„Entwicklung ist existenzgefährdend“

Saturn, Media Markt und Co. schreiben Merkel Brandbrief: „Sofort öffnen“

Ein Schild mit den Schriftzügen von Media Markt und Saturn steht vor der Firmenzentrale der Media-Saturn-Gruppe Ceconomy.
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Neben Media Markt und Saturn beteiligten sich an den Brief elf weitere Elektronik-Unternehmen, wie Expert, Conrad und electroplus.
  • vonLena Bammert
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Im Vorfeld des Corona-Gipfels von Bund und Länder schreibt der Handelsverband Technik einen offenen Brief an die Kanzlerin. Die Forderung ist deutlich.

Köln - Merkel hat Post. Der Brief ist zwei Seiten kurz, die Botschaft eindeutig. Sie steht ganz oben, in fett gedruckten Buchstaben in der Betreffzeile: „Forderung nach einer sofortigen Öffnung des stationären Technik-Einzelhandels“. Zu den Unterzeichnern des offenen Briefs an die Kanzlerin* und ihre Ministerpräsident:innen* gehört der Vorsitzende des Bundesverbands Technik, Frank Schipper, so wie die Geschäftsführer, Bereichsleiter, Vorsitzende und Vorstandssprecher zahlreicher namhafter Elektronik-Unternehmen: Saturn, Expert, Media Markt, Conrad, unter anderem.

Sie sprechen, so heißt es in dem Brief, für über 19.000 stationäre Technik-Einzelhändler, die durch den knapp drei Monate anhaltenden Lockdown jeden Tag Geld verlieren würden und für die momentane „Entwicklung existenzgefährdend“ sei.

Corona im Einzelhandel: Bundesverband für Technik will Lockerungen

Der Brief wurde am Montag, den 01.03.2021 anlässlich des zwei Tage später stattfindenden Corona-Gipfels von Bund und Ländern verfasst. Für den baldigen Gipfel ist im Vorfeld schon ein Merkel-Söder-Papier durchgesickert, welches einen Stufenplan für Lockerungen enthält*. Der Handelsverband Technik beschreibt die Betriebsschließungen in seinem Brandbrief als „unverhältnismäßig“. Demnach bestehe im Einzelhandel keine erhöhte Infektionsgefahr durch das Coronavirus und auch ein sicheres Einkaufen sei vor Erreichen des Inzidenzwerts 50 möglich.

Diese Annahmen stützen sich demnach auf eine „gemeinsame Untersuchung „Abschätzung der Infektionsgefährdung durch Corona im Einzelhandel“ vom Februar 2021 der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik (BGHW) und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)“ sowie einer „aktuellen hygienisch-medizinischen Stellungnahme „Beitrag des Einzelhandels zur Prävention“ vom Februar 2021“ des sich im Teil-Ruhestand befindenden Direktors des Instituts für Hygiene und öffentliche Gesundheit am Universitätsklinikum Bonn, Prof. Dr. med. Exner.

Saturn, Media Markt, Expert: „Wir fordern eine sofortige Öffnung“

Außerdem wird in dem Schreiben auf die Last der Steuerzahler durch die Kosten für Überbrückungshilfen und Kurzarbeitergeld sowie auf die Einnahmeverluste der Technik-Einzelhändler verwiesen, die sich nach Schätzung des Handelsverbands Technik auf über 2 Milliarden Euro belaufen. „Wir fordern eine sofortige Öffnung des stationären Technik-Einzelhandels unter Einhaltung aller notwendigen Hygiene- und Gesundheitsschutzmaßnahmen!“, so das Ende des offenen Briefs, der auf der Webseite des Bundesverbands Technik einzusehen ist.

Gegenüber des regionalen Nachrichtenportals express.de teilte der Geschäftsführer des Bundesverbands Technik, Steffen Kahnt, mit: „Wir haben drei Monate Qual hinter uns. Drei Monate sind viele Händler das mitgegangen. Aber jetzt wollen wir den Druck erhöhen, um wieder öffnen zu können.“ (leb) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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