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Mond soll Erde mit Wasser und Sauerstoff versorgen: NASA geht auf Mission

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Von: Christian Einfeldt

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Der Mond kann eine wichtige Quelle für irdische Ressourcen sein. Die NASA will jetzt aus den Kratern des Mondes Wasser- und Sauerstoff gewinnen.

Washington D.C. – Die Weltbevölkerung lebt über ihren Verhältnissen – eine Beobachtung, die sich nicht nur auf eine Mutmaßung stützt. Nach Information der WWF hat die Weltbevölkerung bereits am 29. Juli 2021 alle natürlichen Ressourcen, die innerhalb des Jahres wiederherstellbar gewesen wären, verbraucht. Während Co2-Emissionen weiter steigen, machen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch um die wohl wertvollste Ressource Sorgen: den Wasserstoff. Die NASA ist sich dessen bewusst und wagt ein weiteres Mal einen Blick Richtung Weltraum. Erste Befunde liegen vor, dass der Mond schon bald eine wichtige Wasser- und Sauerstoffquelle für die Erde sein könnte.

Satellit:Mond
Entfernung zur Erde:384.400 km
Radius:1.737,4 km
Umlaufzeit:27 Tage

Mond könnte zum Ressourcen-Lieferant für die Erde werden: NASA will Abbau starten

Bei der Mondlandung 1972 gab es nur wenig Anzeichen, dass der Mond, der uns im November 2021 die längste Eklipse des Jahrhunderts liefert, Wasser bergen könnte. Auf dem gesamten Erd-Satelliten schien sich Trockenheit und Dürre breit gemacht zu haben. Die spätere Forschung zeichnet jedoch ein anderes Bild. 2009 konnte etwa der letzte Beweis erbracht werden, dass der Mond zahlreiche Wasserreserven beheimatet. Forscherinnen und Forscher schossen eine Rakete inmitten eines Kraters. Durch die enorme Auswurfwolke konnten sie schon bald auf das gesuchte Wasser stoßen.

Nach Berichten von „pm-wissen.com“ könnte sich die Menschheit schon bald exakt diesem Umstand zunutze machen. Strom könne das H20-Molekül in Wasser- und Sauerstoff aufspalten. Die Krater des Mondes, die das Wasser letzten Endes speichern, zählen zu den kältesten Orten des Sonnensystems. Minus 248 Grad Celsius beträgt die Temperatur, die in den Abgründen vorherrschen kann.

Da die Krater über viele Millionen Jahre hinweg Eis auffangen, könnte die Menschheit aus dem Vollen schöpfen. Rund 600 Millionen Tonnen Wassereis lagern die Mondkrater. Bedingt wird das Wasser-Vorkommen auf dem Mond überhaupt erst durch Kometen- und Meteoriteneinschläge. Nicht ausgeschlossen also vielleicht sogar, dass der 150-Kilometer-Komet, der sich aktuell Richtung Erde bewegt, für weitere Reserven sorgt.

Ressourcen-Abbau auf dem Mond 2023: NASA will nach Eis bohren – 600 Millionen Tonnen Wassereis vorhanden

So fortgeschritten der Stand der Forschung auch sein mag, viele Fragen sind immer noch ungeklärt. Wie konzentriert ist das Wassereis? In welcher Form liegt es vor? Alles Fragen, die es noch vollends zu beantworten gilt. Eine NASA-Mission, die 2023 einen Rover auf dem Mond befördern will, könnte erste Antworten liefern. Die NASA, die vor kurzem aufgrund unseres Mondes vor weiteren Überflutungen warnte*, erhofft sich mit dem Einsatz nach Eis bohren zu können.

Die Forschung wartet also schon sehnsüchtig auf die Reise Richtung Mond, die in zwei Jahren ansteht. Die NASA hofft auf eine Bestätigung ihrer Annahmen. Stoßen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf die Wasserquellen, könnte das ein wichtiger Schritt in Richtung Wassereis-Bergbau darstellen. Aller Voraussicht nach liegt das Eis in einer zunächst unbrauchbaren Form vor. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermuten, dass das Vorkommen knochenhart sein könnte.

