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Neuer erdnaher Planet: Laut Forscher könnte er Leben „beherbergen“

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Von: Christian Einfeldt

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Nach 2016 und 2020 bestätigen Forscher jetzt den dritten erdnahen Planeten im Umfeld des Sterns Proxima Centauri. Ein Forscher sagt, sie könnten Leben „beherbergen“.

Cerro Paranal, Chile – „Proxima Centauri“ ist in Wissenschaftskreisen wohlbekannt. Er gilt als erdnächster Stern. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, trennen uns und den Stern lediglich vier Lichtjahre. Vielleicht übersteigt der tatsächliche Abstand auch die genannte Dimension. Feststeht jedoch, dass die Distanz dennoch gering ist. Die Wissenschaft trifft solche Einschätzungen angesichts astronomischer Maßstäbe – und so wird auch klar, warum auch das Asteroiden-Duo, das sich gestern kurz vor Mitternacht in Erdumlaufbahn begab, in Bezug auf die Erdnähe ähnlich zu bewerten ist. Ein mysteriöses Signal aus Richtung Proxima Centauris ließ Forscherteams zuletzt in den Glauben, der erdnächste Stern und seine Umgebung könnte Leben möglich machen. Dass nun nach 2016 und 2020 ein dritter Planet in unmittelbarer Nähe des Sterns entdeckt wurde, greift die Frage nochmals auf. Also, existiert außerhalb unserer Erde Leben?

Stern:Proxima Centauri
Entfernung zur Erde:4,246 Lichtjahre
Radius:107.280 km
Masse:2,446 × 10^29 kg (0,123 M☉)

Erdnahe Planeten entdeckt: Forscher bestätigen dritten Planeten, auf dem Leben möglich sein könnte

Warum sich die Astronomie für das Geschehen im Weltraum begeistert? Ganz einfach. Die Schlagzeilen lesen sich einfach wie aus einer anderen Welt und könnten kaum spannender sein. Darüber hinaus sind die Möglichkeiten Neues zu entdecken längst noch nicht ausgeschöpft. Auf dem Mond möchte man etwa Sauer- und Wasserstoff für die Erde finden. Und laut Ex-NASA-Wissenschaftler Jim Green ist eine Erforschung des Mars nicht zuletzt deshalb spannend, weil der Mars eines Tages „bewohnbar“ sein könnte – zumindest wenn bestimmte Parameter stimmen.

Es sind Gründe wie diese, die die Wissenschaft seit jeher verleiten, ihren Blick zu schärfen. Das Weltall hat mehr zu bieten als nur Mars, Mond und Jupiter. Auch sogenannte Exoplaneten, Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, interessieren. Eine Studentin wertete unlängst für NASA-Arbeiten diverse Daten und Berechnungen aus. Das Ergebnis waren zwei Planeten, die potenziell bewohnbar sein könnten. 24 lebensfreundliche Planeten wurden bereits zuvor entdeckt. Natürlich stellt sich die Frage, ob sie Hoffnung auf ein „besseres Leben“ machen könnten.

Zweite Erde – wie wird ein erdähnlicher Planet definiert

Die Forschung klassifiziert als erdähnlich einen Planeten, der eine feste Struktur hat. Zudem muss er wie die Erde durch die eigene Anziehungskraft zur Kugel geformt sein – und größtenteils aus Gestein bestehen. Weitere Kriterien, um den Planeten tatsächlich annähernd als „Zweite Erde“ bezeichnen zu können, sind das Vorhandensein von Wasser sowie einer lebensfreundlichen Atmosphäre.

Zweite Erden: Welche Planeten sind noch bewohnbar?

Zu der Liste der potenziell bewohnbaren Planeten zählen unter anderem „Teegarden b“, „Kepler-1649c“ oder „Proxima b“.

Erdnaher Planet: Was ist ein Exoplanet?

Ein Exoplanet bezeichnet einen planetaren Himmelskörper, der sich außerhalb unseres Sonnensystems befindet. Nicht von der Sonne, sondern von einem anderen Stern wird ein Exoplanet gravitativ beeinflusst. Bislang wurden knapp 5.000 Exoplaneten entdeckt.

Wie weit ist der nächste Exoplanet entfernt?

„Proxima b“ („Proxima Centauri b“) gilt der Erde am nächsten. Der Exoplanet umkreist den rund 4,2 Lichtjahre von der Erde entfernten Stern „Proxima Centauri“.

