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Ganzes Tal in Österreich gesperrt: Hang rutscht ab – Ausmaß größer als gedacht

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Von: Martina Lippl, Sarah Neumeyer

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Bei St. Gilgen in Österreich ist ein riesiger Hang ins Rutschen geraten.
Bei St. Gilgen in Österreich ist ein riesiger Hang ins Rutschen geraten. © Karl-Heinz Schein/Imago

In Österreich ist ein Berghang ins Rutschen geraten. Laut dem Bürgermeister von St. Gilgen am Wolfgangsee handelt es sich um ein besonders großes Ereignis.

Update vom 12. April, 9.45 Uhr: Im Urlaubsort St. Gilgen am Wolfgangsee (Österreich) herrscht an einem Berg weiter „Lebensgefahr“. Ein Berghang ist ins Rutschen geraten (siehe Erstmeldung vom 9. April). Das Ausmaß ist allerdings größer als bisher bekannt. Eine Fläche von zehn Hektar ist seit Donnerstag in Bewegung, teilt das Land Salzburg mit.

Riesiger Hangrutsch in St. Gilgen am Wolfgangsee: Zwei Millionen Tonnen Schottermaterial in Bewegung

„Es sind rund eine Million Kubikmeter und umgerechnet zwei Millionen Tonnen Schottermaterial in Bewegung“, sagte Salzburgs Landesgeologe Rainer Braunstingl laut einer Mitteilung. Der Bürgermeister von St. Gilgen am Wolfgangsee, Otto Kloiber, hatte am Wochenende von acht Hektar gesprochen.

Ein Team von Landesgeologen beobachten die Lage in St. Gilgen nach eigenen Angaben „akribisch“. Die Bewegung habe sich schon deutlich verlangsamt und es setze sich allmählich alles, so Landesgeologe Braunstingl. Der Hang sei vergangenen Donnerstag noch mit 13 Meter pro Tag unterwegs gewesen. Am Dienstag habe der Wert schon unter einem Meter gelegen. Täglich werde der Hang kontrolliert, Spalten und Gräben markiert und per Hand gemessen, um zu dokumentieren, wie schnell die „Hangrutschung“ noch ist, so der Landesgeologe. Auch Drohnen seien in dem Gebiet im Einsatz.

Zur Sicherheit wurden bereits am Wochenende Straßen auf den Illingerberg gesperrt. „Im betroffenen Bereich über dem Steinbachgraben herrscht Lebensgefahr, auch durch spontane Steinschläge“, warnt das Land Salzburg. Auch der Landesgeologe Rainer Braunstingl betont: „Das Betreten der Rutschung ist lebensgefährlich und auch die Bereiche rundum sind zu meiden.“

Österreich: Riesiger Hangrutsch im Urlaubsort St. Gilgen am Wolfgangsee

Der betroffene Hang in St. Gilgen sei ein „bekanntes ‚Problemkind‘“. „Geologisch gesehen ist das ein typischer Kriechhang. Hier liegt sehr viel Schotter auf einer Felsplatte. Da kommt schnell mal etwas in Bewegung. Vor zwanzig Jahren hat es hier zum letzten Mal einen größeren Rutsch gegeben“, so Rainer Braunstingl.

Hangrutsch im Urlaubsort in Österreich hat größere Ausmaße als bisher bekannt. Landesgeologen sprechen von einer Fläche von zehn Hektar.
Hangrutsch im Urlaubsort in Österreich hat größere Ausmaße als bisher bekannt. Landesgeologen sprechen von einer Fläche von zehn Hektar. © Land Salzburg/Rainer Braunstingl

Ganzes Tal in Österreich gesperrt: Riesiger Hang rutscht ab – „Erschreckend“

Erstmeldung vom 9. April 2023: St. Gilgen – Bei St. Gilgen in Österreich ist ein riesiger Hang ins Rutschen geraten: Innerhalb von zwölf Stunden bewegten sich dieser etwa 20 Meter, berichtete der Bürgermeister von St. Gilgen am Wolfgangsee, Otto Kloiber, dem Sender ORF am Sonntag.

Aufgrund von drohender Lebensgefahr für den Verkehr, Radfahrer und Wanderer wurden die Wege unterhalb des Hangs gesperrt, teilte der Bürgermeister in einer Pressemitteilung mit. Betroffen sind die Straße auf den Illingerberg und der Wanderweg auf das Zwölferhorn. „Man darf dort nicht rauf fahren – die Schrankenanlage ist ohnehin gesperrt, derzeit dürfen dort aber auch keine Radfahrer und Wanderer hin“, betont der Bürgermeister gegenüber dem ORF. „Daher haben wir im Einvernehmen mit den Behörden beschlossen, das ganze Tal da rein zu sperren“, so Kloiber über die Ausmaße der Sperrung.

Österreich: Berghang gerät ins Rutschen

Rund acht Hektar Land sind von dem Hangrutsch betroffen. Die Entwicklung und die Dauer der Sperre seien aktuell nicht einschätzbar, heißt es in der Pressemitteilung. Gefahr besteht unter anderem, weil Bäume umkippen können. Häuser seien allerdings nicht gefährdet.

Der betreffende Hang gerate alle 50 bis 60 Jahre ins Rutschen, sagte der Bürgermeister. Dieses Mal sei es ein besonders großes Ereignis. „Erschreckend ist, dass das ein ‚normaler Vorgang‘ in der Natur ist und nichts mit Unwettern zu tun hat“, sagte Kloiber. (sne/dpa)

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