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Komet Leonard könnte auseinanderbrechen – genau über unserer Erde

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Von: Christian Einfeldt

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Könnte Komet Leonard nun doch gefährlich werden? Gerade galt er als friedlicher „Adventskomet“, jetzt droht er zu zerbrechen. Und er ist der Erde noch ganz nah.

Maryland – Komet Leonard galt lange als der meist erwartete Komet des Jahres. Neben den Geminiden, die bereits morgen bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde versprechen, womöglich das letzte Astro-Highlight 2021. Mit hohen Erwartungen verfolgten weltweit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Geschehen am Nachthimmel. Insbesondere am Morgen des 12. Dezembers, dem Tag, als Komet Leonard der Erde am nächsten war.

Es dauerte nicht lang und die Euphorie wich der Realität. Der Komet war zu schwer zu erkennen. Mittelwelle weiß Forscher Quanzhi Ye, warum das Signal so dunkel war – und befürchtet nichts Gutes. Könnte der Komet jetzt in alle Einzelteile zerbrechen?

Komet:C/2021 A1 (Leonard)
Entdecker:Gregory J. Leonard
Datum der Entdeckung:3. Januar 2021

Mit Komet Leonard passiert „etwas Ungesundes“ – plötzlich verdunkelt er sich

Im Vorfeld machte die Wissenschaft große Versprechungen: Mit bloßem Auge sei der Komet zu sehen. Komet Leonard wird am dritten Advent zum Weihnachtsstern – auch 24hamburg.de berichtete davon. Weltweit zückte man die Teleskope und beobachtete den angepriesenen Himmelskörper. Dass es für europäische Astro-Fans bedeutete, bereits früh morgens aufzustehen, nahm man in Kauf. Auf Twitter teilten sie wenig später ihre Eindrücke des heraneilenden Kometen: Einen guten Blick Richtung Weltraum gab es allerdings nur in den seltensten Fällen.

Wie space.com vor wenigen Tagen bekannt gegeben hatte, kennen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jetzt die Ursache: Der Komet verblasste – obwohl er sich gerade der Sonne näherte. „Wenn er nicht heller wird, stimmt etwas nicht“, sagte Astronom Quanzhi Ye dem Wissenschaftsmagazin. Der Wissenschaftler der University of Maryland erzählt davon, dass „etwas Ungesundes“ passieren würde. Yes Berechnungen ergeben, dass die Verdunkelung des Kometen nur eines bedeuten kann: Er steht kurz davor, auseinander zu brechen – und könnte schon bald auch der Erde gefährlich werden.

„Komet sollte heller und heller werden“ – Astronom in Sorge

„Das sind keine guten Nachrichten. Der Komet sollte heller und heller werden“, sagte Ye. Die Vergangenheit hätte die Auswirkung längst prophezeit: Verblassen Kometen, obwohl sie der Sonne immer näher kommen, zerbrechen sie. So war es auch schon bei Komet C/2019 Y4 (ATLAS), als er 20. April 2020 die Sonne begegnete. Auch er zerbrach auf seinem Weg zur Sonne in alle Einzelteile. Mithilfe des Hubble-Teleskops konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mindestens 30 Bruchstücke entdecken. Einige hatten die Größe eines Hauses.

Der Komet Lulin ist mit bloßem Auge sichtbar
Komet Leonard: Am Morgen des 12. Dezembers konnte man ihn am besten sehen. (Symbolbild) © Jack Newton/dpa

Die Erde trug keinen Schaden davon. Die Einzelteile sollten nicht die Erde treffen. Ebenso wenig wird über eine diesjährige Gefahr spekuliert. Immer wieder zeigt sich die Astronomie gleichermaßen verwundert wie besorgt, sollte ein Komet zerbrechen.

Wie Quanzhi Ye gegenüber space.com bestätigt, könne es durchaus sein, dass die beiden Kometen weitaus mehr Gemeinsamkeiten haben, als noch zuvor angenommen. Genauso wie 2020 könnte es auch 2021 der Fall sein, dass das Eis des Kometen zu verdampfen beginnt und der Komet entsprechend Teile seines Himmelskörpers abwirft und bricht. Auch seine Verdunkelung könnte daraus resultieren.

Komet Leonard gibt Rätsel auf: „Wir wissen es noch nicht“

Es dauert nicht mehr lange, bis sich Komet Leonard wissenschaftlicher Berechnungen zufolge aus unserer Erdumlaufbahn verabschiedet. Nachdem er am 12. Dezember mitunter auch für uns sichtbar war, zeigt er in wenigen Tagen nochmals der Südhalbkugel. Danach tritt Komet Leonard eine lange, ungewisse Reise an: Er verabschiedet sich aus unserem Sonnensystem. Droht ihm jetzt also schon ein vorzeitiges Ende? Quanzhi Ye will die Hoffnung nicht aufgeben, dass er es schafft aus unserer Galaxie zu verschwinden und sich aus dem Staub zu machen, ohne dass er zerbricht.

Gleichzeitig weiß er auch, wie unpräzise Berechnungen der Astronomie sein können – siehe Asteroid Apophis, dessen Flugbahn die NASA neu berechnen musste. Wenige Tage bevor der Komet der Erde am nächsten war, sagte Ye: „Auf den Bildern, die ich von heute Morgen (7. Dezember) gesehen habe, scheint der Komet immer noch in Ordnung zu sein – morphologisch sieht er gut aus. Aber der an sich verblassende Trend setzt sich immer noch fort“, sagte Ye. „Die Zeit wird es zeigen – wir wissen es zu diesem Zeitpunkt noch nicht“. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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