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Die große Geschichte der Erde: Vom Urknall bis zum Ende unserer Welt

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Von: Lena Bammert, Moritz Bletzinger, Michelle Brey, Jonas Raab

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Folgenreiche Kollision: Ein Objekt der Größe des Mars traf die Erde.
Folgenreiche Kollision: Ein Objekt der Größe des Mars traf die Erde vor mehr als vier Milliarden Jahren. © Science Photo Library/Imago

Vor Milliarden Jahren entstand die Erde. Heute trägt der Mensch dazu bei, den Planeten zu zerstören. Wir blicken zurück - und in die Zukunft.

Unser Planet ist einzigartig: Wäre die Erde fünf Prozent näher an der Sonne, würde alles Wasser verdampfen. Leben wäre unmöglich. Wäre die Erde kleiner, wäre sie inzwischen völlig erkaltet. Wäre sie größer, würde heftiger Vulkanismus das Leben, wie wir es kennen, unmöglich machen. In unserer Foto-Story zeigen wir, wie sich eine Glutkugel unter Milliarden anderen in einen blühenden Ort des Lebens verwandelte. Wie sich der Mensch die Erde Untertan machte – und wann alles vorbei sein könnte.

Die Entwicklungsgeschichte der Erde: Das große kleine Nichts

Digital manipuliertes Bild von Afrika dem Nahen Osten und dem Indischen Ozean aus dem All.
Der Planet Erde: Wie entstand die Welt, wie wir sie kennen? © Ian Cuming/Ikon Images/Imago

Glaubt man der Urknalltheorie, verbietet sich die Frage nach dem Davor. Materie, Raum und Zeit existierten nicht. Das gesamte Universum bündelte sich in einem Punkt, der tausendmal kleiner als ein Stecknadelkopf war – so heiß und dicht, jenseits jeder Vorstellungskraft. Die Urknall-Theorie ist etabliert, sie macht das Universum erklärbar, die Formeln der Physik lassen sich mit ihr vereinbaren – bis auf eine entscheidende Lücke. Die klassische Physik greift schon Sekundenbruchteile nach dem Urknall, doch will man weiter zurück, versagt sie. Physiker versuchen das Nichts vor dem Urknall seit jeher zu beschreiben und haben dazu mehrere Theorien entwickelt, die konkurrieren.

Die Entwicklungsgeschichte der Erde: Der Urknall - umstrittene These

Urknall-Theorie: In Sekundenbruchteilen dehnte sich das Universum aus.
Urknall-Theorie: In Sekundenbruchteilen dehnte sich das Universum aus. © ezumeimages/Imago

Vor 13,8 Milliarden Jahren explodierte der Stecknadelkopf. Das Universum war geboren. Der Urknall bezeichnet allerdings keine wirkliche Explosion, sondern die gleichzeitige Entstehung von Materie, Raum und Zeit aus einer gemeinsamen Singularität – aber irgendwie muss man es ja nennen. Innerhalb eines Sekundenbruchteils dehnte sich das Universum in einen unvorstellbar großen Raum aus. Es wächst bis heute in einem unglaublichen Tempo weiter – fast alle Galaxien entfernen sich von der Milchstraße. Das Weltall schwillt an. Verantwortlich dafür soll die sogenannte Dunkle Energie sein, eine rätselhafte Kraft. Worum es sich dabei genau handelt, ist bis heute unklar.

Die Entwicklungsgeschichte der Erde: Die Sonne geht auf - es werde Licht

Sonne: Der größte Stern unsere Galaxie spendet lebensnotwendige Wärme und Licht.
Sonne: Der größte Stern unsere Galaxie spendet lebensnotwendige Wärme und Licht. © McPHOTO/M. Gann/Imago

Seit dem Urknall wirbelte im Universum eine gigantische Wolke aus Gasen und Staub umher. Vor rund 4,6 Milliarden Jahren fiel die Wolke aufgrund ihrer eigenen Schwerkraft in sich zusammen. Sie begann immer schneller zu rotieren, erhitzte sich auf 10 Millionen Grad Celsius, bis die Atome schließlich verschmolzen. Ein leuchtender Himmelskörper, die Sonne, formte sich. Um sie schwirren Milliarden kleiner Gesteinsbrocken.

Die Entstehung der Erde: Ein ungehobelter Feuerklotz torkelt durchs All - und wird nach der Hölle benannt

Der Planet Erde formte sich aus einem ungehobelten Brocken voll giftiger Gase.
Der Planet Erde formte sich aus einem ungehobelten Brocken voll giftiger Gase. © Outer_Space/Imago

Ungefähr um die Zeit, als die Sonne ihren hunderttausenden Geburtstag feierte, verklumpten einige der umher schwirrenden Himmelskörper zunehmend, einer von ihnen war die Erde. In diesem Stadium war sie weder blau noch rund, hatte keinen Mond und torkelte durchs All. Sie war extrem heiß und kollidierte dauernd mit anderen Gesteinsbrocken, bis der ungehobelte Klotz langsam die Gestalt einer Kugel annahm – einer extrem heißen und glühenden Kugel. Das Erste von vier Erdzeitaltern begann. Wissenschaftler tauften es Hadaikum - nach dem griechischen Wort „Hades“. Es steht für Hölle und umschreibt die damalige Gestalt unserer Erde recht gut: Ätzende Giftgase schwelten um geschmolzenes Gestein.

