Corona-Pandemie

Studie: Mehrheit will Impfpflicht in Deutschland

  • Natalie-Margaux Rahimi
    VonNatalie-Margaux Rahimi
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Einer Umfrage zufolge sprechen sich etwa 43 Prozent der Deutschen gegen eine Impfpflicht aus. Demnach wächst der Anteil ihrer Befürworter.

Hamburg – Die Impfmüdigkeit ist auch in Hamburg angekommen. Mittlerweile können sich alle Hamburgerinnen und Hamburger sogar ohne Termin im Impfzentrum in den Messehallen gegen das Coronavirus impfen lassen. Den Schritt zur Spritze wagen dennoch nur noch wenige. Aus diesem Grund ist dieser Tage die Impfpflicht in aller Munde. Während die Politik strikt dagegen ist, spricht sich ein großer Teil der Bevölkerung laut einer Umfrage dafür aus.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Erster Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)
Zweite Bürgermeisterin:Katharina Fegebank (Grüne)
Vorwahl:040

52 Prozent der Deutschen für eine Impfpflicht – aber gegen Anreize für Impfungen

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Civey für den Spiegel, in welcher im Zeitraum zwischen dem 14. bis 28. Juli 2021 9364 Menschen befragt wurden, sprachen sich entgegen der Haltung der Politik 52 Prozent der Befragten für die Impfpflicht aus. „Nur“ 43 Prozent waren dagegen. Unter den Befürwortern der Impfpflicht waren vor allem Wähler der SPD (65 Prozent) und CDU (62 Prozent), das berichtet der Spiegel. Bei den Grünen-Wählern waren etwa 55 Prozent für die Impfpflicht.

Während die Impfpflicht also von etwas mehr als der Hälfte der Deutschen befürwortet wird, lehnen zwei Drittel der Befragten besondere Anreize für die Impfungen ab. Dazu hatte es in den vergangenen Wochen jede Menge Vorschläge gegeben. Von Geld als Anreiz bis hin zu Gutscheinen für bestimmte Dienstleistungen war alles dabei.

Mehrheit der Deutschen spricht sich in einer Umfrage für die Impfpflicht aus.

Die Burgerkette Peter Pane bietet beispielsweise geimpften Gästen ein Gratis-Essen an. Die USA hatten es vorgemacht. Dort bekamen Menschen als Anreiz für die Impfung Geld, Gutscheine für den Friseur oder sogar Joints angeboten. Bei speziellen Lotterien konnten Geimpfte außerdem riesige Summen, Weltreisen oder Stipendien gewinnen.

Impfpflicht in Deutschland: Einzelne Branchen wollen nur noch Geimpfte akzeptieren

Schon vor einigen Tagen hatte die Veranstaltungsbranche bekannt gegeben, dass sie sich pro Konzerte ausschließlich für Geimpfte ausspricht. Justizministerin Christine Lambrecht hatte zuvor erklärt, dass dies im Rahmen des Hausrechts möglich wäre. So könnte beispielsweise auch ein Restaurantbetreiber frei entscheiden, sein Restaurant nur für Geimpfte zu öffnen – auch entgegen der Politik.

In den USA haben sich die Internetriesen Google und Facebook nun dazu entschlossen eine Impfpflicht für Mitarbeiter, die im Büro arbeiten wollen, zu verhängen. Ziehen norddeutsche Unternehmen nun nach?

Aus einer Umfrage des Hamburger Abendblatts geht hervor, dass die großen Unternehmen mit Sitz in Hamburg wie Airbus, Hapag-Lloyd, Jungheinrich oder Otto derzeit keine Impfpflicht für Mitarbeiter planen. Vielmehr setzen die Unternehmen wie auch die Politik auf das eigenverantwortliche Handeln der Beschäftigten.

Bund-Länder-Konferenz zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie am 10. August: Exklusiv-Rechte für Geimpfte nicht ausgeschlossen

Am 10. August treffen sich Bund und Länder allerdings mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in der nächsten Bund-Länder-Konferenz um über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise zu beraten. Auch danach ist eine jedoch Impfpflicht nicht zu erwarten.

Möglich ist aber, dass bei dem Gipfel in Anbetracht der steigenden Corona-Zahlen Exklusiv-Rechte für Geimpfte beschlossen werden. Beispielsweise könnten in Zukunft Stadion-, Konzert, oder Restaurantbesuche nur noch Geimpften vorbehalten sein. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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