„Für sie sind wir die Aliens“

Forscher mit Studie: Aliens haben uns und die Erde längst entdeckt

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Die potenzielle Existenz von Außerirdischen fasziniert Wissenschaftler seit jeher. Eine Studie zeigt: Andere Lebensformen könnten uns lange gesichtet haben.

Washington DC – Stephen Hawking galt als einer der bedeutendsten Denker der Astrophysik. Und er hat seiner Nachwelt eine erstaunliche These zu hinterlassen: Neben dem Menschen gibt es noch weiteres intelligentes Leben im All. Auf eine Untersuchung, die die Existenz von Aliens bestätigen könnte, wartet die Menschheit nach wie vor vergebens. Doch wurde die Menschheit hingegen schon längst von ihnen entdeckt? Grund zur Annahme bietet jetzt eine neue wissenschaftliche Studie.

US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft:Nasa
Hauptsitz:Washington, D.C., Vereinigte Staaten
Gründer:Dwight D. Eisenhower
Gründung: 29. Juli 1958, USA

Aliens beobachten die Erde schon seit langem: Studie Fachjournal „Nature“ is

Die Frage, ob es weitere Planeten gibt, auf denen menschliches Leben möglich sei, konnten Astrologen bereits annähernd beantworten. So entdeckten Forscher erst vor Kurzem eine lebensfreundliche „zweite Erde“*. Eine Ergründung von außerirdischem Leben fiel den Wissenschaftlern hingegen schwerer. Eine neue Studie wagt sich nun forschen Schrittes voran.

Um in Zukunft auf außerirdisches Leben stoßen zu können, verlagerte die österreichische Astronomin Lisa Kaltenegger (Cornell University) sowie Jacqueline Faherty (Wissenschaftlerin am American Museum of Natural History) die Fragestellung, ob es außerirdisches Leben geben könnte. Vielmehr rückte eine andere Wahrscheinlichkeit in den Vordergrund.

Ihre These: Aliens könnten unsere Erde längst entdeckt haben. Für eine Studie, die im Juni 2021 im Fachjournal „Nature“ erschienen ist, beriefen sie sich auf den Zeitpunkt der ersten Erd-Zivilisation – und geben jetzt einen Ausblick, der bis zu 5.000 Jahre in die Zukunft reicht.

Außerirdische könnten die Erde längst entdeckt haben: Über 1.000 Sterne standen in der richtigen Position

Für dieses ambitionierte Projekt zogen sie die sogenannte Gaia-Datenbank zurate. Eine Datenbank, die die beobachtenden Bewegungen von Sternen innerhalb der Milchstraße misst. Entwickelt wurde sie von der Weltraumbehörde ESA, die mit der Nasa eine Asteroid-Abschussmission entwickelt*. „Gaia hat uns eine präzise Karte der Milchstraße geliefert, mit der wir in der Zeit zurück und nach vorne schauen können und sehen können, wo Sterne positioniert waren und wo sie in Zukunft sein werden“, sagte Jacqueline Faherty.

Das Ergebnis fasziniert: In den letzten 5.000 Jahren hätten sich laut der Studie über 1.000 Sterne in einem solchen Ausmaß bewegt, dass es von dort aus möglich gewesen wäre, die Erde zu entdecken. 75 von ihnen waren so nah gekommen, dass sie sogar Radiowellen hätten empfangen können. Darüber hinaus wurden zufolge der beiden Forscherinnen im Radius von 29 Sternen erdähnliche Himmelskörper gesichtet. Dabei handelt es sich um Gesteinsplaneten, die eine ähnliche Konsistenz wie der Mars, auf dem laut der Nasa eventuell Leben möglich wäre, aufweisen könnten.

Könnten andere Planeten unsere Erde schon entdeckt haben?

„Aus der Sicht der Exoplaneten sind wir die Aliens“: Nasa untersucht Himmelskörper

Nach den Berechnungen der Wissenschaftlerinnen machen sich in den nächsten 5.000 Jahren insgesamt 319 weitere Sterne in Richtung Erde auf den Weg. Erst vor Kurzem spürten Forscher seltsame Geräusche aus dem All auf. Vorausgesetzt, dass „man“ auf den fremden Planeten über ähnliche astronomische Instrumente verfügen, könnte sich die vorausgegangene These der Forscherinnen also bestätigen. Auffällig ist, dass sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart manche der erdnahen Sterne von sogenannten Exoplaneten umkreist werden. Die entdeckten Himmelskörper befinden sich nicht im gravitativen Einflussgebiet der Sonne. Vielmehr wirkt auf Exoplaneten die Gravitation eines anderen Sterns.

Wie die Forscherinnen Lisa Kaltenegger und Jacqueline Faherty bestätigen, können derzeit drei Exoplaneten-Systeme beobachten, wie die Erde vor der Sonne vorbeizieht. „Aus der Sicht der Exoplaneten sind wir die Aliens“, ist sich Kaltenegger sicher. Die Nasa, die aufgrund einer Asteroid-Simulation in Sorge ist, verstärkt in Zukunft die Suche nach Exoplaneten im All. Sichtet die Weltraumbehörde jene Planeten, werden sie mithilfe des sogenannten James-Webb-Weltraumteleskops weiter beobachtet.

Aliens in Erdnähe? „Wir stehen an der Schwelle, um Leben im Kosmos zu finden“

Im Herbst 2021 soll das astronomische Gerät bereits zum Einsatz kommen. Die große Aufgabe, die über allem steht: Die Suche nach Spuren von außerirdischem Leben auf Exoplaneten. „Wir stehen gerade an der Schwelle, um Leben im Kosmos zu finden“, sagt Lisa Kaltenegger, die mit ihrer Studie einen weiteren Meilenstein zur Erforschung des Weltalls gelegt haben könnte. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Nasa/Jpl-Caltech/T. Pyle

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