1. 24hamburg
  2. Welt

Sonnensturm traf die Erde: Sonnen-Explosion kann Blackouts bringen

Erstellt:

Von: Christian Einfeldt

Kommentare

Ein Sonnensturm soll am 14. April 2022 die Erde getroffen haben. Die Explosion eines „toten“ Sonnenflecks soll das Ereignis hervorgerufen haben.

Hamburg/Washington, D.C. – Die Wissenschaft setzt sich zum wiederholten Male mit der Bedrohung eines Sonnensturms auseinander. Wenn potenzielle Auswirkungen am Donnerstag, dem 14. April 2022, die Erde treffen, ist der Auslöser bereits der dritte Sonnensturm innerhalb von vier Tagen. Gegen 13 Uhr (MESZ) könnten sich die Folgen einer kürzlich erfolgten Sonneneruption bemerkbar machen. Was bedeutet das für die Erde – und was hat ein „toter“ Sonnenfleck damit zu tun?

Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten:National Oceanic and Atmospheric Administration
Gründer:Richard M. Nixon
Gründung:3. Oktober 1970
Hauptsitz:Washington, D.C., Vereinigte Staaten

Sonnensturm traf Erde: „Toter“ Sonnenfleck explodiert und sorgt für Sonneneruption

Der Sonnensturm, der am Donnerstag, dem 14. April 2022, Auswirkungen auf unseren Planeten haben könnte, wurde laut futurezone.at durch eine Explosion ausgelöst. Nach Einschätzungen der Astronomie handelt es sich dabei um die Explosion eines „toten“ Sonnenflecks. Die NASA-Mission „Solar Dynamics Observatory“ (SDO), die es sich zur Aufgabe macht, Prozesse der Sonne zu untersuchen, wurde zuerst auf die Explosion aufmerksam. In der Folge beobachtet die Wissenschaft nach dem Sonnensturm, der durch eine riesige Feuerschlucht ausgelöst wurde, den nächsten Sonnensturm, der sich seit jeher in Richtung Erde bewegt.

Sonnensturm.
Am Donnerstag, dem 14. April 2022 könnte ein Sonnensturm Auswirkungen auf die Erde haben. (Symbolbild) © IMAGO / Panthermedia

Medienberichte warnten bereits davor, dass am 5. oder 6. April ein Sonnensturm die Erde treffen könnte. Eine weitere Prognose terminierte auf den 7. April 2022. Zu den genannten Ereignissen sollte es nie kommen. Die Erde blieb von möglichen Folgen eines Sonnensturms verschont – im Unterschied zum 11. April. Die US-Wetterbehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) nennt die treibende Kraft hinter der Entstehung des Sonnensturms beim Namen: Es ist die Explosion des für tot geglaubten Sonnenflecks „AR2987“.

Sonnensturm 2022: Wie ein „toter“ Sonnenfleck für Sonneneruption sorgen konnte

Wie „Focus Online“ berichtet, kennt die Astrophysik Sonnenflecken als Stellen, die geringere Temperaturen aufweisen als die gewöhnliche Sonnenoberfläche. Nach Berichten des Max-Planck-Instituts würden auf der Sonne grundsätzlich Temperaturen um die 6000 Grad Celsius herrschen. Ausgenommen sind die Sonnenflecken, die nun aufgrund einer Explosion die Folgen eines Sonnensturms ausgelöst haben könnten. Sonnenflecken weisen gewöhnlich Temperaturen von etwa 4000 Grad Celsius auf. Medienberichten zufolge hätte dies zufolge, dass solche Orte der Sonne weniger Licht abstrahlen.

Optisch sind sie daran zu erkennen, dass sie auf der Sonnenoberfläche dunkle Punkte hinterlassen. Forscher Philip Judge bestätigte zuletzt gegenüber dem Online-Portal „Sciencealert“, dass ein eben solcher Sonnenfleck verantwortlich für die potenziell drohenden Auswirkungen eines Sonnensturms sei. Das Kuriose: Der Sonnenfleck „AR2987“ galt eigentlich als „tot“. Laut Judge könne er kurz vor seiner Explosion „wiedererwacht“ sein und für Donnerstag, dem 14. April 2022, einen geometrischen Sturm Richtung Erde schicken.

Was ist ein Sonnensturm? Was versteht man unter einer Sonneneruption?

Was ist ein Sonnensturm?

Bei einem Sonnensturm schickt die Sonne nach einer oder mehreren Eruptionen Strahlung, gepaart mit hochenergetisch-geladenen Teilchen in den Weltraum. Trifft diese das elektromagnetische Feld der Erde, spricht man von einem Sonnensturm.

