„Zittern in der Luft“

Meteorit Norwegen 2021: Brennender Himmelskörper schlägt bei Oslo ein

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Am Sonntag, 25. Juli, wird es um 1.00 Uhr nachts in Norwegen schlagartig hell. Ein riesiger Meteorit schlägt in der Nähe von Oslo ein und hinterlässt einige Fragen.

Oslo – In der Nacht zum Sonntag, dem 25. Juli, ereignete sich im Süden Norwegens ein wahres Spektakel. Ein großer Meteorit machte seinen Weg Richtung Erde und schlug in der Nähe der norwegischen Hauptstadt Oslo ein. Zeugen berichteten zufolge des norwegischen Senders NRK von lauten Geräuschen und einer extremen hellen Lichtquelle. Es sei ein Feuerball gewesen, der den gesamten Nachthimmel erleuchtete, so ein Reporter der norwegischen Zeitung VG. Sogar in Schweden konnten Menschen Zeuge dieses Ereignisses werden. Doch woher stammt dieser mysteriöser Meteorit?

Land:Norwegen
Hauptstadt:Oslo
Bevölkerung:5,328 Millionen (2019)
Währung:Norwegische Krone

Meteorit in Norwegen eingeschlagen: Er stammt aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter

Gegen 1.00 Uhr Ortszeit wurde es mitten in der norwegischen Nacht auf einen Schlag hell: Ein Meteorit-Einschlag brachte Südnorwegen und Teile Schweden zum Staunen. Wie Experten mutmaßen, sei der Meteorit westlich von Oslo gelandet. Sie stehen nun vor der großen Herausforderungen, die eingeschlagenen Steinbrocken zu finden, denn für die Untersuchung von Meteoriten sind sie extrem wertvoll.

Wie entsteht ein Meteorit: Kollision von Asteroiden als Ursache

Allgemein sprechen Experten vom Grundsatz, dass Meteoriten kleiner sind als Asteroiden, für deren Einschläge aktuell ein gemeinsamer Rettungsplan der NASA und ESA läuft. Das ist logisch, denn die meisten Meteoriten entstehen durch eine Kollision eines Asteroiden mit einem anderen Himmelskörper. Als Bruchstücke „fliegen“ sie weiter durchs All und können so eben auch unvorhergesehen auf der Erde einschlagen oder zumindest sichtbar an ihr vorbeirasen. Erst einmal nur im Vorbeiflug befindet sich wohl auch der Asteroid Apophis – ein möglicher Einschlag wurde gerade neu berechnet. Zuvor waren Experten noch davon ausgegangen, dass Apophis auf der Erde einschlägt, weil er plötzlich die Flugbahn geändert hatte.

Der Meteorit in Norwegen soll mehrere Dutzend Kilos gewogen haben

Noch ist unklar, wie groß der Meteorit tatsächlich war. Zeugenaussagen lassen jedenfalls eine erhebliche Größe vermuten. Aktuell stehen Mutmaßungen im Raum, die von einem Gewicht von mehreren Dutzend Kilos ausgehen. Bezüglich der Herkunft des Weltall-Brockens lässt sich unterdessen bereits mehr sagen. Zufolge des VG-Berichtes sind sich Forscher aktuell sicher, dass der Meteorit ursprünglich dem Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter entsprang.

Aufgrund seiner Atmosphäre ist der Mars für Weltall-Forscher besonders spannend. Doch auch ein anderer Planet zieht aktuell die Experten-Blicke auf sich: So haben Forscher vor kurzem vermutlich eine „zweite Erde“ entdeckt, auf der lebensfreundliche Bedingungen vorherrschen.

Ein Meteorit schlug mit mehr als 58.700 Kilometer pro Stunde in Norwegen ein. (Symbolbild)

Wo ist der Meteorit in Norwegen eingeschlagen?

Aktuell läuft die Suche nach den in der Nähe von Oslo eingeschlagenen Meteorit-Brocken auf Hochtouren. Als Einschlagort vermutet wird der Fels in einem Waldgebiet in der Nähe der Hauptstadt Oslo. So wurden bereits Forscher in das etwa 60 km von Oslo entfernte Gebiet namens Finnemarka entsandt. Parallel macht derzeit ein Video auf Twitter die Runde, das das das Spektakel festhält. Das kurze Video zeigt starke Lichtblitze, ehe ein lauter Knall einsetzt.

Wie die BBC berichtet, gingen in der Nacht des Meteorit-Einschlags unzählige Notrufe bei der norwegischen Polizei ein. Verletzte oder Schäden soll es nicht gegeben haben. Das norwegische Meteorit-Netzwerk spricht von einem Zeitraum von etwa fünf Sekunden, in dem der Meteorit zu sehen war. Dabei hatte der Brocken wohl eine Geschwindigkeit von rund 16,3 km/s – mehr als 58.700 Kilometer pro Stunde.

„Weltweit nur sehr selten zu sehen“: Meteoriteneinschlag 2021 ist eine Sensation

Die Frau des norwegischen Astronoms Vegard Rekaa hatte das Schauspiel mit eigenen Augen gesehen. Sie berichtet der BBC von einem „Zittern in der Luft“, gefolgt von einer riesigen Explosion, die zunächst Schlimmes vermuten ließ. Im Gegensatz zu Asteroiden, deren Einschläge laut US-Forscher häufiger als bisher angenommen die Erde treffen, sei ein Meteorit weltweit „nur sehr selten zu sehen“, sagte Rekaa.

Darum sei der als sei der Feuerball beschriebene Meteoritenflug so besonders – eben weil so viele Menschen das Spektakel bezeugen konnten. Eine Sensation, das eher „gruselig“ als gefährlich gewesen war, so der Forscher Morten Bilet – und viele zunächst ehrfürchtig zurückließ. Schließlich hätten die brennenden Steinbrocken durchaus auch Wohnhäuser oder fahrende Autos treffen können. Ob es so glimpflich auch im Fall des Himmelskörpers 2009JF1 abläuft, bleibt zu hoffen: Der Asteroid nimmt Kurs auf die Erde: Experten berechnen den Einschlag bereits für 2022. Dass ein solcher Einschlag fatale Folgen haben würde, zeigte gerade erste eine NASA-Simulation, die Forscher in große Sorge versetzt *. *24hamburg.de sind tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Erwin Filimon/picture alliance/dpa/Sternwarte Gahberg

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