Die Entwicklungsgeschichte der Erde: Ein Weltraum-Crash, den die junge Erde fast nicht überstand

Folgenreiche Kollision: Ein Objekt der Größe des Mars traf die Erde.
Folgenreiche Kollision: Ein Objekt der Größe des Mars traf die Erde. © Science Photo Library/Imago

Irgendwann – vor rund 4,5 Milliarden Jahren – kam es zu einer Kollision, die unser Planet nur knapp überstand. Ein Mars-großer Himmelskörper krachte mit etwa 36.000 Kilometer pro Stunde auf die Erde, riss große Teile des Erdmantels weg und schleuderte sie ins All. Daraus bildete sich eine Gesteinswolke, die die Erde fortan umkreist.

Die Entwicklungsgeschichte der Erde: Der Mond geht auf - und wird zum treuen Begleiter

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat Elon Musks Unternehmen SpaceX mit der nächsten Reise zum Mond beauftragt.
Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat Elon Musks Unternehmen SpaceX mit der nächsten Reise zum Mond beauftragt. © Boris Roessler/dpa

Nach und nach kühlte die Wolke ab. Die Umlaufbahn, in der die Partikel die junge Erde umkreisen, ordnet sich nach und nach. Wie bei der Erdentstehung verklumpt sich auch die Gesteinswolke zu einem größeren Brocken, dem Mond. Die Erdanziehung hält ihn auf einer dauerhaften Umlaufbahn. Seine heute typischen Krater verraten, dass der Mond in seinen jungen Jahren von zahlreichen Meteoriten getroffen wurde. Man geht deshalb davon aus, dass auch die Erde zu dieser Zeit vielen Einschlägen ausgesetzt war.

Die Entwicklungsgeschichte der Erde: Die Temperaturen sinken - das erste Zeitalter nimmt den Hut

Die ursprüngliche Erde: Der Planet war so heiß, dass sich die Oberfläche nicht verfestigen konnte.
Die ursprüngliche Erde: Der Planet war so heiß, dass sich die Oberfläche nicht verfestigen konnte. © Science Photo Library/Imago

In ihren Anfangsjahren war die Erde über hunderte Millionen Jahre lang so heiß, dass sich ihre Oberfläche nicht verfestigen konnte: Erdvulkane speien Gase aus, darunter Wasserdampf. Die Meteoriteneinschläge heizten der Erde zusätzlich ein. Erst als sie allmählich nachließen, bildete sich eine Kruste um den zähflüssigen Kern, den die Erde bis heute besitzt. Mit den sinkenden Temperaturen ging vor rund vier Milliarden Jahren das erste Erdzeitalter, das Hadaikum, zu Ende.

Die Entstehung der Erde: Auf einmal regnete es Millionen Jahre lang - das Archaikum beginnt

Archaikum: Millionen Jahre Regen bildeten einen weltumspannenden Ozean.
Archaikum: Millionen Jahre Regen bildeten einen weltumspannenden Ozean. © Leemage/Imago

Weil die Erde abkühlte, bildeten sich Wolken. Es regnete über Millionen von Jahren, bis sich schließlich ein weltumspannender Ur­Ozean bildete. Der blaue Planet wurde blau und bot damit einfachsten Bakterien eine Lebensgrundlage. Ein neues Erdzeitalter begann: das Archaikum. Es bezieht sich auf das griechische Wort für Ursprung beziehungsweise Beginn.

In den Tiefen des Urozeans entwickelt sich etwas Einmaliges - die Erde lebt

Sonnenstrahlen in Lagune, New Ireland, Papua Neuguinea Sun Rays in Lagoon, New Ireland, Papua New Guinea Lagune.
Auf dem Grund des Ur-Ozeans entwickelte sich die Ur-Form des Lebens. © Reinhard Dirscherl/Imago

Vor knapp 4 Milliarden Jahren ereignete sich in den Untiefen des Ur-Ozeans an steinernen Wänden einmaliges: Aus organischen Molekülen entstanden die ersten lebenden Zellen. Die Einzeller, Prokaryoten genannt, sind Urahnen aller nachfolgenden Organismen. Die Nachfahren dieser Mikroben bilden dann schon zwei Reiche: die Bakterien und die Archaeen.

Die Entwicklungsgeschichte der Erde: Sprudelndes Magma formt den ersten Kontinent

Indonesien: Der Vulkan Anak Krakatau spukt Feuer und Lava.
Durch einen Vulkanausbruch entstand der erste Kontinent der Erde. © Martin Rietze/Imago

Auch wenn die Erde im Zeitalter Archaikum von Wasser bedeckt war, heiß war sie immer noch. Immer wieder drängte Magma aus dem Erdinneren an die Oberfläche und türmte sich nach und nach zu Inseln auf. So entstand vor rund 3,1 Milliarden Jahren der erste Kontinent: Ur. Er gilt als erster Superkontinent und soll sich in Äquatornähe gebildet haben. Wissenschaftler nehmen an, dass er kleiner als das heutige Australien war.

