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„Katastrophal“: Wie Elon Musk der NASA die Weltrettung versaut

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Die vielen erdnahen SpaceX Satelliten stehen der NASA bei der planetaren Verteidigung wortwörtlich im Weg. Mit „katastrophalen“ Folgen.

Washington, D.C. – Im Kampf gegen Asteroiden braucht es eine freie Sicht: Eine freie Sicht auf den Nachthimmel, den sich die NASA durch einen Ausbau ihrer Asteroidenverteidigung erhofft. Während der Blick der Weltraumbehörde zeitweise eingeschränkt war, können die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jetzt nahezu den ganzen Weltraum scannen. Die NASA scheint also eine Strategie gefunden zu haben, die es erlaubt, rechtzeitig auf Asteroiden und weiteren potenziellen Gefahren reagieren zu können. Doch inwiefern sind die Pläne zur planetaren Verteidigung vereinbar mit den Bestrebungen von Elon Musk, SpaceX und Co. immer mehr Satelliten in Richtung Weltall zu schicken? Für die NASA ist dies ein rücksichtsloses Verhalten. Ein Verhalten, das bald „katastrophale“ Konsequenzen verantworten könnte.

Behörde:NASA
Hauptsitz:Washington, D.C., Vereinigte Staaten
Gründer:Dwight D. Eisenhower
Gründung:29. Juli 1958, USA

Elon Musk behindert die NASA bei planetarer Verteidigung – mit „katastrophalen Folge“

Das All wird voller: Weltraumschrott, der sich irgendwann wie die Ringe des Saturn um die Erde anordnen könnte, ist der Grund. Doch auch Satelliten machen den Weltraum immer voller. Nach Informationen von Spiegel Online gibt sich Elon Musk nicht mit der ersten Genehmigung von 12.000 Satelliten zufrieden. Es sollen weitere 30.000 Satelliten ins Weltall geschickt werden – sodass also eines baldigen Tages alleine 42.000 Satelliten aus dem Hause SpaceX in Erdnähe durchs All trudeln.

SpaceX Satelliten von Elon Musk machen NASA Beobachtung von Asteroiden unmöglich

Das Unternehmen will Internet weltweit verfügbar machen. Vor allem Länder mit unzureichendem Internetzugang sollen profitieren. Zuletzt unterstützte Elon Musk die Ukraine, indem er das Land durch SpaceX Satelliten mit Internet versorgte. Eine Aktion, für die der Unternehmen viel Beifall bekommen hatte. Im Hinblick auf die planetare Verteidigung werden seine Satelliten-Pläne hingegen mit Argwohn betrachtet. Trotz steigender Maßnahmen zur Beobachtung von Asteroiden, um diese im Notfall abwehren zu können: Die Instrumente der NASA könnten irgendwann kaum noch einen Himmelskörper ausmachen bei all den Satelliten, die die Sicht versperren.

Asteroid verdeckt von Satellit: NASA warnt vor „potenziell katastrophalen“ Folgen

Die NASA verurteilt Elon Musks Strategien bereits seit längerem. Jahr für Jahr wird die Erdumlaufbahn dichter. Neben Weltraumschrott könnten auch erdnahe Satelliten dafür sorgen, dass sich auf die Ankunft von Asteroiden noch schlechter reagieren lässt. Die NASA sorgt sich nicht etwa, weil die erdnahe Satelliten 2029 beim Erdanflug des Asteroiden Apophis zerstört werden könnten – die Astronomie macht sich viel eher Sorgen um die planetarische Verteidigung.

Die Erde im Weltraum, daneben ein lachender Elon Musk und das NASA-Logo
NASA warnt: Die Vielzahl an erdnahen SpaceX Satelliten von Elon Musk könnte die Sicht auf Asteroiden versperren. (Symbolbild) © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul/Pavel Golovkin/ESA - P.Carril

Zufolge einer NASA-Simulation, könnte ein Asteroideneinschlag 2022 nicht verhindert werden. Infolgedessen wird es umso wichtiger, dass Himmelskörper zuverlässig beobachtet werden können, um bei einem drohenden Anflug auf die Erde mit Verteidigungsstrategien zu reagieren. Seit den ernüchternden Erkenntnissen aus der Simulation, arbeiten die NASA, ESA und sogar Airbus an Plänen, einen Asteroid-Einschlag zu verhindern.

NASA fordert von US-Behörde, Elon Musks Pläne zu weiteren Satelliten im All stoppen

Die ehrgeizigen Pläne werden nun aber empfindlich gestört: Satelliten würden „Teile von Bilder unbrauchbar machen“, zitiert „Future Zone“ die NASA. Die massiven Auswirkungen für die Raumfahrt sind schon jetzt absehbar – der Grund, warum sich die NASA bereits am 8. Februar an die „Federal Communications Commission“ gewandt hatte. In einem Brief forderten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlerinnen die US-Behörde auf, dem Vorhaben von Musk, weitere Starlink-Satelliten Richtung Weltall zu befördern, einen Riegel vorzuschieben.

SpaceX Satelliten im Weg: NASA Raumfahrzeuge müssen ausweichen, Sicht auf Himmelskörper versperrt

„Die Nasa ist besorgt über die potenzielle Zunahme von Zusammenstößen und mögliche Auswirkungen auf die wissenschaftlichen und bemannten Raumfahrtmissionen der Nasa“, heißt es seitens der Weltraumbehörde. SpaceX würde mit den Weltraumplänen die „Anzahl der überwachten Objekte in der Erdumlaufbahn mehr als verdoppeln“.

Elon Musk sieht keinen Handlungsbedarf, Satelliten zu entfernen – NASA-Forscher stinksauer

„Die Anzahl der Objekte unter 600 Kilometer“ Entfernung von der Erde würde sich gar „mehr als verfünffachen“ und auch Wege, die ursprünglich für Raumfahrzeuge vorgesehen waren, könnten blockiert werden. Wie futurezone.de berichtetet, stellt sich für SpaceX allerdings nicht die Frage, ob die Satelliten eine Gefahr darstellen könnten. Zumindest das Risiko einer Kollision sei laut Angaben von SpaceX nicht vorhanden – eine Aussage, die nun auf dem Prüfstand steht. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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