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James-Webb-Teleskop vollständig entfaltet: Aufklärung über Schwarzes Loch beginnt

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Von: Christian Einfeldt

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Schwarzen Löcher entwickeln sich offenbar viel schneller als gedacht – besorgniserregend. Das James-Webb-Weltraumteleskop soll die Quasare genau untersuchen.

Kourou, Französisch-Guayana – Ursprünglich sollte die Mission des James-Webb-Teleskops bereits am 22. Dezember beginnen. Aus dem 22. wurde Freitag, der 24.12., aus dem 24., der 25. Dezember 2021. Das James-Webb-Teleskop wird nun also frühestens am 25. Dezember ins All befördert. Während der Starttermin wetterbedingt noch fraglich ist, so sind die Ziele unmissverständlich formuliert. Man möchte Exoplaneten erforschen, im Idealfall sogar eine „zweite Erde“ entdecken, wie es zuletzt ein Göttinger Forscherteam* gelang. Kurzum: Das Universum soll entschlüsselt werden. Neben fremde Galaxien gehören dazu auch Schwarze Löcher – die aktuell beunruhigen. Warum werden manche von ihnen auf einmal immer größer?

Teleskop:James-Webb-Weltraumteleskop
Startdatum:25. Dezember 2021
Kosten:10 Milliarden USD (2016)

Schwarzes Loch wird größer und größer: James-Webb-Weltraumteleskop soll Phänomen untersuchen

Lange wird es nicht mehr dauern, bis das James-Webb-Teleskop in den Weltraum befördert wird. Ein neues Zeitalter steht bevor – so die hoffnungsvolle Erwartung der Astronomie. Laut zeit.de belaufen sich die Kosten für das gemeinsame Projekt der ESA und NASA, die, falls eines Tages ein Asteroid einschlagen sollte, Rettung planen*, auf rund zehn Milliarden US-Dollar. Ausgaben, die sich lohnen könnten. So könnte das Space-Teleskop ein großer Meilenstein für die Wissenschaft sein – weitaus größer als etwa die Entdeckung einer „zweiten Erde“, die zwei Atmosphären besitzen könnte.

Der erste Blick verrät bereits, dass es die Astronomie mit einem wahren Blueprint zu tun hat. Das James-Webb-Teleskop verfügt über Instrumente, die selbst in der Raumfahrt einzigartig zu sein scheinen. Spektrographen, Kameras und mehr sollen die Zeit kurz nach dem Urknall rekonstruieren. „Es wird einfach gigantische neue Fenster eröffnen und neue Möglichkeiten“, weiß auch Günther Hasinger, wissenschaftlicher Direktor bei der ESA.

James-Webb-Teleskop im Livestream

Am 25. Dezember 2021 um 12:00 Uhr mittags startet das James-Webb-Teleskop in Richtung Weltall. Den Launch können alle Interessierten im Livestream der ESA mitverfolgen. Die Übertragung geht 4 Stunden. Mittels einer Ariane 5 Rakete wird das Teleskop ins Universum geschickt von Kourou in Französisch-Guayana aus.

Der dort ansässige Weltraumbahnhof Centre Spatial Guyanais der ESA ist eine der größten Sehenswürdigkeiten des Ortes mit knapp 25 Tausend Einwohnern. Das genaue Zeitfenster für den Launch ist von 13:20 Uhr bis 13:52 Uhr. In dem Livestream gibt es übrigens auch regelmäßig Impressionen des Hubble-Teleskops und Eindrücke von der Internationalen Raumstation ISS.

Auf der Suche nach Schwarzen Löchern: James-Webb-Teleskop untersucht Quasare

Nach Verzögerungen könnte das Teleskop am 25. Dezember, ausgehend vom Weltraumbahnhof in Kourou, ins Weltall befördert werden. Als erstes, so laut ingenieur.de der Plan der NASA, soll das Teleskop sogenannte Quasare untersuchen. Jene bilden gewissermaßen als Schwarze Löcher die Kerne von Galaxien. Zwar sind sie mitunter mehr als 13 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt, dennoch machen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bereits jetzt eine beunruhigende Entdeckung. Die Gebilde, die wohl vor rund 800 Millionen Jahren entstanden sind, werden größer und größer – im All gibt es Schwarze Löcher, die sich zu schnell entwickeln.

Eine Abbildung eines Schwarzen Lochs.
Das James-Webb-Teleskop soll herausfinden, warum sich die Schwarzen Löcher so schnell entwickeln konnten. (Symbolbild) © IMAGO / YAY Images

Schwarze Löcher: So kann das James-Webb-Weltraumteleskop die Gebilde entschlüsseln

Nach Berichten von ingenieur.de hofft die Wissenschaft auf zeitnahe Antworten. Es ist nicht das erste Mal, dass Schwarze Löcher Fragen aufwerfen. Es verwunderte bereits, dass Schwarze Löcher offenbar Gold produzieren. Eine andere Beobachtung versetzte Forscher dagegen in Sorge: Erdnahe Schwarze Löcher sind auf Kollisionskurs – das könnte Gefahr für die Erde bedeuten. Doch was hat es überhaupt auf sich mit den Schwarzen Löchern? Die Wissenschaftler Xiaohui Fan und Jinyi Yang (University of Arizona) sowie Astronom Eduardo Bañados (Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg) scheinen einer Entschlüsselung das Geheimnis auf der Schliche zu sein.

Das James-Webb-Teleskop ist befähigt, auch die weit entferntesten Weiten des Weltraums zu observieren. Die Rede ist von rund 1,5 Millionen Kilometern, die das Teleskop überblicken kann. Ermöglicht wird dies nach Angaben von ingenieur.de unter anderem durch seine Sensibilität für Infrarotlicht. Jinyi Yang erklärt das Vorhaben der Raumfahrt bezüglich der Untersuchung Schwarzer Lächer folgendermaßen: „Wir möchten genauere Messungen ihrer Massen erhalten, um unser Verständnis dafür zu verbessern, wie sie sich so schnell gebildet haben und gewachsen sind“.

Schwarze Löcher entwickeln sich zu schnell – normalerweise brauchen sie Milliarden von Jahren

Die Schwarzen Löcher, genauer gesagt die Quasare, nehmen die Wissenschaftler genauso unter die Lupe wie etwa die umliegenden Galaxien und Sternensysteme. Auch die Galaxien, die hinter den hell-aufleuchtenden Quasaren werden also wenig später zum Forschungsgegenstand. Die Herausforderung besteht insbesondere darin, herauszufinden, warum und wie die Schwarzen Löcher sich innerhalb eines Zeitraums von 800 Millionen Jahren entwickeln konnten.

Astronomischer Konsens ist, dass mehrere Milliarden Jahre vergehen müssen, ehe sich Phänomene wie Schwarze Löcher und deren Galaxien zeigen. Wie Online-Portal ingenieur.de berichtet, könnte auch die anschließende Analyse von Staub und Gas innerhalb der untersuchten Regionen, zumindest stückweise ein weiteres viel zitiertes Mysterium des Universums lösen. Noch immer hinterlassen vor allem Schwarze Löcher viele Fragen – das James-Webb-Teleskop könnte sie schon bald beantworten. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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