Das Prinzip der Photosynthese: Leben entwickelt sich weiter

Blaualge (Gloeotrichia) unter dem Mikroskop: Cynobakterien bilden bis zu 10 Zentimeter große, kugelige Gallertlager.
Prokaryoten lernten die erste Form der Photosynthese. © Blickwinkel/Imago

Das Leben auf der Erde entwickelt sich weiter. Die Einzeller lernen, Sonnenlicht einzufangen und die Energie zu nutzen.. Sie stellen so nun organischen Verbindungen her: Das Prinzip der Photosynthese. Sie veränderten den Lauf der Erdgeschichte bereits maßgeblich. Durch die Produktion von Sauerstoff beeinflussten sie die Atmosphäre. Und markieren mit dieser Klimaveränderung den Übergang zu einer neuen Epoche.

Eukaryoten als Urform aller komplexer Lebewesen

Pantoffeltierchen, Paramecium (Paramecium caudatum), lichtmikroskopische Aufnahme. Mikroskopische Kontrasttechnik.
Pantoffeltierchen: Die erste Form von eukaryotischem Leben auf dem Planet Erde. © F. Fox/Imago

Vor etwa zwei Milliarden Jahren vollführten die Einzeller einen Schritt, der grundsätzlich für alle Pflanzen, Tiere und Menschen ist. Sie verpackten ihre DNA in einen Zellkern. Aus Prokaryoten wurden Eukaryoten. Pantoffeltierchen sind also die erste Form von Algen auf unserem Planeten.

Teilung der Einzeller: Mehrzellige Lebewesen entwickeln sich

Zellteilung: Eukaryoten vervielfältigen sich. Durch Zufälle entstehen so mehrzellige Wesen.
Zellteilung: Eukaryoten vervielfältigen sich. Durch Zufälle entstehen so mehrzellige Wesen. © ezebolov/Mago

Nun passiert etwas, das als Ursprung der Evolution betrachtet werden kann. Die Einzeller teilen sich. Durch genetische Zufälle entwickeln sich mehrzellige Wesen aus Eukaryoten. Bildeten Verbünde. Skelette oder Schalen hatten sie noch nicht. Sie sind die Urahnen für jegliches fortgeschrittenes Leben.

Die erste Eiszeit: Das Leben harrt unter dem Eis aus

Die Erde vor ungefähr 650 Millionen Jahren: In der ersten Eiszeit bedeckte ein Eispanzer beinahe den gesamten Planeten.
Erste Eiszeit: So könnte die Erde vor etwa 650 Millionen Jahren ausgesehen haben. © Leemage/Imago

Die Geschichte des Lebens hätte hier beinahe geendet: Die Erde wird zu einem Schneeball. Vor rund 700 Millionen Jahren setzte eine heftige Eiszeit ein. Beinahe die gesamte Oberfläche unseres Planeten soll mit einem dicken Eispanzer überzogen gewesen sein. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass die Erdplatten der Auslöser dafür gewesen sind. Der Superkontinent Rodinia brach demnach in zwei Teile. Das Überleben war für die primitiven Organismen unter dem Eis schwer. Wo jedoch Gletscher auf Eis trafen, entstanden wohl sogenannte Sauerstoffblasen unterhalb der Eisschicht. Dort konnten die Lebewesen überdauern.

Explosion des Lebens: Artenfülle entsteht - Schalentiere machen Leben sichtbar

Fossilien-Grabungen: Die ältesten fossilen Funde sind über 500 Millionen Jahre alt: Dieses Spinnentier wurde vor 298 Millionen Jahren versteinert.
Die ältesten fossilen Funde sind über 500 Millionen Jahre alt: Dieses Spinnentier wurde vor 298 Millionen Jahren versteinert. © Arifoto Ug/dpa

Die Eiszeit ist vorbei: Wissenschaftler sprechen jetzt von einer Explosion des Lebens. Vor etwa 540 Millionen Jahren entstanden plötzlich zahlreiche Arten. Sie bildeten nun auch schon Schalen. Deshalb sind aus dieser Zeit auch die ersten Fossilien erhalten. Erst ab dieser Epoche, dem Phanerozoikum, wird die Entwicklung des Lebens auf der Erde sichtbar. Und so wurde sie auch nach dem griechischen Wort für „sichtbar“ benannt.

Landgang: Erste Pflanzen besiedeln das Trockene - und verändern damit alles

Fossil-Gips der Trilobiten, meeresbewohnende Gliederfüßler aus der Zeit des Ordovizium
Fossil-Gips der Trilobiten, meeresbewohnende Gliederfüßler aus der Zeit des Ordovizium © Graham Eaton/Imago Images

Die ersten Pflanzen gehen an Land. Durch Fossilienfunde (Im Bild: Fossil-Gips der Trilobiten, Meeres-bewohnende Gliederfüßler aus der Zeit des Ordovizium. Für das ausgehende Ordovizium wird das Auftreten von ersten Landpflanzen, wahrscheinlich Moose vermutet) ist gut belegt, dass die ersten Spezies vor etwa 460 Millionen Jahren ins Trockene übersiedelten. Was wiederum große Folge für die Atmosphäre hatte. An Land entzogen die Pflanzen der Luft Kohlendioxid. Das Klima kühlte merklich ab. Die Tierwelt zog aber erst viel später nach.

