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Fake-Nobelpreis in Harvard vergeben: Krokodil atmet Helium und brüllt – das Video zur skurrilen Forschung

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
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Ein Alligator inhaliert Helium und grölt dann in einer Kammer. Wie das klingt? Hören Sie selbst. Dafür kriegen die Forscher übrigens den IG-Nobelpreis. Eine satirische Ehrung für echte Studien.

  • Ig-Nobelpreis in Cambridge vergeben.
  • Satirische Ehrung für skurrile Forschungen.
  • Helium-Alligator ausgezeichnet.

Cambridge/USA – Der IG-Nobelpreis ging in diesem Jahr unter anderem an Forscher, die einen Alligator dazu gebracht haben Helium zu inhalieren und dann in einer Kammer zu grölen. Die satirische Ehrung geht an Studien, deren Forschung „erst zum Lachen und dann zum Nachdenken“ anregt. Er wird an der Harvard Universität im amerikanischen Cambridge vergeben.

Privatuniversität in Cambridge, MassachusettsHarvard University
Durchschnittliche Kosten nach Beihilfe$16K
Abschlussquote97%
Aufnahmequote5%
AdresseCambridge, MA, Vereinigte Staaten
Telefon+1 617-495-1000
Jährliche Durchschnittskosten vor finanzieller Unterstützung$73,800

IG-Nobelpreis: Satirische Ehrung für ernste Forschung – Studien, die zum Lachen und Nachdenken anregen

Beim Ig-Nobelpreis handelt es sich um eine satirische Ehrung, die auf einem Wortspiel basiert. Denn „ignoble“ gesprochen, ist es das englische Wort für „unwürdig“. Der Ig-Nobelpreis wird vom Annals of Improbable Research (AIR) vergeben. Eine Zeitschrift, die alle zwei Monate in Cambridge veröffentlicht wird. Sie beschäftigt sich mit fiktiven und realen Experimenten, die sich absurder Thematik widmen. Seit 1991 wird der Ig-Nobelpreis vergeben, seit 2012 sogar in einer Zeremonie überreicht.

Ein Krokodil inhaliert Helium und grölt dann. Dafür gab es den IG-Nobelpreis. (24hamburg.de-Montage)

Auch in diesem Jahr gab es für den satirischen IG-Nobelpreis wieder würdige Forscher und Studien, die sich über die spezielle Ehrung freuen können. Bei dem Preis geht es keinesfalls darum, sich über die Preisträger lustig zu machen. Im Gegenteil. Es gehe darum, das „Ungewöhnliche feiern und das Fantasievolle ehren“, erklären die Veranstalter den (undotierten) IG-Nobelpreis. Und auch an die Gewinner gibt es ein paar Worte: „Wenn Sie dieses Jahr keinen Ig-Nobelpreis gewonnen haben, und besonders dann, wenn Sie einen gewonnen haben: mehr Glück im nächsten Jahr!“

Helium-Alligator bekommt IG-Nobelpreis: Im Namen der Wissenschaft lassen Forscher das Tier grölen

Beim Ig-Nobelpreis gibt es, wie auch bei seinem schwedischen Namensvetter, unterschiedliche Kategorien. In der Kategorie „Akustik“ gewann ein Team aus Forschern (Schweden, Japan, Österreich, USA, Schweiz), weil sie einen weiblichen, chinesischen Alligator in einer Kammer, die mit Helium gefüllt ist, zum Grölen bringen konnten. Auf ganz andere Weise sorgt ein vermeintliches Krokodil in Deutschland* gerade für Aufruhr.*

Im Bereich Medizin ging der Ig-Nobelpreis an Forscher aus den Niederlanden und Belgien. Sie haben einen Namen erfunden für Menschen, die Schmatzgeräusche nicht ertragen können. Misophonia. Eine satirische Ehrung ging auch nach Deutschland. Ein Forscher fand heraus, was mit einem Regenwurm passiert, den man mittels hoher Frequenz vibrieren lässt.

Satirische Ehrung für Studien bei skurrilen Themen: IG-Nobelpreis für quantitative Forschung zu Küssen

Dafür, dass sie ausrechnen konnten, wie oft sich Menschen in Ländern mit unterschiedlicher Einkommensungerechtigkeit auf den Mund küssen, erhielten Forscher aus Frankreich, Brasilien, Polen, Schottland, Chile und Kolumbien die satirische Ehrung. Die Studie diente dazu, diese offene Frage zu quantifizieren. Den Friedens-Ig-Nobelpreis bekamen die Diplomaten aus Pakistan und Indien, weil sie sich gegenseitig Klingelstreiche spielen.

In der sonst eher gelösten Atmosphäre der Verleihung des Ig-Nobelpreises wurde es in diesem Jahr ungewohnt ernst. Wegen der Coronavirus*-Pandemie. So begann die Eröffnungsrede von Forscherin Jean Berkon Gleason mit einem „Wo zur Hölle sind denn alle?“. Kein Wunder. Im Theater der Harvard Universität waren keine Zuschauer zugelassen. Und auch den Preis selbst nutzte AIR, um eine Botschaft zu senden.

Coronavirus lässt IG-Nobelpreis-Zeremonie ernst werden: Macht über Leben und Tod

Denn in der Kategorie Medizinische Bildung erhielten die Staatsoberhäupter der USA, Brasilien, Russland, Türkei, Großbritannien, Indien, Mexiko, Turkmenistan und Belarus eine satirische Ehrung. Sie hätten der Welt bewiesen, dass Politiker mehr Einfluss auf Leben und Tod hätten als Wissenschaftler und Ärzte. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Andre Penner/Stefan Hesse/dap/dpaweb/picture alliance

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