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„Zweite Erde“ gefunden? Studentin entdeckt Planeten mit NASA-Daten

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Ein erdähnlicher Planet bietet optimale Lebensbedingungen. Hat eine Studentin beim Auswerten von NASA-Daten tatsächlich eine „zweite Erde“ entdeckt?

Vancouver/Washington, D.C. – Die Suche nach einer zweiten Erde zählt zweifelsohne zu den höchsten Zielen der Astronomie. Im Zuge ihrer sogenannten Kepler-Mission scannte die NASA bis zum Jahr 2018 den Weltraum – erneut ging es um die Entdeckung von potenziell bewohnbaren Planeten. Die Daten-Auswertung, durchgeführt von einer kanadischen Studentin, überrascht: Unter den 17 entdeckten Planeten, gibt es wohl tatsächlich eine „zweite Erde“ – eine „zweite Erde“, auf der schon bald menschliches Leben möglich sein könnte.

US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft:NASA
Hauptsitz:Washington, D.C., Vereinigte Staaten
Gründer:Dwight D. Eisenhower
Gründung:29. Juli 1958, USA

Planet mit lebensfreundlichen Bedingungen: Studentin findet „zweite Erde“ im Zuge ihrer NASA-Datenauswertung

Auch wenn Gemeinsamkeiten unbestritten sind: Zwischen der neu-entdeckten „zweiten Erde“ „Koi-456.04“* und dem ebenfalls als selbige titulierten Exoplanet „GJ 1132b“, der der NASA insbesondere durch faszinierende Details aufgefallen war, nimmt „KIC-7340288 b“ eine besondere Rolle ein: Keine „zweite Erde“ scheint so groß zu sein, keine so lebensfreundlich. „KIC-7340288 b“ ist gut anderthalbmal so groß wie die Erde – und auch die Distanz zur Sonne sei optimal, sodass menschliches Leben auf dem Planeten möglich sei. Weder herrschen dort 400 Grad Celsius wie auf der Venus, noch sei eine Eiswüste wie auf dem Mars, der aktuell von der NASA nach Leben erforscht wird, zu erwarten.

Seit geraumer Zeit macht sich die Studentin Michelle Kunimoto durch ihre unfassbaren Entdeckungen einen Namen. Bereits vor ihrer aktuellen Beobachtung, waren es vier Planeten, die sie während ihrer Studienzeit ausfindig machen konnte. Die aktuellste Entdeckung geht jedoch bislang als ihre Wichtigste in die Geschichte ein. „Dies ist ein sehr spannender Fund, bis jetzt wurden nur 15 andere potenziell bewohnbare Planeten in der habitablen Zone in den Kepler Daten gefunden“, sagt die Studentin.

Eine Abbildung des Exoplaneten Proxima b.
„Proxima b“ gilt als erdnächster Exoplanet. Wie auch die neu-entdeckte „zweite Erde“ könnte er bewohnbar sein. (Symbolbild) © M. Kornmesser/dpa

Planet ist potenziell bewohnbar: Entdeckte „zweite Erde“ bietet optimale Lebensbedingungen

Die Beschaffenheit seiner Oberfläche ist überwiegend felsig. Ein Leben auf diesem Planeten sei dennoch möglich. Davon ist die mittlerweile 27-jährige Studentin Michelle Kunimoto überzeugt. Im Zuge ihrer Doktorarbeit arbeitete sie an der Studie, die wenig später im Astro-Blatt „The Astronomical Journal“ veröffentlicht werden sollte. Das Resultat: Nicht nur sei Planet „KIC-7340288 b“ potenziell bewohnbar, Kunimoto geht gleichermaßen davon aus, dass auf der „zweiten Erde“ bereits Leben existieren könnte.

Bedingt wurde dieser bemerkenswerte Fund Kunimotos durch die sogenannte Planeten-Transit-Methode. Es handelt sich um eine Strategie, die seit jeher Anklang in der Astronomie findet. Für die Beobachtung neuer Exoplaneten ist sie unabdinglich. Auch für die Entdeckung von 24 weiteren lebensfreundlichen Planeten war die Methode wohl nicht unwesentlich.

Zweite Erde – wie wird ein erdähnlicher Planet definiert

Die Forschung klassifiziert als erdähnlich einen Planeten, der eine feste Struktur hat. Zudem muss er wie die Erde durch die eigene Anziehungskraft zur Kugel geformt sein – und größtenteils aus Gestein bestehen. Weitere Kriterien, um den Planeten tatsächlich annähernd als „Zweite Erde“ bezeichnen zu können, sind das Vorhandensein von Wasser sowie einer lebensfreundlichen Atmosphäre.

Zweite Erden: Welche Planeten sind noch bewohnbar?

Zu der Liste der potenziell bewohnbaren Planeten zählen unter anderem „Teegarden b“, „Kepler-1649c“ oder „Proxima b“.

Was ist ein Exoplanet?

Ein Exoplanet bezeichnet einen planetaren Himmelskörper, der sich außerhalb unseres Sonnensystems befindet. Nicht von der Sonne, sondern von einem anderen Stern wird ein Exoplanet gravitativ beeinflusst. Bislang wurden knapp 5.000 Exoplaneten entdeckt.

Wie weit ist der nächste Exoplanet entfernt?

„Proxima b“ („Proxima Centauri b“) gilt der Erde am nächsten. Der Exoplanet umkreist den rund 4,2 Lichtjahre von der Erde entfernten Stern „Proxima Centauri“.

Studentin entdeckte lebensfreundlichen Planeten mit der Transit-Methode – so konnte sie eine „zweite Erde“ finden

Kurz erklärt bedeutet „Transit-Methode“: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beobachten über einen längeren Zeitraum ein ausgemachtes Objekt – etwa einen Stern. Entscheidend ist nun seine Helligkeit. So wird vermutet, dass Planeten den jeweiligen Stern umkreisen und ihn dabei bedecken können. In der Folge nimmt die Helligkeit des Sterns entsprechend ab. Ob tatsächlich ein neuer Planet entdeckt wurde, zeigt im Anschluss die Daten-Auswertung.

Die Hoffnung womöglich gar eine „zweite Erde“ entdeckt zu haben, könnte schnell zunichtegemacht werden: etwa dann, wenn es lediglich dunkle Flecken sind, die die Helligkeit des Sterns verringern – die Forschung also zeigt, dass der Stern gar nicht von einem Planeten umkreist wird. Möglich sei hier etwa, dass es einfach ein anderer Stern ist, der den anvisierten Himmelskörper umgibt.

Planet macht Hoffnung: Neustart auf zweiter Erde könnte Menschheit retten

In Zeiten des Klimawandels mit seinen verheerenden Auswirkungen könnte ein Neustart auf einer „zweiten Erde“ die letzte Rettung für die Menschheit sein. So ließen sich auch weitere Bedrohungen überwinden: Zum Beispiel, dass der Erde die Luft ausgeht – die NASA berechnet bereits die Sauerstoffapokalypse. „KIC-7340288 b“ scheint ideale Bedingungen für die Menschheit zu liefern. Doch ein Haken gibt es dann doch: „Der Planet ist rund tausend Lichtjahre weg, sodass wir da nicht allzu bald werden hinreisen können“, sagt Michelle Kunimoto. Die Suche nach einer „zweiten Erde“ geht für die junge Astronomin weiter – womöglich bis sie eines Tages tatsächlich von einer „zweiten Erde“ berichten kann. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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