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Länger arbeiten, Riester-Comeback: CDU plant radikale Renten-Reform

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Von: Patricia Huber

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Die CDU will die Rente reformieren. Doch die Vorschläge dürften bei vielen für Unbehagen sorgen.

Berlin – Beim Thema Rente entfachen immer wieder hitzige Diskussionen. Wie sensibel die Thematik ist, zeigen auch die Proteste gegen die Rentenreform in Frankreich. Dort möchte Präsident Emmanuel Macron das Renteneintrittsalter erhöhen – und erntet eine Menge Gegenwind aus der Bevölkerung. Künftig soll bis 64 gearbeitet werden, statt bisher bis 62. In Deutschland steigt das reguläre Renteneintrittsalter je nach Geburtsjahr schrittweise auf 67 Jahre an. Doch auch hierzulande sind Änderungen überfällig, mahnen Ökonomen.

Später in Rente: CDU bringt höheres Renteneintrittsalter ins Spiel

 „Für jedes Jahr mehr Lebenserwartung sollte das Renteneintrittsalter um acht Monate steigen“, schlug beispielsweise bereits die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer im Interview mit IPPEN.MEDIA vor. Dieselbe Idee bringt nun auch die CDU ins Spiel. In einem Entwurf der Fachkommission Soziale Sicherung, der der Bild vorliegt, wird dieser Vorschlag ausgeführt.

„Sollte die Lebenserwartung wie prognostiziert weiter ansteigen“, könnt ein noch höheres Renteneintrittsalter nötig werden, zitiert die Zeitung. Begründet wird dies mit der „Generationengerechtigkeit“. Im Detail sollten dann für jedes gewonnene Lebensjahr vier weitere Monate gearbeitet werden. Steigt die Lebenserwartung also um ein Jahr, steigt nach dem CDU-Plan auch das Rentenalter auf 67 Jahre und vier Monate.

Alter Mann mit Rollator in der Altstadt unterwegs
Die CDU möchte die Rente reformieren. Dazu schlägt die Partei auch eine Erhöhung des Eintrittsalters vor. © IMAGO/ Wolfgang Maria Weber

CDU-Renten-Pläne: Betriebsrente und neue Riester-Rente Pflicht

Doch bei der Diskussion um die Anhebung des Rentenalters kam immer wieder ein großer Kritikpunkt auf: Nicht in jedem Beruf ist es möglich, bis ins hohe Alter zu arbeiten. Um auch diese Menschen zu unterstützen, möchte die CDU die Betriebsrente und die private Vorsorge weiter ausbauen, wie die Bild berichtet.

Die Betriebsrente soll dann für alle mit niedrigem Einkommen verpflichtend werden und zu gleichen Teilen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber finanziert werden. Wer einen besonders geringen Stundenlohn hat, soll noch einmal Zuschüsse erhalten.

Bei der privaten Vorsorge hat sich die CDU am Konzept der mittlerweile ungeliebten Riester-Rente bedient. Die neue Vorsorge solle dann auch staatlich gefördert werden, aber keine Abschlusskosten und möglichst niedrige Kosten für die Verwaltung aufweisen. Wie die Betriebsrente soll auch diese private Vorsorge der Idee zufolge für jeden Arbeitnehmer verpflichtend sein. Nur wer ausdrücklich widerspricht, kann verzichten. (ph)

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