Erstes Massensterben: 90 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten sterben aus

Pflanzen starben schon vor Millionen Jahren aus.
Beim ersten großen Massensterben starben neun Zehntel aller Tier- und Pflanzenarten aus. © Matthias Bein/dpa

Das größte Massensterben aller Zeiten ereignete sich vor etwa 250 Millionen Jahren. Wissenschaftler sind sich bis heute uneins, wie das passieren konnte. War es ein Meteoriteneinschlag, der eine neue Eiszeit auslöste? Das ist nach wie vor ungeklärt. Einig sind sich Forscher aber: Damals starben knapp 90 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten aus.

Die Entwicklung der Dinosaurier - Erste Knochenfische gingen an Land

Ein Knochenfisch (Coelacanth) flieht vor zwei Meeresechsen der Gattung Metriorhynchus.
Ein Knochenfisch (Coelacanth) flieht vor zwei Meeresechsen der Gattung Metriorhynchus. © StockTrek Images/Imago

Das älteste gefundene Fossil eines an Land lebenden Gliederfüßers wird auf ein Alter von 425 Millionen Jahre eingeordnet. Und auch der Landgang der ersten Wirbeltiere ist durch Funde gut datiert. Vor 380 Millionen Jahren gingen die ersten Knochenfische ans Trockene. Sie flohen wahrscheinlich vor Raubtieren. Knapp 150 Millionen Jahre später, hatten sich daraus Echsen entwickelt. Dinosaurier begannen, die Landflächen für sich einzunehmen. Tausende verschiedene Spezies entstanden.

Das Dinosaurier-Sterben: Meteoriteneinschlag hat immense Klima-Folgen

Dinosaurier dominierten etwa 100 Millionen Jahre lang die Landflächen der Erde.
Dinosaurier dominierten etwa 100 Millionen Jahre lang die Landflächen der Erde. © Corey Ford/Imago

Fast 100 Millionen Jahre lang dauerte das Zeitalter der Dinosaurier. Sie eroberten das Land und auch die Lüfte. Manche Spezies wuchsen zu enormer Größe. Doch ein Meteorit setzte dem allem ein Ende. Der heftige Einschlag vor 65 Millionen Jahren wirbelte nach aktueller Theorie so viel Asche und Staub auf, dass die Sonne über eine lange Zeit verdeckt war. In der Dunkelheit veränderte sich das Klima. Damit kamen die Echsen nicht zurecht. Die Dinosaurier starben aus.

Große Gewinner der Klima-Katastrophe: Säugetiere erobern die Erde

Sinodelphys: So könnte der erste bekannte Beutelsäuger ausgesehen haben. Er gilt als Urahn des Kängurus.
Sinodelphys: So könnte der erste bekannte Beutelsäuger ausgesehen haben. Er gilt als Urahn des Kängurus. © Mark_A._Klingler/CMNH/dpa

Natürlich starben neben den Dinosauriern auch viele andere Arten, die es nicht geschafft haben, sich an das veränderte Klima anzupassen. Die großen Gewinner waren kleine Säugetiere. Sie hatten sich bereits um die Dinosaurier entwickelt. Nun schlug ihre Stunde. Sie zeigen, wie zentral Anpassung für die Evolution ist.

Entwicklung vom Primaten zum Menschen: Letzter gemeinsamer Verwandter durch Zufall entdeckt

Gemeinsamer Vorfahre von Mensch und Affen identifiziert: Pierolapithecus catalaunicus.
Pierolapithecus catalaunicus: Im Jahr 2004 wurde das Fossil des wohl letzten gemeinsamen Vorfahren von Affe und Mensch gefunden. © AAAS/Science/Illustration_by_Todd_Marshall/dpa

Im Jahr 2004 stieß eine Planierraupe in der Nähe von Barcelona zufällig auf ein Fossil. Und dieser Fund war ein Paukenschlag. Wissenschaftler identifizierten ihn als wohl letzten gemeinsamen Vorfahren von Affe und Mensch. Der Pierolapithecus catalaunicus ist 12,5 bis 13 Millionen Jahre alt. Die Entwicklung vom Primaten zum Menschen begann aber natürlich schon viel früher. Etwa vor 49 Millionen Jahre entwickelten sich affenähnliche, intelligente Tiere, die ihren Nachwuchs aufwendig aufzogen.

Australophithecus: Menschenaffe oder Affenmensch?

Sonderausstellung in Pforzen im Unterallgäu vom Urmenschen Udo. Im Bild: Nachbildung eines Urmenschen
Sonderausstellung in Pforzen im Unterallgäu vom Urmenschen Udo. Im Bild: Nachbildung eines Urmenschen (Nicht Udo) in der Ausstellung. © MiS/IMAGO

Einen entscheidenden Schritt in der menschlichen Evolution markiert der Australopithecus. Fossile Funde in Afrika und Asien, die rund zwei Millionen Jahre alt sind, zeigen der ersten Affenmenschen. Sein Gehirnvolumen ist maßgeblich größer als das der damals verbreiteten Menschenaffen und auch sein Gebiss ist dem heutigen menschlichen Gebiss bereits sehr ähnlich.

