Neue Regeln

Spanien und Niederlande jetzt Hochinzidenzgebiete! Diese Regeln gelten nun

  • Anika Zuschke
    VonAnika Zuschke
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Urlaubsziele Spanien und Niederlande wurden erst kürzlich zu Risikogebieten erklärt. Wegen zu hoher Inzidenzen folgt nun der nächste Schritt: Hochinzidenzgebiet.

Madrid/Amsterdam – Es ist offiziell: Die deutsche Regierung hat die beliebten Urlaubsziele Spanien und Niederlande zu Hochinzidenzgebieten erklärt. Das gab das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagnachmittag, 23. Juli bekannt. Bisher galten beide Länder nur als Risikogebiete, doch aufgrund der konstant ansteigenden Corona-Infektionszahlen sah sich die Bundesregierung gezwungen, Konsequenzen zu ziehen. Welche Folgen hat das für deutsche Urlauber?

Behörde:Robert Koch-Institut
Gründung:1. Juli 1891
Hauptsitz:Berlin
Staatliche Ebene:Bund

Sowohl Spanien als auch Holland haben momentan mit Inzidenzwerten knapp vor 400 zu kämpfen. In Deutschland liegt die 7-Tage-Inzidenz am 23. Juli laut Bundesregierung bei 13,2. Doch auch hierzulande dominiert länger schon die hochansteckende Delta-Variante. In einer zufälligen Stichprobe lag der Anteil der Virus-Variante laut RKI bei 84 Prozent. Das spiegelt einen weiteren Zuwachs im Vergleich zur vergangenen Woche wider, als der Anteil „nur“ bei knapp zwei Dritteln lag.

Delta-Variante wird aus dem Ausland nach Deutschland eingeschleppt

Auffallend ist dabei, dass dem RKI zufolge zunehmend Fälle bekannt werden, in denen die Betroffenen dem Virus im Ausland ausgesetzt waren, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Die beliebte Urlaubsinsel Mallorca gilt derzeit bereits als Delta-Hotspot. Etwa 85 Prozent aller Neuinfektionen sind dort auf die Delta-Variante des Coronavirus zurückzuführen – inzwischen musste bereits ein zweites Quarantänehotel auf der Insel eröffnet werden, das erste ist komplett überfüllt. Deswegen gelten auf Mallorca nun auch deutlich strengere Restriktionen – Partyverbot und hohe Geldstrafen.

Auch in Holland wird der hohe Inzidenzwert von 388,5 (Stand: 22. Juli 2021) und der schnelle Anstieg der Zahlen mit der Verbreitung der Delta-Variante in Verbindung gebracht. Von den Neuinfektionen sind laut der Südwestpresse vor allem Jugendliche betroffen, was auf eine hohe Ansteckungsrate in Diskotheken und Nachtclubs schließen lässt.

Spanien und Niederlande wurden nun zu Hochinzidenzgebieten erklärt

Damit Reiserückkehrer das Virus nicht nach Deutschland einschleppen und somit die Inzidenzwerte wieder nach oben treiben, hat die deutsche Regierung reagiert. Erst vor anderthalb Wochen wurde Spanien mit den Kanaren und Mallorca als Risikogebiet eingestuft, in den Niederlanden war es der vergangene Sonntag. Nun folgte der nächste Schritt: Beide Länder wurden offiziell zu Hochinzidenzgebieten erklärt. Die Einstufung ist ab Dienstag, 27. Juli 2021 wirksam.

RKI: Spanien und Holland sind nun offiziell Hochinzidenzgebiete (24hamburg.de-Montage)

Für Hochinzidenzgebiete gilt vonseiten des Auswärtigen Amts eine Reisewarnung für nicht notwendige und touristische Reisen. Das entspricht einem dringenden Appell, das betroffene Land nicht zu besuchen – ist jedoch kein Reiseverbot. Für Reiserückkehrer ergeben sich dennoch neue Einreisevorschriften.

Neue Vorschriften bei der Einreise: Negativer Corona-Test und Quarantäne für bestimmte Personen

Personen, die sich in einem Hochinzidenzgebiet wie Spanien* oder der Niederlande aufgehalten haben, sind dazu verpflichtet, bei der Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test nachzuweisen. Ein Antigen-Schnelltest darf maximal 48 Stunden alt sein, das Ergebnis eines PCR-Tests darf höchstens 72 Stunden zurückliegen.

Wer weder vollständig geimpft noch genesen ist, muss sich zusätzlich zehn Tage in Quarantäne begeben. Die Zeit kann mit einem zweiten negativen Corona-Test nach fünf Tagen verkürzt werden – die muss aber jeder Nicht-Geimpfte oder -Genesene absitzen. Geimpfte und genesene Personen müssen aus Spanien oder aus der Niederlande kommend* einen offiziellen Nachweis für ihren Status vorweisen können.

RKI: Hochinzidenzgebiete haben über längeren Zeitraum hohe Fallzahlen

Das RKI definiert ein Hochinzidenzgebiet folgendermaßen: „Hochinzidenzgebiete sind Risikogebiete mit besonders hohen Fallzahlen.“ Bis es zu dieser Einstufung kommt, müssen die Infektionszahlen in dem betroffenen Land oder Gebiet über einen längeren Zeitraum den Inzidenzwert von 200 überschreiten. Das Auswärtige Amt sprach gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland von „stabilen Trends“.

Zypern hat dieses Schicksal auch bereits hinnehmen müssen. Es gibt jedoch trotz allem noch schöne europäische Urlaubsziele, in denen Reisen nach wie vor entspannt möglich ist. * 24hamburg.de und hna.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Clara Margais/dpa

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