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NASA segelt zu Asteroiden: Kuriose Mission startet im März 2022

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Von: Christian Einfeldt

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Eine NASA-Mission startet, die schon bald Schule machen könnte: Ein Raumschiff, klein wie ein Schuhkarton, fliegt mit einem riesigen Segel zu einem Asteroiden.

Washington, D.C – Die Astronomie steckt mitten in den Vorbereitungen: Ein Szenario wie im Netflix-Film Don‘t Look Up soll der Menschheit, die aufgrund des sechsten Massenaussterbens schon jetzt Sorgen tragen müsste, erspart bleiben. Die Raumfahrt setzt auf entsprechende Strategien der planetaren Verteidigung und treibt die Forschung weiter voran. Die Pläne faszinieren: Etwa dann, wenn Flugzeughersteller Airbus zur Verteidigung gegen Asteroiden Satelliteneinsetzen will und die NASA bei der DART Mission einen Asteroiden mit einer Sonde beschießen möchte. Hört man von deren neueste Idee, reichen sich Faszination und Verwunderung die Hand: Ein Raumschiff in der Größe eines Schuhkartons soll zu einem Asteroiden gebracht werden – mithilfe eines Segels.

Behörde:NASA
Hauptsitz:Washington, D.C., Vereinigte Staaten
Gründer:Dwight D. Eisenhower
Gründung:29. Juli 1958, USA

NASA will im März 2022 zu einem Asteroiden segeln – das steckt hinter dem kuriosen Plan

Spätestens seit dem eine Asteroiden-Simulation der NASA beunruhigende Resultate geliefert hatte, guckt man etwas genauer auf die Schlagzeilen. Ein 1.800-Meter-Asteroid könnte im Mai 2022 in Erdnähe sein, der „potenziell gefährlichste“Asteroid könnte im Mai 2023 gar einschlagen – was die Nasa allerdings für unwahrscheinlich hält. Immer dann, wenn die Realität ausgedachte Science-Fiction-Szenerien einzuholen droht, sitzt die NASA bereits an nächstem Plan, der die Erde retten soll.

NASA-Segel. Daneben ein erdnaher Asteroid.
NASA-Mission startet im März 2022: NEA-Scout fliegt mit Segel zu einem Asteroiden. (Symbolild) © NASA und IMAGO / agefotostock

Es ist Anfang 2022 und die NASA macht ihr ungewöhnliches Vorhaben publik, zu einem Asteroiden segeln zu wollen. Ist die Gefahr einer abstrakten Gewalt aus dem Weltraum doch höher einzuschätzen, als angenommen? 15 Asteroiden, die in der ersten Januar-Woche 2022 den Erd-Orbit heimgesucht hatten, könnten mancherorts für Verunsicherung sorgen. Eines ist jedenfalls klar: Die NASA möchte für einen potenziellen Asteroideneinschlag eines Tages vorbereitet sein. Das Spektakuläre: Jetzt will die Raumfahrt mit einem Segel zu einem Asteroiden fliegen.

Erdnaher Asteroid. Daneben ein Segel.
NASA-Mission startet im März 2022: NEA-Scout fliegt mit Segel zu einem Asteroiden. (Symbolild) © IMAGO / agefotostock und IMAGO / McPHOTO/F.Scholz

„Near-Earth Asteroid Scout“: NASA lässt Schuhkarton-kleines Raumschiff „CubeSeat“ zu erdnahem Asteroiden segeln

Laut futurezone.at – unter Berufung des Online-Portals Gizmondo – wäre das eine einzigartige Idee – noch nie dagewesen, die Kuriosität nicht von der Hand zu weisen. Klar, dass Gizmodo die Strategie kurzerhand als „verrückt“ beschreibt. Eine Frage, die sich unvermeidlich stellt: Was hat die NASA da überhaupt vor? Nach Berichten von Futurezone basiert die neuste Idee der planetaren Verteidigung auf der Vorstellung, mit einem Raumschiff – etwa so groß wie ein Schuhkarton – namens „CubeSat“ den „Near-Earth Asteroid Scout“ (NEA Scout) ins All zu befördern.