Verblüffende Ähnlichkeiten mit dem Homo sapiens sapiens: Der Homo erectus

In der Sonderausstellung „Evolution“ sieht sich eine Besucherin am Dienstag (01.06.2004) im Naturhistorischen Museum in Braunschweig ein Modell eines Homo erectus an.
Homo erectus: So könnte der Mensch ausgesehen haben, der das Feuer entdeckt hat. © Rainer Jensen/dpa

Der Homo erectus hat in seiner Schädelform bereits verblüffende Ähnlichkeit mit dem heutigen Menschen. Dabei ist er eine Millionen Jahre alt. Sein größter Verdienst für die Menschheit: Die Entdeckung des Feuers. Durch die Zubereitung von Nahrungsmitteln wurden sie leichter verdaulich. Außerdem machte es eine Bandbreite von verschiedensten Insekten und Aas genießbar. Der Mensch hatte mehr Energie. Der Homo erectus hatte sich so damals schnell in Südostasien, Europa sowie Süd- und Nordafrika verbreitet. Und das nur 300.000 Jahre nach dem Homo Australopithecus.

Der Neandertaler: Fund sorgt für Diskussionen unter Wissenschaftlern

Neandertaler-Nachbildung in Mettmann
Die lebensechte Nachbildung eines Neandertalers, aufgenommen am 02.03.2012 in Mettmann im Neanderthal Museum. © Roland Weihrauch/dpa

Ein Zufallsfund sorgte für großen Streit unter Wissenschaftlern. Als 1856 im Neandertal bei Düsseldorf ein Schädelfragment sowie Rippen- und Schulterknochen gefunden wurden, die zwar sehr nahe an denen des modernen Menschen waren, aber nicht identisch, wurde prompt spekuliert. Ist das eine ausgestorbene Menschenrasse oder ein deformierter Einzelfall? Mittlerweile gilt es als bewiesen, dass der Neandertaler eine eigene Menschengruppe darstellte. Sein Genmaterial gab er euch in die Linie des Homo Sapiens weiter.

Er existiert seit 70.000 Jahren: Der Homo Sapiens

Eintrag des Begriffs Homo sapiens im deutschen Duden für Rechtschreibung, 04.05.2021, Duden
Eintrag des Begriffs Homo sapiens im deutschen Duden für Rechtschreibung. © MiS/IMAGO

Eine runder Schädel, ausgeprägte Kieferknochen und eine steile Stirn: Seit 70.000 Jahren existiert der Homo sapiens. Er setzte sich durch und hat sich bis heute kaum verändert - zumindest körperlich. Homo sapiens bedeutet wörtlich übersetzt „schlauer Mensch“. Wohl um der Entwicklung, die der Mensch in den letzten sieben Jahrtausenden durchschritten hat, Ausdruck zu verleihen, bezeichnen Wissenschaftler den Menschen heute als Home sapiens sapiens - „schlauer, schlauer Mensch“.

Der Ursprung von Kultur und Kunst: Wandmalerei

Höhle Chauvet Wandmalerei
Zwei in rotem Ocker gemalte Bären in der Höhle Chauvet-Pont d_Arc in Frankreich (undatierte Aufnahme). © Jean-Michel Geneste/dpa

Etwa 35.000 Jahre nach dem Homo erectus tauchten auch die ersten Spuren von Kultur auf. Menschen versuchten sich an Höhlenmalerei. Sie stellten meist Jagdszenen nach. Weibliche Figuren mit ausgeprägten Hüften und Brüsten sind auch häufig zu finden. Sie sollen wohl das Wunder der Fruchtbarkeit ausdrücken. Die Malereien der Höhlenmenschen sind in großer Zahl sehr gut erhalten.

Jagd treibt den Menschen an: Sprache entwickelt sich - Werkzeuge und Waffen werden gebaut

Neandertaler jagen einen Bären.
Neandertaler jagen einen Bären. © StockTrek Images/Imago

Die Jagd war der zentrale Bestandteil des Lebens der frühen Menschen. Zumindest seit der Mensch kein Aas mehr zu sich nimmt. Und so war die Jagd auch der Entwicklungstreiber schlechthin. Waffen und Werkzeuge zum Jagen und Verarbeiten der Tiere wurden entworfen und weiterentwickelt. Aus Stein, Holz und Knochen fertigten die frühen Menschen bereits recht funktionsfähige Gegenstände. Doch die Jagd förderte auch den Gemeinschaftssinn enorm. Kooperation, Koordination und Kommunikation war zwischen den Jägern unverzichtbar. Komplexe Sprache entwickelte sich. Und sogar der Hund wurde schon damals, vor 30.000 Jahren, als Fährtenleser eingesetzt.

