Psychische Langzeitfolgen

Studie zu Long-Covid enthüllt: Corona macht blöd!

  • Anika Zuschke
    VonAnika Zuschke
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Körperliche Langzeitschäden nach Corona sind längst bekannte Folgen. Eine britische Studie ermittelt nun: Long-Covid mindert zudem auch kognitive Fähigkeiten.

London – Eine Studie aus England belegt Befürchtungen, die einige Covid-Patienten mit sich herumtragen: Die pandemische Lungenerkrankung kann neben körperlichen Langzeitschäden auch eine Verminderung der kognitiven Leistungsfähigkeiten der Betroffenen hervorrufen. Insbesondere im Krankenhaus behandelte Patienten sind laut Studie von kognitiven Defiziten betroffen.

Hochschule in London, England:Imperial College London
Adresse:Exhibition Road, South Kensington, London SW7 2BX, Vereinigtes Königreich
Telefon:+44 20 7589 5111
Studentenzahl:17.690 (Stand: 2016)

Bei der Untersuchung handelt es sich um eine Studie des Imperial College London, die im Fachjournal „EClinicalMedicine“ von der „Lancet“-Gruppe am 22. Juli 2021 veröffentlicht wurde. Im Zuge der Publikation wurden bei rund 81.000 Menschen kognitive Tests durchgeführt, von denen etwa ein Achtel angaben, Covid-19 gehabt zu haben.

Britische Untersuchung beinhaltet Fragebogen und neun kognitive Tests

Einige Teilnehmer der Studie erkrankten sogar während der Untersuchung an Corona. Aufgrund dessen konnten die Experten Auswirkungen der Krankheit auf die geistige Leistungsfähigkeit noch besser nachvollziehen. Die Untersuchung inkludierte einen ausführlichen Fragebogen sowie neun kognitive Tests, die von der Aufmerksamkeitsspanne bis zum Arbeitsgedächtnis verschiedene Aspekte der menschlichen Kognition gemessen haben. Es handelte sich dabei jedoch nicht um einen klassischen IQ-Test*.

Um die Ergebnisse so unvoreingenommen wie möglich zu gestalten, wurde in der Studie nicht mit einem Corona-bezogenen Hintergrund geworben. Auf diese Weise sollten subjektive Sorgen der Befragten bezüglich ihrer kognitiven Funktionen aus der Untersuchung extrahiert werden.

Studie belegt: Covid-19 kann kognitive Leistung Betroffener vermindern (24hamburg.de-Montage)

Ergebnis: Corona-Patienten haben geringere kognitive Fähigkeiten als Kontrollgruppe

Das Ergebnis der Studie zeigte: Covid-Patienten schnitten in ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit schlechter ab* als Teilnehmer, die sich noch nicht mit der Krankheit infiziert haben, also die Kontrollgruppe. Eine verminderte kognitive Leistung zeichnete sich besonders bei Betroffenen ab, die wegen Corona ins Krankenhaus eingewiesen werden mussten. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach stellt fest: „Intensivpatienten zeigen eine Hirnalterung von zehn Jahren“, so die Berliner Morgenpost.

Doch sogar Personen mit schwächeren Krankheitsverläufen waren teilweise durch ein deutlich schlechteres Gedächtnis gezeichnet. Das Alter sowie der Bildungsstand oder Zustände wie Müdigkeit und Depressionen der Teilnehmer hatten keinen Einfluss auf die Ergebnisse.

Vor wenigen Tagen stellten Forscher des Universitätsklinikums Ulm erst fest, dass Corona-Patienten häufig auch von Langzeitschäden* an Organen wie Herz, Lunge und Gefäßen betroffen sind. * 24hamburg.de, Kreiszeitung.de und Merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/agefotostock/Imago

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