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NASA baut Asteroidenabwehr aus – keine Lücken mehr im Warnsystem?

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Von: Christian Einfeldt

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Seit 2017 scannt das ATLAS-System der NASA den Weltraum nach potenziellen Gefahren. Wie weit im Voraus kann die Raumfahrt mittlerweile auf Asteroiden reagieren?

Washington, D.C. – Don‘t Look Up hat gezeigt, wie verheerend die Konsequenzen eines Kometeneinschlags sein könnten. Inwiefern der Netflix-Film ein realistisches Szenario skizziert, ist trotz Astro-News eines sich bis 2031 der Erde nähernden Kometen fraglich. Wichtig sind Verteidigungsstrategien gegen potenzielle Gefahren aus dem All dennoch. Alleine schon der Umstand, dass die NASA einer Simulation zufolge wohl keinen kurzfristig drohenden Asteroiden abwehren kann, macht eine Reaktion seitens der Weltraumbehörde wichtiger denn je. Mit dem Ausbau des ATLAS-Systems (Asteroid Terrestrial-Impact Last Alert System) will die Raumfahrt nun Maßnahmen in die Wege leiten – und könnte auf einmal besser auf Asteroiden vorbereitet sein als je zuvor.

US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft:NASA
Hauptsitz:Washington, D.C., Vereinigte Staaten
Gründer:Dwight D. Eisenhower
Gründung:29. Juli 1958, USA

NASA erweitert Asteroidenabwehr: Warnsystem konnte zuvor nur die Hälfte erfassen

An Strategien, die Asteroiden abwehren sollen, mangelt es nicht: Airbus will Satelliten ins All schicken, die europäische Weltraumorganisation plant 2024 die sogenannte „Hera“-Mission*. Eine ähnliche Idee setzte die NASA bereits Ende 2021 in die Tat um. Es war der Start der DARTS-Mission, die mithilfe einer Sonde einen Asteroiden abschießen soll. Meldungen, die darüber berichten, dass das Warnsystem der NASA Lücken haben könnte und dadurch manche Asteroiden nicht erfassen kann, macht nochmals deutlich, warum die NASA nun in Sachen Asteroiden-Verteidigung nachbessert.

Lange Zeit konnte, das ATLAS-System, das von der Universität Hawaii gesteuert wird, nur auf zwei Teleskope zurückgreifen. Verteilt auf der hawaiischen Insel, scannen sie den Weltraum bereits seit 2017. Dass die Standorte nicht die besten Voraussetzungen bieten, wird der Behörde im Laufe der Zeit immer bewusster. Es heißt, dass bei Wolkenbildung die 24-stündige Suche nach Asteroiden unterbrochen werden müsste. Mit sich ändernden Wetterbedingungen muss die Wissenschaft rechnen. Was jedoch das Vorhaben erschwert: Laut Wissenschaftsportal t3n.de konnten die Teleskope bislang nur die Hälfte des Nachthimmels wahrnehmen.

Asteroidenabwehr: NASA kann jetzt ganzen Himmel scannen

Zwei weitere Teleskope sollen der Raumfahrt jetzt eine bessere Sicht verschaffen. Während sich die Teleskope zuvor also ausschließlich auf Hawaii befanden, wurden die Pläne zur Installation der neuen Teleskope mit mehr Weitsicht angegangen. Laut t3n, unter Berufung auf das Online-Portal Inverse, befindet sich demnach eines in Südafrika, ein weiteres in Chile.

Asteroiden treffen die Erde.
Bessere Sicht auf Asteroiden: NASA hat ihre Kapazitäten erweitert. (Symbolbild) © IMAGO / agefotostock

Folgen der Corona-Pandemie hätten auch bei der NASA für Verzögerungen im geplanten Ablauf gesorgt. Mittlerweile sind die beiden zusätzlichen Teleskope aufgebaut und voll funktionstüchtig. ATLAS kann jetzt den gesamten Himmel scannen. Laut t3n ließen die neuesten Erkenntnisse nicht lange auf sich warten. Die verantwortlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler machten bereits am 22. Januar 2022 in Südafrika eine interessante Entdeckung: „2022 BK“ – der erste Asteroid, der vom neuen Teleskop entdeckt wurde. Dabei handelt es sich um einen 100 Meter großen Asteroiden. Seine Flugbahn würde laut t3n.de zur Folge haben, dass für unsere Erde keine Gefahr besteht.

NASA-Warnsystem soll 20 Meter-Asteroiden innerhalb von 24 Stunden erkennen

Das aufgerüstete ATLAS-System ist vielversprechend. Unter Rücksprache mit weiteren Observatorien sollen die potenziellen Gefahren früh erkannt werden. Die Wissenschaft erhofft sich, dass das NASA-Projekt binnen drei Wochen gefährliche Himmelskörper aufspüren kann. Damit sind in erster Linie Asteroiden ab einer Größe um die einhundert Meter gemeint. Auf kleinere Asteroiden, etwa 20 Meter groß, soll das System jedoch schon innerhalb von 24 Stunden aufmerksam machen – sodass die Menschheit eben ausreichend vorbereitet wäre. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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