Ackerbau statt Wilderei: Mensch wird zu seinem Glück gezwungen

Ringheiligtum Pömmelte - Stonehenge in Sachsen-Anhalt Europa, Deutschland, Pömmelte.
Kreisgrabenanlage in Sachsen-Anhalt: Archäologen rekonstruierten den Ackerbau der frühen Bronzezeit. © Mike Schmidt/Imago

Wirklich freiwillig hat sich der Mensch ab dem 12. Jahrhundert vor Christus wohl nicht sesshaft gemacht. Aktuelle Theorien besagen, dass Wildbeuter wohl rivalisierende Gruppen verdrängt haben. Der Feldbau wurde dann notgedrungen aufgebaut. Die Entwicklung von Saatgut und Geräten machte ihn über die Zeit allerdings attraktiver als die Jagd. Nahrung konnte in großen Menge produziert werden, ohne die Anstrengungen der Wilderei auf sich nehmen zu müssen.

Landwirtschaft führt zu Bevölkerungswachstum - Gemeinschaften und Städte ermöglichen Bildung

Der Shadoof wurde um 1700 v. Chr. in Ägypten erfunden - er ermöglichte eine flächendeckende Bewässerung.
Der Shadoof wurde um 1700 v. Chr. in Ägypten erfunden - er ermöglichte eine flächendeckende Bewässerung. © Imago Images

Ohne Bildung und Kultur wäre die Entwicklung landwirtschaftlicher Abläufe nicht möglich geworden. Doch es ist eine Wechselwirkung. Das massive Bevölkerungswachstum, das durch die ersten Erfolge des frühen Agrarwesens angestoßen wurde, führte unweigerlich zur Bildung größerer Gemeinschaften und schließlich Städte. Im Zusammenleben wurde Wissen ausgetauscht. Zwischen dem siebten und sechsten Jahrhundert erfand der Mensch die ersten künstlichen Bewässerungsanlagen (Im Bild: Der Shadoof wurde in Ägypten erfunden und ermöglichte eine flächendeckende Bewässerung von landwirtschaftlichem Boden). Zur Hälfte des dritten Jahrtausends nach Christus legte der Mensch eine der bedeutendsten Erfindungen nach: das Rad.

Religionen entwickeln sich: Schon früher beschäftigten sich Menschen mit dem Jenseits

Grabfiguren aus Porzellan, die in einem Grab aus der Sui-Dynastie (581-618 vor Christus) in der zentralchinesischen Provinz Henan entdeckt wurden.
Grabfiguren aus Porzellan, die in einem Grab aus der Sui-Dynastie (581-618 nach Christus) in der zentralchinesischen Provinz Henan entdeckt wurden. © Li An/dpa

Über den Beginn von Religionen vor mehreren zehntausend Jahren kann im Grund genommen nur spekuliert werden. Einige Hypothesen sehen den Grund für die Entstehung von Religionen in der Tatsache begründet, dass der Mensch an einem bestimmten Punkt in seiner Entstehungsgeschichte bewusst wurde, wie verletzbar und sterblich er eigentlich ist. Als Bauern waren die damaligen Menschen noch abhängiger von den Naturgewalten.

Für den Gehirnforscher Robert-Benjamin Illing ist die Entwicklung von Religion eine Art Angstreaktion unserer Vorgänger und Vorgängerinnen: „Es ging eindeutig nicht mehr so, dass sie das gleiche Muster wie bisher mit ihrem Angstmanagement verfolgen konnten – nämlich weglaufen oder angreifen. Aber jetzt stecken plötzlich die Ängste in uns drin, nämlich die Ängste vor der eigenen Vergänglichkeit. Und in diesem Bereich dürfen wir vermuten, dass erste Jenseitsideen, erste Gottesvorstellungen sich entwickelt haben“, so Illing im Deutschlandfunk Kultur. Sowohl die Neandertaler als auch der Homo Sapiens haben sich in Form von Gräbern (Im Bild: Grabfiguren aus Porzellan, die in einem Grab aus der Sui-Dynastie (581-618 vor Christus) in der zentralchinesischen Provinz Henan entdeckt wurden) und Höhlenmalereien sowie später mit Tonfiguren und Hausaltären mit dem Jenseits beschäftigt.

Vor- und Frühgeschichte: Stein-, Bronze-, und Eisenzeit

Fund im Pfahlbaumuseum.
Auf der Hand eines Archäologen liegt ein Anhänger aus der späten Bronzezeit in Form eines kleinen zweirädrigen Wagens. © Landesamt für Denkmalpflege/dpa/lsw

Die Vor- und Frühgeschichte, allgemein auch als Ur- und Frühgeschichte bekannt, vollzog sich mittels dreier Epochen: Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit. Die Menschen lebten damals vom Jagen und Sammeln, stellten erste Werkzeuge her. Das Handwerk ging weit über Werkzeuge hinaus, wie Funde aus Zeiten wie diesen zeigen.

So präsentierten Wissenschaftler des Landesamtes für Denkmalpflege 2005 im Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen am Bodensee einen Anhänger aus der Bronzezeit in Form eines kleinen zweirädrigen Wagens (siehe Bild). Auf dem Grund des Sees befinden sich zahlreiche Reste von Pfahlbausiedlungen der Stein- und Bronzezeit.

