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HHLA stellt Betrieb in Ukraine ein: So leidet Hamburgs Wirtschaft unter Putins Krieg

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Russland greift die Ukraine an! Und das hat auch wirtschaftliche Auswirkungen auf Hamburg. Die HHLA hat den Betrieb in der ukrainischen Stadt Odessa vorsorglich eingestellt.

Hamburg – Die ganze Welt blickt gerade in die Ukraine. Dort hat der russische Präsident Wladimir Putin in der Nacht mit der militärischen Invasion begonnen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wurden neben der ukrainischen Hauptstadt Kiew auch die Orte Charkiw, Kramatorsk, Mariupol, Ivano-Frankovsk und Odessa angegriffen. In Odessa betreibt auch der Hamburger Hafenkonzern HHLA ein Hafenterminal. Der Betrieb wurde nun eingestellt. Der Ukraine-Russland-Konflikt könnte weitreichende wirtschaftliche Folgen für die Hansestadt Hamburg haben.

Unternehmen:Hamburger Hafen und Logistik (HHLA)
Umsatz:1,383 Milliarden EUR (2019)
Haupsitz:Hamburg
Gründung:7. März 1885

HHLA stellt Betrieb an Hafenterminal im ukrainischen Odessa ein: Mitarbeiter in Sicherheit

Der Hamburger Hafenkonzern HHLA hat den Betrieb des Containerterminals im Hafen der ukrainischen Stadt Odessa eingestellt. Wie das Unternehmen dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) mitteilte, seien alle 400 Mitarbeiter bereits in Sicherheit. Ein Krisenstab sei darüber hinaus ebenfalls eingerichtet worden. Zwei letzte Schiffe vor Ort, deren Abfertigung bereits erfolgt ist, stehen noch im Hafen, allerdings sei zur Stunde unklar, ob die Schiffe den Hafen verlassen können, so der NDR.

Russische Panzer rollen über ein Feld, dazu ein Ausschnitt der HHLA im Hamburger Hafen.
Russland-Ukraine-Konflikt: So sehr leidet Hamburg wirtschaftlich unter dem Krieg. (24hamburg.de-Montage) © Alexander Zemlianichenko Jr/dpa & Daniel Reinhardt/imago

Noch am Mittwoch, 23. Februar 2022, hatte die HHLA verkündet, den Betrieb am Hafenterminal in Odessa normal weiterführen zu wollen. In Anbetracht der Zuspitzung der Lage in der Ukraine wurde diese Entscheidung nun noch einmal überdacht. Dienstreisen aus Deutschland nach Odessa führe die HHLA schon länger nicht mehr durch, so der NDR weiter.

Hamburg und die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland: So wirkt sich der Krieg auf unsere Wirtschaft aus

Besonders Russland ist ein wichtiger Handelspartner für Hamburg. Über 800 Unternehmen in der Stadt führen unternehmerische Beziehung zu dem von Wladimir Putin regierten Land, welches nun in die Ukraine einmarschiert*. Bei den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Hamburg und Russland werden jährlich an die 3,5 Milliarden Euro umgesetzt, schreibt der NDR. Laut Handelskammer liegt Russland auf Platz 11 der bedeutsamsten Wirtschaftspartner der Stadt Hamburg.

Seit 2014, jenem Jahr, als Putin erste Angriffe auf die ukrainische Krim verübte, habe sich das Handelsvolumen zwischen Hamburg und Russland laut NDR bereits halbiert – durch den Krieg droht sich dies nun noch einmal zu verkleinern. Zu den prominentesten Handelspartnern zählen Airbus, Jungheinrich und eben auch die HHLA. Zur Ukraine führt Hamburg nur wenige Handelsbeziehungen. Laut NDR führen nur etwa 260 Unternehmen Geschäftsbeziehungen zu dem Land.

Die Wirtschaftsbehörde geht von wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Krieges auch für Hamburg aus. Auswirkungen drohen übrigens auch Unternehmen, die gar keine Verbindungen zu Russland haben. Denn durch den Krieg könnten Erdgas und Öl-Preise dramatisch ansteigen. Nicht nur Verbrauchern droht dann ein finanzieller Engpass, sondern auch Unternehmen.

Wie teuer wird der Russland-Ukraine-Konflikt für Hamburg?

Wie sich der Krieg auf unsere Preise auswirkt, ist indes noch völlig ungewiss. „Herzlich willkommen in einer neuen Welt, wo die Europäer bald schon 2000 Euro pro 1000 Kubikmeter Gas zahlen werden“, twitterte Russlands Ex-Präsident und Vize-Chef des Sicherheitsrats Dmitri Medwedew bereits vor ein paar Tagen als Reaktion auf Deutschlands Zertifizierungs-Stopp der Nord-Stream-2 Pipeline.

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Neben dem Gas und Benzin könnten aber auch Lebensmittel wie Weizenprodukte noch teurer werden. Wie 24hamburg.de berichtete, sind Unternehmen in Ukraine und Russland für etwa 30 Prozent des weltweiten Weizenhandels verantwortlich. Neben Hamburg könnte auch Niedersachsen unter dem Ukraine-Konflikt leiden*. Und auch das Fliegen in den Urlaub könnte teurer werden. Dann nämlich, wenn die Airlines den Luftraum über der Ukraine und Russland aufgrund des Krieges umfliegen müssen. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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