Das Foto zeigt den Mond. Daneben ein Gletscher.
Die NASA hofft in den kommenden Jahren aus den Kratern des Mondes Wasser schöpfen zu können. (Symbolbild) © imago

Das Wassereis muss daher zunächst vom sogenannten Regolith gesäubert werden. Gewissermaßen eine überlagerte Schicht, die sich im Laufe der Zeit durch unterschiedlichste Prozesse gebildet hat. Im Hinblick auf die enorme Kälte bedarf es sowieso einer besonderen Technik und spezieller Werkstoffe. Aktuelle Überlegungen spielen etwa darauf an, das Wasser mit Infrarot- und Mikrowellen zu schöpfen. Danach müsste das Eis ausgesiebt werden.

„Das würde einen wahrscheinlich umbringen“: Mond-Wasser muss aufwendig gesäubert werden

Da beim späteren Erwärmen nur das Wassereis, aber nicht der Regolith erhitzt wird, könne so viel Strom gespart werden. „Welches die beste Methode ist, hängt davon ab, wie konzentriert und hart das Eis ist“, sagt NASA-Wissenschaftler Sanders. „Sobald Viper Daten liefert, entscheiden wir uns für eine Vorgehensweise und erproben sie auf dem Mond.“ Im Laufe der 2020er-Jahre sind bereits weitere Robotermissionen geplant, die dahingehend Aufschluss geben sollen.

Eines ist jedenfalls jetzt schon klar: Das Mond-Eis unverarbeitet als Trinkwasser zu nutzen, wäre fatal. Aidan Cowley, Wissenschaftler am Europäischen Astronautenzentrum in Köln, warnt: „Das würde einen wahrscheinlich umbringen.“ Schließlich liegt auf dem Mond, der laut neuester Forschung übrigens nur das Schlafverhalten von Männern beeinflusst, kein „reines H₂O“ vor. Cowley sagt: „Es ist vermischt mit Sulfiden und organischen Molekülen“. Zur weiteren Nutzung müsse es erst gründlich gereinigt werden.

Mond könnte Erde auch mit Sauerstoff versorgen – NASA startet 2024 weitere Mission

Ein weiteres Augenmerk der NASA, die noch im November 2021 erstmalig ein Asteroiden-Abschusskommando startet, liegt auf der Luft, die wir atmen. Die wird auf der Erde knapp, irgendwann droht eine Sauerstoff-Apokalypse – die NASA berechnete bereits, wann uns die Luft ausgeht. Ein weiteres Mal würden sich die Mond-Krater als eine gute Quelle erweisen. Mehr als 40 Prozent an Sauerstoff seien im Regolith zu finden. Doch ein Problem beschäftigt die Weltraumforscher: Weil er auf dem Mond nur chemisch gebunden als Silikat und Oxid vorliegt, stellt die Sauerstoff-Gewinnung die Wissenschaft vor großen Herausforderungen. Nur unter energieaufwendigen Verfahren kann er von den restlichen Elementen getrennt werden.

Die NASA hat daher bereits über 20 Extraktionstechniken durchleuchtet. Als vielversprechendste Methode hat sich bislang die sogenannte carbonthermische Reduktion herauskristallisiert. Das Verfahren, das zunächst unter Einwirkung von Hitze, Sauerstoff von Metallen trennt, könne nach Angaben der NASA-Forschung auch aus einem weiteren Gesichtspunkt interessant für die Menschheit sein.

Mond soll zur Fabrik für Sauerstoff werden – davon träumt die NASA

Ähnlich wie die gewonnenen Wassermengen könnte auch der Sauerstoff als Grundlage für Raketentreibstoff dienen. Der Traum der NASA wäre jedenfalls eine Mondfabrik, die jährlich bis zu zehn Tonnen Sauerstoff abwirft. Drei Jahren hat die NASA noch Zeit, ihre irdischen Tests durchzuführen – bis 2024 dann auch die Mond-Reise für mehr Sauerstoff anstehen könnte. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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