Die Antike - Basis für die Entstehung der westlichen Welt

Antique sculpture, Ancient Agora, Athens, Greece. (Ivan Vdovin)
Eine Antike Skulptur in der Agora in Athen. © Ivan Vdovin/Imago Images

Die Epoche der Antike ist die erste der drei großen Epochen der Menschheitsgeschichte und fällt etwa in die Zeit 500 vor bis 500 nach Christus. Durch die Kolonisation verbreiteten griechische Stämme seit 800 vor Christus ihre Kultur und Sprache. Der griechische Stadtstaat Polis wurde vielerorts als Form eingeführt. Mit dem Aufstieg der Römer zur Großmacht endeten die Tage der griechisch regierten Staaten. Die Völkerwanderung der Germanen und der damit einhergehende Untergang des Römischen Reichs markieren das Ende der Antike. Die Traditionen und kulturelle Überlieferungen der Antike hatten große Auswirkungen auf die Entwicklung der westlichen Welt.

Das Mittelalter - Zeitalter der Erfindungen

Kaum eine andere Erfindung hat die Welt so sehr veraendert wie die des Mainzer Kaufmannssohns Johannes Gutenberg
Michael Sobotta vom Johannes-Gutenberg-Museum in Mainz demonstriert in der rekonstruierten Druckerwerkstatt wie zu Zeiten Gutenbergs gedruckt wurde (Foto: mit den Druckballen wurde die Farbe auf die Lettern gegeben). © Andrea Enderlein/Imago Images

Die Mitte zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit, also die Zeit zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert wird als Mittelalter bezeichnet. Der Begriff Mittelalter ist eng mit dem Westen Europas verbunden. Für das Byzantinische Reich sowie für die historische Geschichte von Asien oder Amerika wird der Begriff nicht verwendet. Neben den Kreuzzügen, den Hexenverfolgungen, der Reformation, der Hungersnot und der Pest war das Mittelalter und die Übergangszeit zur Neuzeit vor allem ein Zeitalter der Erfindungen.

Erste Banken und Universitäten entstanden, die Wind- und Wassermühle sowie das Spinnrad führten zu einer Steigerung in der Produktion. Erstmals fingen die Menschen außerdem an, darüber nachzudenken, ob statt der Erde die Sonne das Zentrum der Planeten stellt. Weitere bedeutende Erfindungen im Übergang zur Neuzeit stellten unter anderem der Fallschirm (Leonardo da Vinci), die Brille, die explosive Wirkung des Schwarzpulvers sowie der Buchdruck dar. Ohne die Erfindung des Mainzer Kaufmannssohns Johannes Gutenberg wären viele historische Entwicklungen der Neuzeit schlicht und ergreifend nicht möglich gewesen.

Die Epoche der Neuzeit: Die Entdeckung eines neuen Weltbilds

Darstellung des Weltgebäudes nach der Vorstellung von Kopernikus, Nach Andreaa Cellarius Harmonia Macrocosmica von 1660
Darstellung des Weltgebäudes nach der Vorstellung von Kopernikus, Nach Andreaa Cellarius Harmonia Macrocosmica von 1660 © Imago Images

Die neue Zeit beginnt etwa um 1500/1600 und brachte die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus sowie die Ausbreitung des Humanismus mit sich. Alles bisher Geglaubte und Feststehende wurde hinterfragt, der Maßstab der Vernunft hielt Einzug in die Köpfe der Menschen. Damit eröffnete sich ein neues Weltbild mit der Sonne als Zentrum (Im Bild: Darstellung des Weltgebäudes nach Kopernikus von 1660) und dem Buchdruck als Ideenverbreiter. Das Bürgertum emanzipierte sich vom Adel, 1789 formulierte die Französische Revolution erstmals Menschen- und Bürgerrechte. Die Zeit bis 1750 wird gemeinhin als die Frühe Neuzeit bezeichnet, danach beginnt die moderne Geschichte.

Die Anthropozän-Diskussion - Das Zeitalter der menschlichen Beeinflussung der Erde

Purwakarta-karawang, West Java, Indonesien: Ein Mann fährt mit einem Pflug über einen gewässerten Acker.
Wann beginnt der Eingriff in die Natur? Anthropologen streiten sich um die zeitliche Verortung des Anthropozän. © Donal Husni/Imago

Der Mensch leitete den Anthropozän ein. Er ist das Zeitalter der menschlichen Beeinflussung der Erde und hält bis heute an. Anthropologen sehen den Schritt des Menschen, sich nicht der Natur immer weiter anzupassen, sondern die Natur stattdessen zu seinen Gunsten zu verändern, als wichtigsten Unterscheidungspunkt zwischen Tier und Mensch. Wann der Beginn der anthropozoischen Ära zeitlich zu verorten ist, darüber herrscht in der Wissenschaft keine Einigkeit. Manche wollen ihn bereits auf jungsteinzeitliche Perioden anwenden, da der Mensch bereits damals Werkzeuge fertigte und Hunde dressierte. Andere Anthropologen koppeln ihn an den Beginn der Industrialisierung zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Die University of Leeds geht noch einmal einen anderen Ansatz und bezeichnet das Jahr 1610 als Startpunkt. Da schleppte der Mensch Krankheiten in die neue Welt ein.