Wann war der letzte große Sonnensturm? Das sogenannte „Carrington-Ereignis“

Der letzte große Sonnensturm, der auf die Erde traf, mündete in das sogenannte „Carrington-Ereignis“: Zwischen dem 28. August bis 4. September 1859 ereigneten sich gleich mehrere Sonnenstürme. Polarlichter in Rom, Havanna oder auf Hawaii waren die Folge. Das laut der FAZ im Jahre 1866 installierte Telegrafienetz wurde massive beschädigt.

Sonneneruption: Was ist das? Und was versteht man unter einer Sonneneruption?

Was versteht man also unter Sonneneruption? Die Sonne gibt ständig Strahlung und geladene Teilchen in den Weltraum ab. Dieser stetige Teilchenstrom wird in der Wissenschaft als Sonnenwind bezeichnet. Basierend auf dieser Grundlage versteht man unter einer Sonneneruption, dass dieser Teilchenstrom für kurze Zeit und in einem begrenzten Gebiet deutlich stärker ist als es sonst der Fall ist.

Wie lange braucht eine Sonneneruption bis zur Erde?

Laut weather.com informieren Satelliten der NASA und ESA die Weltraumbehörden 18 bis 36 Stunden, bevor eine Sonneneruption die Erde erreicht. Dies sei die Zeit, die es in der Regel dauern würde, bis ein Sturmausläufer auf die Erde trifft.

Was passiert bei einem Sonnensturm auf der Erde? Wie gefährlich ist ein Sonnensturm?

Der sogenannte Koronale Massenauswurf bedingt, dass die Sonne regelmäßig Plasma abwirft. Währenddessen verteilt die Sonne stark energetisch-geladene Teilchen und Strahlungen, die auch als Sonnenwind oder -sturm die Erde erreichen können. Weisen diese Plasmawolken eine hohe Dichte an elektrisch-geladenen Teilchen auf, spricht man vom Sonnensturm. Die Folgen eines Sonnensturms können vielfältig sein und reichen von Beeinträchtigungen im Flugverkehr bis zu weitreichenden Störungen im Strom- und Kommunikationsnetz.

Wie oft gibt es einen Sonnensturm?

Nach Informationen von weather.com könnte ein Sonnensturm, wie er sich im Zuge des „Carrington-Ereignisses“ gezeigt hatte, alle 500 Jahre die Erde treffen. Kleinere Sonnenstürme ereignen sich jedoch alle paar Jahre.

Sonnensturm am 14. April 2022 durch Explosion ausgelöst: Sonnenaktivität nimmt weiter zu

Angesichts weiterer Sonnensturm-Warnungen mag es überraschen, dass sich am 14. April 2022 die nächsten Auswirkungen des Phänomens bemerkbar machen könnten. Einmal mehr bestätigt diese Entwicklung die Forschungsthese, dass Sonnenstürme die Erde häufiger treffen könnten, als vermutet. Im März 2022 warnte die Wissenschaft bereits vor den potenziellen Folgen eines „starken“ Sonnensturms und einer „dreifachen Bedrohung“. Außerdem machte der Sonnensturm Schlagzeilen, der die Erde doppelt getroffen haben soll.

In Nordamerika, in Kanada und den USA, soll sich nach Berichten von „Future Zone“ eine Aurora borealis gezeigt haben. Gemeint sind die hell-leuchtenden Polarlichter, die man im März 2022 auch in Norddeutschland sehen konnte. Die hohe Anzahl an Sonneneruptionen könnte ein weiteres Indiz dafür sein, dass die Sonnenaktivität weiter zunimmt und bis 2025 weitere Sonnenstürme folgen.

Wie gefährlich war der Sonnensturm, der am 14. April die Erde getroffen haben soll?

Am vergangenen Sonntag, dem 10. April 2022, soll ein Sonnensturm der Stärke „G3“ die Erde getroffen haben. Mit anderen Worten war es ein „starker“ Sonnensturm – so schätze zumindest US-Wetterbehörde NOAA die Lage ein. Den Sonnensturm vom 11. April stufte die Behörde hingegen als „G1“ bzw. „G2“ ein. Man ging von einer Intensität aus, die gerade einmal Polarlichter hervorbringen könnte. Zur Einordnung: Ab „G3“ könnte ein Sonnensturm Stromnetze beschädigen oder Satelliten gefährden. Das Phänomen zeigte sich etwa im Februar 2022, als ein Sonnensturm 40 SpaceX-Satelliten zerstört hatte.

Sonnensturm am 14. April bringt wohl Polarlichter – wo sie zu sehen sind

Für Donnerstag, dem 14. April 2022, gibt die NOAA allerdings Entwarnung. Der Sonnensturm könne wohl keine Schäden verursachen. Ein Sonnensturm der Stärke „G2“ wird erwartet, der laut „Future Zone“ bis zum 55. Breitengrad ein weiteres Mal für Polarlichter sorgen könnte. Bis zur Höhe Glasgows könnte man demnach die Lichter am Nachthimmel verfolgen. In Hamburg und Norddeutschland wird man von dem Ereignis also wohl nichts mitbekommen. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare