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Sonnensturm 2022: „Auswirkungen spürbar“ für Erde

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Ein Sonnensturm soll um den 24. Januar die Erde getroffen haben. Eine Wissenschaftlerin warnte bereits im Vorfeld vor möglichen Folgen der Sonnenaktivität.

Boulder, Colorado, USA – Stromausfälle, Probleme mit dem Handynetz oder Auswirkungen auf den Flugverkehr – Sonnenstürme können eine Vielzahl von Konsequenzen mit sich bringen. Drohten am Wochenende rund um den 22. Januar 2022 derartige Szenarien? Zufolge des britischen „Express“ waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vorgewarnt: Bereits im Vorfeld sprach Physikerin Dr. Tamitha Skov von einem spürbaren Effekt. Was der vergangene Sonnensturm wirklich hervorbrachte.

Wetterdienst:NOAA-Weltraumwetterprognosezentrum (Space Weather Prediction Center)
Gründung:1961
Hauptstandort:Boulder, Colorado, Vereinigte Staaten
Dachorganisation:National Centers for Environmental Prediction

Sonnensturm 2022 traf Erde – Wissenschaftlerin sagte Gefahr voraus

Vor kurzem thematisierte Wissenschaftlerin Katie Mack ein mögliches Ende des Universums – und sprach von apokalyptischen Zuständen. Die Vorstellung, dass eines Tages das Ende der Welt bevorsteht, fasziniert und beängstigt gleichermaßen. Während der Erdkern auskühlt und so das Leben auf unserem Planeten irgendwann unmöglich machen könnte, könnte andersherum auch die Sonne die Erde in ferner Zukunft zerstören. Die Theorien des Untergangs sind divers. Die Wissenschaft ist sich uneins. Dass ein für Mitte Januar angekündigter Sonnensturm das Leben auf der Erde hätte vorzeitig beenden könnte, ist hingegen ausgeschlossen.

Sonnensturm fliegt Richtung Erde.
Sonnenstürme können für die Erde zur Bedrohung werden. © Jürgen Fälchle/Adobe Stock

Warnung vor Sonnensturm 2022: Im Januar Faktor G2 auf Gefahrenskala erreicht – durch Sonneneruption

Gewisse Gefahren bestehen bei einem Sonnensturm jedoch. Das weiß auch die Astronomie, die zur Vermeidung etwaiger Folgen eines potenziellen Sonnensturms nach wie vor wachsam sind. Das Online-Portal spaceweather.com, das sich ganz und gar den Weiten des Weltraums widmet, prognostizierte für die Zeit um den 22., 23. und 24. Januar 2022 „flüchtige Schläge auf das Magnetfeld der Erde“. Im Zuge dessen war es Wissenschaftlerin Dr. Tamitha Skov, die ebenfalls eine Warnung ausgesprochen hatte. Auf der vom „US Space Weather Center“ (SWPC) erstellten Skala, die von „G1 Minor“ bis „G5 Extreme“ reicht, rechnete man im besagten Zeitraum des Januars 2022 mit dem Faktor G2. Diese Auswirkungen hatte der Sonnensturm letztendlich wirklich.

Sonnenaktivität 2022 wirkt sich im Januar auf Erde aus – Sonnensturm traf Erde

Das wissenschaftliche Forschungszentrum mit Hauptsitz in Boulder im US-Bundesstaat Colorado wollte ein gewisses Risiko nicht ausschließen. En Detail hieß es noch im Vorfeld: „Diese zusätzliche Strahlung kann die Satelliten beschädigen, die wir für Kommunikation und Navigation verwenden – sie kann Stromnetze stören, die unseren Strom liefern“. Im Zuge eines Sonnensturms können die Schäden gar mehrere Tage anhalten. Etwa dann, wenn elektrische Leistungstransformatoren dem Angriff eines Sonnensturms ausgesetzt sind.

Wir befinden uns mitten in diesem schnellen Sonnenwind, der in Richtung der Einschlagzone der Erde gedreht wird.

Dr. Tamitha Skov 

Der Sonnensturm, der laut Wissenschaftlerin Dr. Skov zwischen dem 22. und 24. Januar 2022 die Erde getroffen haben soll, hätte sich zuvor bereits in Richtung der „Einschlagzone“ der Erde bewegt. „Wir befinden uns mitten in diesem schnellen Sonnenwind aus diesem koronalen Loch, der in Richtung der Einschlagzone der Erde gedreht wird“. „Wir werden die Auswirkungen davon in den paar Tagen weiterhin spüren“, spekulierte Dr. Skov im Vorfeld des Astro-Ereignisses.

Aktueller Sonnensturm sorgte im Januar für Polarlichter am Nachthimmel

Doch wie heftig war nun der Sonnensturm? Berichte über etwaige Störungen des Stromnetzes oder Funkverbindungen machten in dem besagten Zeitraum im Januar jedenfalls keine Schlagzeilen. Dass der Sonnensturm jedoch tatsächlich stattgefunden hat, bezeugen zahlreiche User auf Twitter. Viele Tweets wurden von Dr. Skov höchstpersönlich geteilt – sie zeigten Polarlichter, die den Nachthimmel weltweit erleuchtet hatten – sei es in Skandinavien, Großbritannien oder auch in Kanada.

Eine Illustration eines Sonnensturms.
Sonnensturm im Januar 2022: Wie hoch war das Risiko? (Symbolbild) © IMAGO/Panthermedia

Was ist ein Sonnensturm?

Bei einem Sonnensturm schickt die Sonne Strahlung gepaart mit hochenergetisch-geladenen Teilchen in den Weltraum. Treffen diese die Erde, spricht man von einem Sonnensturm.

Was passiert bei einem Sonnensturm auf der Erde?

Die Folgen eines Sonnensturms können vielfältig sein und reichen von Beeinträchtigungen im Flugverkehr bis hin zu Stromausfall. Auch Polarlichter können entstehen, wenn ein Sonnensturm die Erde trifft.

Wie gefährlich ist ein Sonnensturm für die Menschen?

Da die Atmosphäre und das Magnetfeld der Erde weiterhin Schutz bietet, besteht für Menschen bei einem Sonnensturm keine Gefahr.

Wie lange braucht eine Sonneneruption zur Erde?

Laut weather.com informieren Satelliten der NASA und ESA die Weltraumbehörden 18 bis 36 Stunden bevor eine Sonneneruption bevorsteht. Dies sei die Zeit, die es benötigen würde, ehe eine Plasmawolke auf die Erde trifft.

Sonneneruption 2022 verursachte Sonnensturm: Was sind die Folgen für die Erde?

Sonnenstürme werden durch den Effekt des sogenannten koronalen Massenauswurfs (CME) bedingt. Die Sonne stößt Plasma aus und leitet auf diesem Wege den Prozess der Sonneneruption ein. Nach Angaben des britischen Express würde eine Plasmawolke Milliarden Tonnen an hochenergetisch-geladenen Teilchen enthalten. Auf der Erde könnte sich Chaos breit machen – so wie zuletzt am 31. Oktober, als die NASA im Zuge eines Sonnensturms die höchste Warnstufe ausgerufen hatte.

Durch Sonnenaktivität: Satelliten, Stromnetze und Funksignale könnten massiv gestört werden

Aus wissenschaftlicher Perspektive sei ein Sonnensturm wie folgt zu deuten: Zunächst würden die geladenen Teilchen in der Ionosphäre eintreffen. Weil deren Energie „die Dichte und Dichteverteilung in der oberen Atmosphäre erhöhen kann“, könnten insbesondere erdnahe Satelliten in Gefahr geraten. „Die lokale Erwärmung erzeugt auch starke horizontale Schwankungen in der ionosphärischen Dichte, die den Weg von Funksignalen modifizieren und Fehler in den vom GPS bereitgestellten Positionsinformationen verursachen können“, heißt es weiter seitens des US Space Weather Centers. Störungen des Strom- und Funknetzes können genauso gut auftreten wie Polarlichter, in Fachkreisen Aurora Borealis genannt. Letzteres zeigte sich im Januar 2022. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde am 22. Januar 2022 im Vorfeld des angekündigten Sonnensturms erstellt und aufgrund der nicht mehr vorherrschenden Aktualität am 30. Januar 2022 überarbeitet: Hinzugefügt wurden Informationen über die tatsächlich eingetretenen beziehungsweise ausgebliebenen Auswirkungen des Weltraumwetterphänomens auf der Erde.

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