Cornell University

Schwarze Löcher sind rassistisch: Name für Weltraum-Phänomen in Kritik

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
    schließen

Sind schwarze Löcher rassistisch? Es ranken sich viele Mythen um sie, ihre Entstehung gibt noch immer Rätsel auf – doch nun steht eine ganz andere Frage zur Debatte.

New York, USA – Die Erforschung von Schwarzen Löchern stellt Astrologen seit jeher vor große Herausforderungen. Wie aktuelle Beobachtungen nahelegen, kann deren Einfluss den Ursprung als auch das Ende ganzer Galaxien markieren. Begleitet wird das Auftreten von Schwarzen Löchern von einer immensen Kraft, die imstande ist, sämtliche physikalischen Gesetze außer Kraft zu setzen. Noch immer lässt das Phänomen aus dem All Forscher im Unklaren: Wie entstehen Schwarze Löcher? Wie können sie so groß werden? Jetzt kommt eine weitere Frage hinzu: Sind schwarze Löcher rassistisch?

Privatuniversität:Cornell University
Ort:Ithaca, New York, USA
Gründung:1865
Studenten:21.904 (Stand: 2015)

Wissenschaftler erheben schwere Vorwürfe: Sind „Schwarze Löcher“ rassistisch?

1915 legte Albert Einstein mit seinem wegweisenden Werk der allgemeinen Relativitätstheorie den Grundstein zur Erforschung der Schwarzen Löcher. Den Namen erhielten die massiven Gebilde allerdings erst im Jahre 1967 vom amerikanischen Physiker John Wheeler. 55 Jahre später steht der Name auf dem Prüfstand. An der New Yorker Universität Cornell erheben Prof. Nicholas Battaglia und Kollegin Parisa Vaziri große Vorwürfe.

In ihrem Kurs „Schwarze Löcher: Rasse und Kosmos“ sprechen die Wissenschaftler der Astronomie davon, dass es „keine Verbindung zwischen dem Kosmos und der Idee der schwarzen Hautfarben“ gibt. Ihre Kritik ist eindeutig: Die fast ausschließlich weißen Astronomen hätten durch Begriffe wie „Schwarzes Loch die Geschichte der Rassen auf kreative Weise“ fortgeschrieben.

Einer ähnlichen Kritik mussten sich in jüngster Vergangenheit auch einige Unternehmen stellen. Wegen Rassismus-Vorwürfen sah sich Nestlé gezwungen, ihren „Negrita“-Keks umzubenennen*, Wissenschaftler gaben über 1000 Vögeln einen neuen Namen* und der Hamburger Verkehrsverbund strich den Begriff „Schwarzfahrer“. Inwieweit die aktuelle Debatte um Schwarze Löcher, Einfluss auf die Welt der Astronomie haben könnte, ist derzeit noch nicht abzusehen.

Ist der Begriff „Schwarzes Loch“ rassistisch?

„Black Studies“ und Astronomie: Nicht nur Schwarze Löcher stehen in der Kritik

Der Kurs der New Yorker Privatuniversität steht im Zeichen der „Black Studies“. Ihre Anhänger vertreten die Meinung, dass sich der Rassismus aus der Kolonialzeit bis heute weitergetragen habe. Vorangetrieben wurde diese Entwicklung etwa durch die Verwendung bestimmter Wörter – zu denen auch das „Schwarze Loch“ zählen soll. Laut Beschreibung möchte der Kurs „Studenten durch Lektüre in Black Studies in die Grundlagen astronomischer Konzepte einführen“. Weiter heißt es: „Die Konzepte der Astronomie werden das elektromagnetische Spektrum, die Sternentwicklung und die allgemeine Relativitätstheorie umfassen“.

Demnach werden nicht nur Schwarze Löcher auf rassistische Tendenzen untersucht. Der Begriff „Ereignishorizont“, der ebenso der allgemeinen Relativitätstheorie entspringt, steht genauso in der Kritik wie bestimmte Künstler und Musiker. So etwa die Hip-Hop-Band Outkast oder auch Jazz-Musiker Sun Ra. Sie würden „durch kosmologische Themen und Bilder Dunkelheit hervorrufen“. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Imago/McPHOTO/M. Gann

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare