„Ich warte ab“

Impfmüdigkeit in Deutschland: Darum lässt sich Harald Schmidt nicht impfen

  • Tomasz Gralla
    VonTomasz Gralla
    schließen

Die Impfmüdigkeit in Deutschland nimmt zu. Auch TV-Legende Harald Schmidt ist noch nicht gegen Corona geimpft. Viele Hausärzte ziehen jetzt die Reißleine.

Hamburg – Der Zenit der Impfbereitschaft scheint in Deutschland erreicht zu sein. Viele Hausärzte bleiben auf dem Impfstoff sitzen und steigen notgedrungen aus der Impfkampagne aus. Die Menschen, die nicht schon gegen Corona geschützt sind, haben es nicht eilig, sich die Spritze zu geben – so auch Harald Schmidt.

Impfquote (laut RKI, Stand: 19.8.2021)Erstimpfung Vollständig geimpft
Hamburg:66,859,1
Niedersachen:66,559,4
Schleswig-Holstein:68,762,4
Bremen:73,168,7
Mecklenburg-Vorpommern:62,158,0
Deutschland:63,858,5

Impfmüdigkeit in Deutschland nimmt zu

Die Menschen in Deutschland sind langsam bedient, könnte man in Anbetracht der Impfzahlen meinen. Die Bereitschaft, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, sinkt von Woche zu Woche. Laut dem RKI wurden in dieser Woche 2,3 Millionen Impfdosen verabreicht – noch vor zwei Wochen waren es 2,8 Millionen.

Besonders beunruhigend sind die Zahlen zusätzlich deswegen, weil ein Großteil der täglichen Impfungen dem Robert-Koch-Institut zufolge Zweitimpfungen sind. In 13 von 16 Bundesländern ist die Quote des Zuwachses der vollständig Geimpften im Vergleich zur Vorwoche gesunken. In Hamburg hat die Impfquote im August mit 6,9 Prozent am meisten zugenommen, was in Anbetracht der steigenden Infektionszahlen in der Hansestadt sind das erfreuliche Zahlen.

Auch bei den Erstimpfungen im August sind in Hamburg (2,4 Prozent) und Schleswig-Holstein (2,1 Prozent) die höchsten Zahlen zu vermelden. Schlusslichter bilden Niedersachsen (1,3 Prozent), Bayern und Baden-Württemberg (jeweils 1,2 Prozent).

Harald Schmidt will sich (noch) nicht impfen lassen

TV-Star und Comedy-Legende Harald Schmidt stellt ein prominentes Gesicht dieser Impfmüdigkeit dar. Der mittlerweile 63-Jährige gibt gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zu, dass ihm die Aufregung um Corona und insbesondere die Impfung hierzulande zu groß sei.

„Ich warte ab“: TV-Legende Harald Schmidt hat es mit seiner Coronaimpfung nicht eilig (24hamburg.de-Montage)

Gleichzeitig betont der Entertainer, dass er „absolut kein Impfgegner“ sei. Er habe sich immer an die Abstands- und Hygieneregeln gehalten, wodurch „schon viel gewonnen“ sei. „Ich warte ab, bis das alles völlig entspannt geht, sozusagen auf Zuruf. Keine Ahnung, wann das sein wird, da höre ich ja täglich andere Zahlen – oder vielmehr höre gar nicht mehr hin, muss ich sagen“, wird Harald Schmidt vom Redaktionsnetzwerk zitiert.

Impfmüdigkeit in Deutschland: Fast 23.000 Ärzte impfen nicht mehr gegen Corona

Ob ein Star oder nicht, die steigende Impfmüdigkeit macht auch den Hausärzten zu schaffen, weswegen viele aus der Impfkampagne aussteigen und wie Schmidt auf Impfungen verzichten – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. In Thüringen impfen laut Informationen des mdr aktuell nur noch 469 Hausärzte und somit mehr als die Hälfte weniger als Anfang Mai (955 Hausärzte).

Neben der Tatsache, dass immer weniger Menschen in die Praxen kommen, um einen Covid-19-Schutz zu empfangen, stellen die Behälter ein Problem für die Mediziner dar, aus der mehr als eine Impfdose herauskommt. Das mache die Impfung unflexibel und schwierig vorauszuplanen.

Ein Trend, der die Hausärzte aus denselben Gründen auch im Rest der Republik dazu zwingt, ihr Impfangebot zurückzufahren. Zu Beginn der Zeit, als in Hauspraxen geimpft werden konnte, waren laut einem Bericht der Welt am Sonntag 52.000 Ärzte Teil der Impfkampagne – aktuell sind nur noch 29.300 dabei. Die Hersteller der Impfstoffe erwägen deswegen, die Verpackungsgrößen anzupassen, so die Welt am Sonntag. * 24hamburg.de ist ein Angebot der IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand, Georg Hochmuth/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare