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Führerschein: Achtung, Deadline - Für diese Jahrgänge läuft heute die Umtauschfrist ab

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Bis 2033 soll es in der EU nur noch Führerscheine in einheitlichem Format geben. Ältere Dokumente müssen deshalb in Wellen umgetauscht werden. Für einige Autofahrer läuft Mitte Januar die Frist ab.

München – Viele Autofahrer der Geburtsjahrgänge 1959 bis 1964 sollten bis zum 19. Januar 2023 ihren Führerschein in ein neues EU-Dokument im Scheckkarten-Format umgetauscht haben. Darauf weist der Automobilclub von Deutschland (AvD) hin, schreibt merkur.de.

Warum werden alte Führerscheine umgetauscht?

Der Führerschein soll bis 2033 in der EU ein einheitliches, fälschungssicheres Format bekommen. Um alle auf das dann nur noch gültige Scheckkarten-Format zu bringen, müssen rund 43 Millionen Dokumente umgetauscht werden. Das betrifft generell alle Führerscheine für Pkw und Motorrad, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden. Vom Stufenplan ausgenommen sind Lkw- und Busführerscheine. Für diese gelten inhaltliche Befristungen und andere juristische Konsequenzen.

Woher weiß ich, wann ich meinen Führerschein umtauschen muss?

Damit der Umtausch nicht im Chaos endet, passiert er staffelweise über Jahre zu bestimmten Fristen. Zwei Punkte sind für den Stichtag wichtig: das Geburtsjahr der Inhaberinnen und Inhaber und das Ausstellungsdatum des Scheins. Letzteres findet sich im aktuellen Dokument. Für bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellte Scheine (Papier) ist das Geburtsjahr relevant. Hier war der erste Stichtag bereits der 19. Juli 2022 für die Jahrgänge 1953 bis 1958. Bis zum 19. Januar 2023 müssten Betroffene der Jahrgänge 1959 bis 1964 getauscht haben. Bis 19. Januar 2024 sind dann alle aus den Jahrgängen 1965 bis 1970 zum Umtausch aufgefordert. Wer ein zwischen dem 1. Januar 1999 bis einschließlich 18. Januar 2013 ausgestelltes Dokument im Scheckkartenformat hat, kann sich allein nach dem Ausstellungsdatum richten.

Was gilt für diejenigen, die vor 1953 geboren sind?

Für sie gilt eine Ausnahme. Wer vor 1953 geboren wurde, kann sich bis zum 19. Januar 2033 Zeit mit dem Umtausch lassen – unabhängig vom Ausstellungsdatum oder dem Format des Führerscheins.

Was brauche ich für den Umtausch?

Für den Antrag bei der Führerscheinstelle ist ein gültiger Personalausweis oder Reisepass vorzuzeigen. Auch der bisherige Führerschein ist nötig. Für das neue Dokument braucht es laut AvD noch ein biometrisches Passfoto, außerdem wird eine Gebühr von rund 25 Euro fällig. Wenn der alte Führerschein nicht am jetzigen Wohnort ausgestellt wurde, braucht es zusätzlich eine sogenannte Karteikartenabschrift der ausstellenden Stelle. Die lässt sich postalisch, telefonisch oder online anfordern.

Wird der alte Führerschein vernichtet?

Nicht zwingend. Wer den alten „Lappen“ oder die alte Karte als Souvenir behalten will, kann das machen – das Dokument wird entwertet.

Gibt es beim Umtausch auch eine Gesundheitsprüfung?

Nein. Es wird nur das Dokument erneuert – ohne Prüfung oder Gesundheitsuntersuchungen. Allerdings: Die Behörde kann zum Beispiel bei ersichtlichen körperlichen Einschränkungen wie Rollator oder Krücken im Einzelfall Bedenken in Bezug auf die Fahreignung haben. Dann muss man die Tauglichkeit nachweisen, so der ADAC. Bei bedingter Fahreignung können Auflagen oder Beschränkungen auferlegt werden. Das sei aber unabhängig vom Umtausch.

Grundsätzlich bleibt die Fahrerlaubnis im bisherigen Umfang erhalten. Nur für Berufskraftfahrer gelten Sonderregeln.

Wie lange ist der neue Führerschein gültig?

Die Gültigkeit des neuen Führerscheindokuments ist auf 15 Jahre begrenzt. Das betrifft wiederum nicht die Fahrerlaubnis an sich, sondern einzig den Führerschein als das Dokument, das diese Erlaubnis dokumentiert.

Was passiert, wenn ich den Führerschein nicht fristgerecht umtausche?

Die Fahrerlaubnis bleibt erhalten, auch wenn der Führerschein nicht mehr gültig ist. Ein abgelaufener Schein stellt im Gegensatz zum Fahren ohne Fahrerlaubnis laut ADAC keine Straftat, sondern nur eine Ordnungswidrigkeit dar. Dafür werden in der Regel zehn Euro Verwarngeld fällig.

Kann ich mit einem abgelaufenen Führerschein ein Auto mieten?

Die Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. „Am Ende hängt das von der Autovermietung ab“, sagt Alexander Schnaars vom ADAC. Eigentlich seien die AGB der Vermieter eindeutig, demnach dürften Fahrzeuge nur mit gültigem Führerschein vermietet werden. „Da die Fahrerlaubnis aber auch bei einem abgelaufenen Führerschein bestehen bleibt, wäre eine Vermietung zwar theoretisch denkbar, die Vermieter sind bei jeder Anmietung jedoch gesetzlich dazu verpflichtet zu prüfen, ob der Mieter im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist und können die Ausgabe des Fahrzeugs verweigern, wenn das Führerscheindokument abgelaufen ist.“ Tipp des ADAC: Wer ein Auto mieten will und kein gültiges Dokument mehr besitzt, sollte frühzeitig das Mietunternehmen kontaktieren und nachfragen.

VON PETER LÖSCHINGER 

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