Zukunft der Menschheit gesichert?

Forscher finden riesige Rohstoff-Mengen auf Asteroid: Versorgung für immer

  • Christian Einfeldt
    VonChristian Einfeldt
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Zwei erdnahe Asteroiden bieten ein größeres Rohstoffvorkommen als auf der gesamten Erde. Das könnte die Versorgung für immer sichern – Forscher planen Asteroidenbergbau.

Arizona, USA – Immer wieder bietet der Weltraum Anlass für Spekulation. Kürzlich erstaunte die Entdeckung eines „Mega-Kometen“ und auch ein seltsames Geräusch, das die Existenz von Aliens bestätigen könnte, fasziniert Wissenschaftler wie Hobby-Astronomen gleichermaßen. Die Nachricht, dass Wissenschaftler aus dem US-Bundesstaat Arizona die Asteroiden namens „1986 DA“ und „2016 ED85“ in Erdnähe entdeckt haben, sorgt jetzt für eine weitere Diskussion. Könnten die Asteroiden schon bald die wertvollsten wie wichtigsten Rohstoffquellen der Menschheit sein?

Asteroid:(6178) 1986 DA
Umlaufzeit:1.730 Tage
Entdeckt:16. Februar 1986
Umkreist:Sonne

Unmengen an Metall: Liefern Asteroide neue Rohstoff-Quellen für die Menschheit?

Dass in unmittelbarer Erdnähe ein Metall enthaltender Asteroid auftaucht, ist auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich. Wie Astrologen wissen, bestehen die Brocken aus dem All hauptsächlich aus Gesteinen, die Mischungen aus Metallen und Kohlenstoffverbindungen bergen. Auch ein vollständiger Bestand aus Metallen ist bei Asteroiden nicht ausgeschlossen. Dass nun die Entdeckung zweier Asteroiden die Wissenschaft verblüfft, liegt also keineswegs an ihren bloßen Bestandteilen. Es ist die Menge des Metall-Vorkommens, die Forscher aus Arizona ähnlich verwundert zurücklässt wie der Asteroid Phaeton, der in der Wissenschaft lange Zeit als Mysterium galt.

Eines ist schon länger gewiss: Bereits seit Anbeginn der Weltgeschichte gibt es kaum ein Weltraum-Objekt, das eine solch einflussreiche Kraft auf die Erde ausübt wie der Asteroid. Unzählige Male erschütterten Einschläge unseren Heimatplaneten. Laut aktuellen Forschungsergebnissen wurde die Erde sogar deutlich öfter von Asteroid-Kollisionen heimgesucht als bisher angenommen*. Gleichermaßen ist ihr Anteil an der Entstehung des irdischen Wassers laut Forschern nicht von der Hand zu weisen. Einen ähnlichen positiven Effekt für die Menschheit erhoffen sich die amerikanischen Wissenschaftler nun von den kürzlich gesichteten Objekten, die auf die Namen „1986 DA“ und „2016 ED85“ getauft wurden.

Metall im Wert von 11,6 Billionen US-Dollar auf Asteroiden: Größeres Rohstoffvorkommen als auf der gesamten Erde

Für Astronomen ist es ein wahrer Glücksfall: Im Gegensatz zum Asteroid Bennu, dessen Kollisions-Gefahr größer als gedacht zu sein scheint, könnten zwei erdnahe Asteroide bald als lebenswichtige Rohstoff-Quellen dienen. Umgerechnet hat alleine der Asteroid „1986 DA“ einen Wert von 11,6 Billionen US-Dollar. Forscher der Universität Arizona wollten das Phänomen näher untersuchen. Sie nahmen sowohl den wertvollen Asteroid „1986 DA“ wie den erdnahen Satelliten „2016 ED85“ unter die Lupe. Die Ergebnissen legen sie jetzt im Fachmagazin „Planetary Science Journal“ vor.

Dass der Metall-Gehalt des Asteroiden gigantisch ist, war den Forschern bereits im Vorfeld bewusst. Nun sind die Wissenschaftler jedoch um eine Erkenntnis reicher: Der Eisen-, Nickel- und Kobalt-Wert des Asteroid „1986 DA“ übersteigt die entsprechende Konzentration auf der gesamten Erde um ein Vielfaches. Bei dem zweiten Asteroiden, der unweit der Erde seine Bahnen zieht, verhält es sich nicht anders. Auch der Brocken mit der wissenschaftlichen Abkürzung „2016 ED85“ erweist sich als potenziell großer Rohstoff-Lieferant für die Menschheit.

Ähnlich wie der rohstoffreiche Asteroid „Psyche“ besitzen auch die Objekte „1986 DA“ und „2016 ED85“ über einen hohen Metall-Wert. (Symbolbild)

„Mögliche Ziele für den Asteroidenbergbau“: Treiben die neu-entdeckten Objekte technischen Fortschritt voran?

Der leitende Professor des Projekts Vishnu Reddy bewertet die Entdeckung dieser Weltraum-Objekte als „eine Belohnung“. Eine „Belohnung“ für die Wissenschaft wie für die Menschheit gleichermaßen. Schließlich könnten die beiden Brocken „mögliche Ziele für den Asteroidenbergbau in der Zukunft“ sein. Damit spielt der Forscher auf ein Thema an, von dem sich Wissenschaftler seit jeher großen Reichtum versprechen.

Der Weltraumbergbau bzw. „Space Mining“ sucht auf Asteroiden nach wertvollen Ressourcen. Für einen gewinnbringenden Abbau sind die beinhaltenden Metalle zweifelsohne attraktiv. Nicht wenige Wissenschaftler träumen bereits von der Weltraumkolonisierung und der Förderung des technischen Fortschritts von Raumschiffen. Ideen, die mitunter eher an Science-Fiction als an Wirklichkeit erinnern. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © ESA Science Office/dpa und ZUMA Wire/IMAGO

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