„Planetary Science Journal“

Asteroid oder Komet: Was ist Phaeton?

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Lange Zeit galt es unter Forschern als Mysterium. Ist es wirklich ein Asteroid oder nicht doch ein Komet? Nun scheint das Rätsel um Asteroid Phaeton gelöst.

Kalifornien, USA – Im Jahre 1983 entdeckten Forscher den Asteroiden, der für Wissenschaftler jahrzehntelang ein Mysterium blieb. Sein Name kommt nicht von ungefähr und gibt zugleich Aufschluss darüber, was den Himmelskörper so besonders macht. Kein anderer Asteroid kommt der Sonne so nahe wie Phaetos. Dass sich sein Name nach dem Sohn von Helios, dem griechischen Sonnengott ableitet, ist also folgerichtig. Doch ist es überhaupt ein Asteroid? Nach Jahrzehnten der Ungewissheit, scheinen Forscher nun die erstaunliche Lösung des Rätsels gefunden zu haben.

Asteroid:(3200) Phaethon
Entdecker:IRAS
Datum der Entdeckung:11. Oktober 1983
Andere Bezeichnung:1983 TB

Handelt es sich bei Asteroid Phaeton um einen Kometen? Forscher sind verwundert

Sein Verhalten kommt Astronomie-Experten bekannt vor: Sobald sich Phaeton der Sonne nähert, wird er heller. Außerdem stößt er Gesteinsbrocken ab. Kometen, bestehend aus Gestein, Staub und Eis, machen es genau so. Durch ihre Eigenschaften verursachen sie einen hellen Schweif und sind verantwortlich für Perseiden, die im August auch in Deutschland zu sehen sind.

Der Asteroid Phaeton stellt Forscher lange Zeit vor großen Herausforderungen. Sie beobachten ein wiederkehrendes Muster, das für Kometen selbstverständlich ist. Für Himmelskörper, wie etwa der Asteroid Bennu, dessen Erd-Kollision wahrscheinlicher ist als gedacht, jedoch äußerst ungewöhnlich. So verweisen Experten darauf, dass Asteroiden zwar auch aus Gesteinen bestehen. Doch während zu den Bestandteil der Asteroiden noch Metall gehört, sucht man Eis auf ihnen vergeblich. Eine Begründung für die Seltsamkeit, die Forscher lange auf Trab hielt, scheint nun jedoch eine Studie vorzulegen.

Asteroid oder Komet: Sonne verdampft Natrium – haben Forscher das Rätsel um Phaeton gelöst?

Das ungewöhnliche Verhalten des Asteroid Phaeton lässt seine Oberfläche auf bis zu 750 Grad Celsius erhitzen. Die Folge: Natrium verdampft und drängt in die Weiten des Weltalls. Es resultiert das Phänomen, das Forscher bislang zutiefst verwunderte: Phaeton wird ähnlich hell, wie es Astrologen sonst nur bei Kometen beobachten.

Asteroid Phaeton verhält sich wie ein Komet.

Die Erklärung von Wissenschaftler Björn Davidsson, der an der kalifornischen Studie mitarbeitete, gibt nun Klarheit. Schuld an der Besonderheit hätte das entweichende Natrium. Dadurch dass der Asteroid kaum einer Schwerkraft ausgesetzt sei, löse die Kraft des entrinnenden Natriums Gesteinsbrocken und Staub von der Oberfläche. Bereits eine sehr kleine Menge Natrium sei laut den Forschern der kalifornischen Studie, die in dem „Planetary Science Journal“ erschienen ist, dafür ausreichend.

Phänomen Asteroid Phaeton: Laborversuch bestätigt Annahme der Forscher

Im Labor überprüfen die Astronomie-Experten ihre aufgestellte Theorie. Untersuchungen von Proben des 1969 in Mexiko abgestürzten Meteoriten Allende sollen das Rätsel um Asteroid Phaeton endgültig lösen. So gehen die Wissenschaftler davon aus, dass Allende aller Voraussicht nach von einem ebensolchen Himmelskörper wie Phaeton, deren Asteroid-Einschläge auf der Erde viel häufiger sind als bisher angenommen*, stammt.

Im Zuge ihrer Erforschung ließen die Forscher das Gestein auf die gleiche Temperatur erhitzen, welche sie bei Phaetons Begegnung mit der Sonne ermittelten. Der Laborversuch sollte von Erfolg gekrönt sein. Während andere Elemente zurückblieben, ging Natrium verloren. Die Untersuchungen lassen für die Wissenschaftler nur eine Schlussfolgerung zu: Bei Asteroid Phaeton passiert das Gleiche. Das Rätsel scheint also nach all den Jahren gelöst. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Science Photo Library

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