Bedrohung durch Klimawandel: CO2-Emissionen verursacht durch den Menschen

Ein Eisbär läuft in der Meerenge Franklin Strait über Eisschollen.
Ein Eisbär läuft in der Meerenge Franklin Strait in der Arktis über Eisschollen. © David Goldman/dpa

Die Dringlichkeit für Klimaschutz-Maßnahmen zeigte das Arctic Monitoring and Assesment Programme (Amap) im Mai 2021 auf: Einer Studie zufolge stieg die durchschnittliche Jahrestemperatur in der Arktis zwischen 1971 und 2019 um 3,1 Grad Celsius - auf der Erde insgesamt um ein Grad Celsius. Die Polarregion erwärmt sich somit dreimal so schnell wie der Rest der Erde. „Die Arktis ist ein echter Hotspot des Klimawandels“, sagte Glaziologe Jason Box. Ebenfalls im Mai 2021 hat sich am Südpol ein riesiger Eisberg gelöst, der flächenmäßig größer ist als die spanische Urlaubsinsel Mallorca. Die Erderwärmung macht vor keinem Land halt. Auch Bayern ist von den Auswirkungen betroffen.

Hintergründe sind immens hohe CO2-Emissionen - durch den Menschen verursacht. So lässt sich beispielsweise die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes - der sogenannten grünen Lunge der Erde - nennen. Intakte Ökosysteme spielen eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels. Pflanzen, Böden und Ozeane absorbieren einen Großteil der Emissionen. Erstmals 2021 zeigte sich, „dass der brasilianische Amazonas-Regenwald gekippt ist und jetzt ein Netto-Emittent ist“, sagte ein Forscher. „Wir wissen nicht, ab welchem Punkt diese Veränderung irreversibel werden könnte.“

Wie lange scheint die Sonne noch?

Sommerlicher Sonnenaufgang in Niedersachsen.
Sommerlicher Sonnenaufgang in Niedersachsen. © Julian Stratenschulte/dpa

Genauso entscheidend wie die Intakthaltung unseres Planeten Erde ist die Sonne für unser System. Wie lange wird die Sonne noch scheinen? Wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) schreibt, „ist der Wasserstoffvorrat der Sonne so groß, dass sie noch weitere fünf Milliarden Jahre leuchten wird“. Die Intensität der Sonnenstrahlung nimmt stetig zu. „Bereits in zwei bis drei Milliarden Jahren werden die Ozeane verdampfen und Leben wird auf der Erde nicht mehr möglich sein.“ 2020 hat die NASA allerdings eine „zweite Erde“ entdeckt - gibt es also doch Hoffnung?

Roter Riese: Ausdehnung der Sonne - mit verheerenden Folgen

Am rötlich gefärbten Himmel geht am Morgen hinter einem Baum die Sonne auf.
Wann wird die Sonne die Erde zerstören? © Thomas Warnack/dpa

Dehnt sich die Sonne schließlich aus, wird sie zu einem roten Riesenstern - dem sogenannten Roten Riesen. Dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zufolge, geschieht dies in fünf Milliarden Jahren. Prognosen würden davon ausgehen, dass die sonnennächsten Planeten Merkur und Venus „geschluckt und vernichtet“ werden. Dies würde auch das Ende der Erde bedeuten. „Die Erde wird verschlungen und zerstört, kurz bevor die Sonne die Spitze des Roten Riesenasts erreicht hat“, zitiert Scinexx Forscher der University of Sussexx. Bewohnbar soll die Erde zu diesem Zeitpunkt aber schon gar nicht mehr sein. Denn schon in zwei bis drei Milliarden Jahren sollen die Ozeane verdampfen.

Die Sonne: Weißer Zwerg und Schwarzer Zwerg

Die Sonde Solar Orbiter vor der Sonne
Die Sonne wird irgendwann vollständig erlöschen. © ESA/ATG medialab/dpa

Die Sonne - der „Rote Riese“ - soll in seiner weiteren Entwicklung schließlich in sich zusammenstürzen. Zurück bliebe dann nur ein weiß leuchtender Zwergstern. Laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist die Sonne in Form des „Weißen Zwerges“ dann nur noch so groß wie die Erde. Dieser soll im Laufe weiterer Milliarden Jahre auskühlen - und zu einem sogenannten Schwarzen Zwerg werden. Die Sonne würde damit endgültig erlöschen.

Das Universium: Wie geht es weiter?

Die computeranimierte Grafik stellt die Galaxie WISE J224607.57-052635.0 dar, die so hell wie 300 Billionen Sonnen scheint
Die computeranimierte Grafik stellt die Galaxie WISE J224607.57-052635.0 dar, die so hell wie 300 Billionen Sonnen scheint. © NASA/JPL-Caltech/dpa

Vor 13,8 Milliarden Jahren soll das Universum, wie erwähnt, aus dem Urknall entstanden sein. Der Raum breitet sich seitdem immer weiter aus. In einer Arbeit von Forschern der Cornell University wird angenommen, dass kompakte Sterne - sogenannte Weiße Zwerge - die letzten Objekte im Universum sein werden und in Form von Supernova-Explosionen enden.

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