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Super-Planet Jupiter entdeckt – doch eigentlich er gar nicht existieren

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Von: Christian Einfeldt

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Der Super-Jupiter verwundert die Astronomie: Der gigantische erdnahe Planet ist von einem heißen Doppelstern umgeben – eigentlich dürfte er gar nicht da sein.

Stockholm – Aktuell geben immer mehr Meldungen über die Neuentdeckung von Planeten, häufig dann auch gleich als „zweite Erde“ tituliert: Sei es die „zweite Erde“, die eine Studentin mithilfe von NASA-Daten ausfindig machen konnte oder der lebensfreundliche Planet Koi-456.04, entdeckt von einem Forschungsteam aus Göttingen. Viele Entdeckungen sind faszinierend, so etwa Exoplaneten „GJ 113“, der nach NASA-Angaben zwei Atmosphären hat. Die neueste Planeten-Entdeckung hingegen verwundert. Es handelt sich um nichts anderes als einen sogenannten „Super-Jupiter“ – ein Planet, deutlich größer und schwerer als der Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems. Doch nicht nur deshalb steht die Wissenschaft vor einer Herausforderung. Eigentlich, so heißt es in der vorliegenden Forschungsstudie, dürfe der erdnahe Planet gar nicht existieren.

Astronomische Entdeckung:b Centauri b
Entfernung zur Erde:325 Lichtjahre
Umkreist:b Centauri

Super Planet Jupiter verwundert Astronomie: Neu entdeckter erdnaher Planet dürfte gar nicht existieren

Als Exoplanet umkreist Super-Jupiter, in der Astronomie auch als „b Centauri b“ bekannt, den Doppelstern b Centauri. Ein Umstand, der der Astronomie nicht fremd ist: Im Vorfeld gab es ja bereits Exoplanet „Koi-456.04“, der den Sonnenstern Kepler-160 umrundet. Auf den ersten Blick mag die Neu-Entdeckung rund um den Super-Jupiter also gar nicht mal so einzigartig sein – würde er nicht den Stand aller bisherigen Forschungen im Grund erschüttern.

Bislang war sich die Wissenschaft sicher: Systeme, die durch massereiche wie heiße Sterne gekennzeichnet sind, können keine Planeten hervorbringen. Grundsätzlich sei deren Hitze und Strahlung so stark, dass sie jede Planeten-Bildung bereits im Keim ersticken würden.

Masse von Super Jupiter Planet b Centauri b: 3000 Mal so schwer wie die Erde

Rund 5.000 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems sind bereits bekannt – sogenannte Exoplaneten. Mit der Entdeckung vom Superjupiter scheint nun auch der außergewöhnlichste gefunden. Als würde die Wissenschaft seine Existenz nicht schon genug beschäftigen, gehört er zu den massereichsten und größten Planeten überhaupt. In Fachkreisen sagt man, der Superjupiter sei 3000-mal so schwer wie die Erde, sein Doppelstern sechs bis zehnmal so schwer wie die Sonne.

Eine Abbildung des Doppelsystems von Alpha Centauri.
Wie Alpha Centauri: Planet b Centauri b umgibt ebenfalls ein Doppelsternsystem. © imago

Erdnaher Planet gibt Rätsel auf: Stern vom Jupiter ist dreimal so heiß wie die Sonne

Ähnlich wie auf den 24 lebensfreundlichen Planeten, die zuletzt entdeckt werden konnten, ist es aktuell mehr als fraglich, ob der Super-Jupiter eines Tages menschliches Leben zulassen könnte. Laut Spiegel-Informationen sei der neu-entdeckte Exoplanet ohnehin ganze 325 Lichtjahre von unserer Erde entfernt. Ein spannender Fall für die NASA, die vor Kurzem Hinweise auf ein Paralleluniversum entdeckt hatte, wäre es alle male. Das dachte sich wohl auch ein Forschungsteam rund um den schwedischen Astronomen Markus Janson, der mit der Entdeckung vom Super-Jupiter Zeuge eines mutmaßlichen Mysteriums wurde.

Wie sich im Laufe der Forschung herausstellte, zeichneten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Existenz vom Super-Jupiter bereits vor 20 Jahren auf. Doch erst jetzt herrscht Gewissheit, dass es sich tatsächlich um einen Planeten handelt. Einer, der also gar nicht hätte existieren dürfen. Einer von den beiden Sternen seines Doppelsterns ist gar so heiß, dass dessen Temperatur dreimal so hoch sei wie die der Sonne.

Super-Jupiter hat „das Bild über massereiche Sterne als Planetenwirte völlig verändert“

Lange Zeit galt es als Astronomie-Gesetz: Sind Sterne mit einer solch hohen Temperatur im Weltraum unterwegs, können um sie herum niemals Planeten entstehen. Zurückzuführen sei diese Annahme unter anderem auch darauf, dass solche extrem heißen Sterne Röntgenstrahlen senden. Auf diesem Wege wird die Planeten-Bildung verhindert. Folgerichtig sagt Markus Janson: „Die Entdeckung eines Planeten um B Centauri war sehr aufregend, da sie das Bild über massereiche Sterne als Planetenwirte völlig verändert“.

Für die Wissenschaft wird der Super-Jupiter wohl noch lange ein Rätsel bleiben. Besser gesagt eine „faszinierende Aufgabe“, wie es aus Kreisen des Forscherteams heißt. Stück für Stück wolle man nun herausfinden, „wie er sich gebildet haben könnte“. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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