In Zeiten des Ukraine-Kriegs* und der Corona-Pandemie träumen aktuell sicherlich nicht wenige von einem Neustart auf einem anderen Planeten. Auch wenn solche Träume weit hergeholt sind und sich ohnehin nicht von heute auf morgen realisieren lassen: Die Wissenschaft beobachtete, dass rund um den erdnächsten Stern „Proxima Centauri“ gleich drei Exoplaneten kreisen. Was hat es mit der astronomischen Neu-Entdeckung auf sich – und könnten sie schon Leben beheimaten?

Neuer erdnaher Planet offiziell bestätigt: Er ist nur vier Millionen Kilometer von erdnahen Stern entfernt

2016 entdeckte ein Forscherteam den ersten Planeten rund um Proxima Centauri. Es folgt die Entdeckung von „Proxima c“ im Jahre 2020. 2020 war diesbezüglich ein wichtiges Jahr für die Forschung. Es war das Jahr, in dem die Wissenschaft erste Hinweise auf die Existenz vom dritten Himmelskörper entdeckte. Zwei Jahre, 2022, gilt auch das Dasein vom dritten Planeten als offiziell bestätigt.

Möglich wurde der Fund durch das „Very Large Telescope“ (VLT), das einst in der Bergregion Nord-Chiles installiert wurde. Forscher*innen der Europäischen Südsternwarte (ESO) verkündeten die Entdeckung im Astro-Fachblatt „Astronomy & Astrophysics“. Unter Berufung auf Angaben der Frankfurter Rundschau soll sich „Proxima d“ rund vier Millionen Kilometer von seinem Stern Proxima Centauri aufhalten. Damit sei er dem erdnächsten Stern deutlich näher als es etwa die Erde zum Mond oder zur Sonne ist.

Proxima b
„Proxima b“ wurde bereits 2016 entdeckt. Er gilt womöglich als erdnächster Planet. (Symbolbild) © Science Photo Library/imago

Neben einer Dauer von etwa fünf Tage, die es brauchen würde, ehe Proxima d den Stern umkreist, spricht die Wissenschaft von Wassermengen, die auf der Oberfläche des Planeten vorzufinden sein könnten. Damit nehmen Gedanken Einfluss auf die Forschung, die eine Besiedlung auf anderen Planeten möglich machen wollen. Vielleicht existiert ja auf dem neu-entdeckten Planet bereits Leben? Aufgrund der Wasser-Vorkommen ein gar nicht so abwegiger Gedanke. Laut Professor Conway Morris könnte es sogar möglich sein, dass Außerirdische auf anderen Planeten Menschen sein könnten. Ob das auch auf Proxima d der Fall ist – und ob die These überstimmt stimmt, bleibt jedoch erstmal ein Streitthema.

Erdnahe Planeten sind für Forschung „äußerst bedeutsam“ – weil sie „Leben beherbergen könnten“

Proxima d überrascht nicht nur durch seine Nähe zu Proxima Centauri und seine potenziellen Wassermengen. Wie fr.de berichtet, besitzt der Gesteinsplanet eine Masse von gerade einmal 0,226 Erden – es ist der leichteste Exoplanet, der mithilfe der sogenannten Radialgeschwindigkeitstechnik ausfindig gemacht werden konnte. Diese Maßnahme spiegelt Methoden wider, die durch Schwankungen in der Bewegung von Proxima Centauri den neuen Himmelskörper gefunden haben. Bedingt werden diese minimale Schwankungen des Sterns nämlich durch die planetarische Anziehungskraft. Wenngleich sich der erdnächste Stern im Zuge der Forschung lediglich um 40 Zentimeter die Sekunde bzw. 1,44 km/h bewegt hatte, konnten die verantwortlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Fund von Proxima d öffentlich machen.

ESO-Wissenschaftler Pedro Figueira bezeichnete die Entdeckung als „äußerst bedeutsam“. Was den Fund von Proxima d so besonders macht, offenbart ein Vergleich mit der Erde, die sich laut aktueller Forschungen immer langsamer drehen würde. Ein Erdstillstand „würde jeden töten“, sagte Physiker Neil deGrasse Tyson. Umso wichtiger sei, dass man nun trotz wenigen Hinweisen einen weiteren Planeten verifizieren konnte.

„Er zeigt, dass die Radialgeschwindigkeitstechnik das Potenzial hat, leichte Planeten wie unseren eigenen zu entdecken, die vermutlich die häufigsten in unserer Galaxie sind und die möglicherweise Leben, wie wir es kennen, beherbergen können“, sagt Figueira. Die Astronomie könnte also tatsächlich auf eine „zweite Erde“ gestoßen sein. Die Zeit wird es zeigen. *24hamburg.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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