NASA-Segel kann im All bis zu 85 Quadratmeter groß werden

Der Plan sieht vor, bereits im März 2022 den Testflug zu starten. Angepeilt wird laut Online-Portal Golem der 12. März 2022 – dann wenn, auch die Mond-Mission „Artemis I“ Richtung Weltall startet. Ist es erstmal so weit, könnte das Segel des Raumschiffs dank seiner Reflexion wichtige Dienste leisten. Die winzige Größe des Raumschiff-Satelliten wird gewissermaßen von seinem Segel kompensiert: Im All soll sich das Segel bis auf 85 Quadratmeter ausbreiten können. Erst einmal in Fahrt gekommen, schöpft das Segel seine Antriebskraft übrigens aus den Lichtteilchen, die elektromagnetische Strahlung ausmachen, den Photonen der Sonne.

Das Weltall, im Vordergrund ein Asteroid und das NASA-Segel für die Mission Near-Earth Asteroid Scout
NASA-Mission startet im März 2022: NEA-Scout fliegt mit Segel zu einem Asteroiden. (Symbolild) © NASA

NASA vor Start der Asteroiden-Mission: „Verrückte“ Idee soll Gefahr erforschen

Das Segel passt seine Position stets in Abhängigkeit zum Winkel der Sonneneinstrahlung an. Ist man sich dessen bewusst, ist nur wenig verwunderlich, dass der Near-Earth Asteroid Scout laut Futurezone problemlos seine Flugbahn ändern könne. Schnelle Geschwindigkeiten könne man im Zuge der Raumfahrt übrigens nicht erwarten: „Near Scout wird den wahrscheinlich langsamsten Vorbeiflug an einem Asteroiden aller Zeiten durchführen - mit einer relativen Geschwindigkeit von weniger als 30 Metern pro Sekunde“, bestätigte zuletzt die zuständige Forschungsleiterin Julie Castillo-Rogez.

Nea Scout wird den wahrscheinlich langsamsten Vorbeiflug an einem Asteroiden aller Zeiten durchführen

NASA-Forschungsleiterin Julie Castillo-Rogez

NASA segelt zu Asteroid 2020 GE: Wie gefährlich ist er?

Gepaart mit seiner Triebkraft könnte der „CubeSat“ wenig später sein Ziel erreichen: Asteroid 2020 GE. Einem 18 Meter großen Himmelskörper, von dem die NASA unlängst sagte: „2020 GE repräsentiert eine Klasse von Asteroiden, über die wir derzeit sehr wenig wissen“. Für die Wissenschaft stellen größere Brocken eine weitaus größere Gefahr dar. Dass dennoch ein 18-Meter-Asteroid in den Fokus rückt, hat einen einfachen Grund: Objekte dieser Größe sind im Weltraum häufiger anzutreffen, als etwa der 800-Meter-Asteroid, der seitens der NASA längst als „gefährlich“ eingestuft wurde.

Einschlag von Asteroid: Kleiner Brocken, großer Schaden – auch kleine Flugkörper haben große Zerstörungskraft

Zeugen des Meteoreinschlags am 13. Februar 2013 können dies bestätigen: Der Meteor, der in der russischen Stadt Tscheljabinsk eingeschlagen war, forderte mindestens 1.500 verletzte Menschen – obwohl er nur wenige Meter groß war. Was für eine potenzielle Gefahr Asteroid 2020 GE auszeichnet, gilt es schon bald zu ermitteln. Laut Futurezone gönnt sich die Weltraumbehörde für diese Art der planetaren Verteidigung und Forschung zwei Jahre. Eine zweijährige Weltraum-Reise, jederzeit angetrieben von einem Sonnensegel, die ein ernstzunehmendes Ziel verfolgt: Forschung betreiben, die jegliche Gefahr identifiziert und sie idealerweise bereits im Vorfeld eindämmt. Verläuft die Mission übrigens erfolgreich, sei es nach NASA-Angaben nicht unwahrscheinlich, dass auch zukünftige Weltraum-Missionen mit einem Sonnensegel abheben. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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