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Globus, Storck, Fresenius: Diese deutschen Firmen machen immer noch Geschäfte in Russland

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Von: Patricia Huber

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Seit Beginn des Ukraine-Krieges ist es im Westen verpönt, weiterhin Geschäfte in Russland zu machen. Doch manche Firmen lassen sich davon trotzdem nicht abbringen.

Moskau – Mit dem Beginn des Ukraine-Krieges begann auch eine große Abwanderung westlicher Firmen aus Russland. Zahlreiche Unternehmen haben ihre Geschäfte dort entweder komplett aufgegeben oder sich vorübergehend zurückgezogen. Große Unternehmen wie McDonald‘s, H&M oder Ikea verkaufen ihre Produkte aktuell nicht mehr in Russland. Doch es gibt auch Firmen, die sich gegen eine Abwanderung entschieden haben und dort weiterhin Geschäfte machen – und somit über Steuern Geld in Wladimir Putins Kriegskasse spülen.

Kein Rückzug aus Russland: Ritter Sport erntete Shitstorm

Der deutsche Schokoladenhersteller Ritter Sport erntete beispielsweise einen riesigen Shitstorm, weil die Produkte trotz des Angriffskrieges immer noch in Russland zu kaufen sind. Aber Ritter Sport ist nicht die einzige Firma, die das tut. Wie eine Liste des Wirtschaftsprofessors Jeffrey Sonnenfeld von der Elite-Uni Yale zeigt, gibt es noch ein paar deutsche Unternehmen, die trotz des Ukraine-Krieges ihre Geschäfte in Russland fortführen.

Darunter befindet sich beispielsweise der bekannte Süßigkeiten-Produzent Storck, die Supermarktkette Globus oder auch der Gesundheitskonzern Fresenius. Letzterer erklärte gegenüber Focus.de, dass sich ausschließlich auf die medizinische Grundversorgung in Russland konzentriert werden würde.

Thomas Bruch hingegen, der Chef von Globus, sparte sich im Mai gegenüber dem Manager Magazin jegliche Erklärungen, sondern sagte einfach nur: „Wir wünschen uns nichts sehnlicher, als dass bald wieder Frieden einkehrt. Aber wir wollen nicht mit politischen Statements operieren, nicht in die eine, nicht in die andere Richtung.“

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Ukraine-Krieg: Trotz Rückzug aus Russland - McDonalds sichert sich Rükkaufrecht

Doch auch das ein oder andere Unternehmen, welches sich eigentlich offiziell aus Russland zurückgezogen hat, hat sich noch eine Hintertür offen gelassen. So zum Beispiel McDonald‘s. Der Fast-Food-Riese hat sich nämlich beim Verkauf der über 700 Restaurants in Russland ein sogenanntes Rückkaufrecht gesichert, berichtet die Welt.

Heißt also: McDonald‘s darf die Filialen, die jetzt an den russischen Geschäftsmann Alexandr Gowor verkauft wurden, innerhalb der nächsten 15 Jahre zu Marktbedingungen zurückkaufen. Das geht aus Dokumenten der russischen Antimonopolbehörde FAS hervor. Auch der französische Autobauer Renault soll sich dieses Schlupfloch offen gehalten haben. Eins ist also klar: Noch nicht alle westlichen Unternehmen haben Russland komplett den Rücken gekehrt. (ph)

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