Jahre später als Deppenhausen bekannt. „Warum sich der Name von Dappenhausen auf Deppenhausen geändert hat, weiß keiner. Es kann aber sein, dass der eine Buchstabe umgelautet wurde“, so Wax gegenüber schwaebische.de.
Aus Dappenhausen wurde im 16. Jahrhundert Deppenhausen
Erstmals historisch erwähnt wurde der Ort im Jahr 1396 als merowingische Ausbausiedlung. In der Neuzeit bestand das damalige Dappenhausen aus vier Höfen, die verschiedenen Munderkinger Pflegen gehörten. Bekannt ist auch, dass die örtliche Kapelle zum Heiligen St. Georg im 17. Jahrhundert entstand.
Gerade rund um Ehingen gibt es noch einige weitere Teilorte und Weiler mit spannenden Namen. Viele Ortsnamen gehen dabei auf ehemalige Ortsgründer und einst herrschende Fürsten zurück. Oder aber, der Name lässt sich durch die Geografie oder Topografie erklären. Wie etwa im Fall des Dorfes Kirchen, zu dem übrigens auch Deppenhausen gehört. Kirchen hieß einst „Cilichheim“. Aus „heim“ wurde die Endung „en“, aus „Cilich“ wurde „Kirch“. Eben auch, weil an der Stelle früher eine Kirche stand.
Ähnlich erklärbar ist auch der Name des Dorfes Schlechtenfeld. Entstanden ist dieser Ortsname aus dem Wort „sleht“, was „eben“ oder „sanft“ bedeutet. Wo sich heute der Ort befinde, sei früher die Donau geflossen und habe das Tal geschliffen, so Wax gegenüber der Schwäbischen. Und daraus habe sich der heutige Name entwickelt.
Von Groß- nach Kleinkuchen und von Bettenhausen nach Busenweiler
Kuriose Namen gibt es nicht nur rund um Ehingen bzw. im Alb-Donau-Kreis, sondern auch andernorts in Baden-Württemberg. Etwa im Landkreis Heidenheim die Dörfer Groß- und Kleinkuchen, im benachbarten Landkreis Göppingen „nur“ Kuchen und Süßen. Im Alb-Donau-Kreis gibt es auch noch Schnürpflingen, im Kreis Rottweil Bettenhausen und Busenweiler.
Viel Freude an ihrem Ortsnamen dürften die Bewohner von Ewigkeit bei Leutkirch empfinden, auch in Liebesdorf bei Gerabronn im Landkreis Schwäbisch Hall schreibt man seine Adresse sicher immer besonders gerne auf. Ob das auch für Poppenweiler (Kreis Ludwigsburg) und Niemandsfreund im Kreis Ravensburg gilt, ist allerdings nicht überliefert.
Wer waren eigentlich die Merowinger?
Die Merowinger waren eine königliche Familie und Dynastie, die das Reich der Franken, ein historisches Territorium, das den größten Teil des heutigen Frankreich und westlichen Deutschland umfasst, von 428 bis 751 n. Chr. regierte.
Sie wurden nach Merowech benannt, einem der Führer der Salischen Franken und dem vermuteten Vorfahren der Merowinger-Dynastie.
Übrigens: Die Stadt Ehingen ist auch als Stadt mit der größten Brauereidichte in Bezug zur Einwohnerzahl bekannt. Und außerdem gehört Ehingen zu den schönsten Klein- und Mittelstädten in Baden-Württemberg – wer also den Abstecher nach Deppenhausen macht, könnte ja gleich auch noch in der Kreisstadt im Alb-Donau-Kreis vorbeischauen.