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Ende der Welt: Universum könnte „früher, als berechnet“ enden

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Wann ist das Ende der Welt? Wissenschaftlerin Katie Mack hält den „Big Rip“ für die wahrscheinlichste Apokalypse. Das Universum könnte letztlich zerreißen.

Raleigh, North Carolina – Wie könnte das Universum eines Tages enden? Für viele Science-Fiction-Filme ist es die grundlegende Fragestellung. Manche berufen sich auf einen Asteroideneinschlag, dessen Auswirkung die NASA spätestens seit einer Asteroiden-Simulation beunruhigt. Ein Kometeneinschlag beendet die Welt auch im bekannte Netflix-Film „Don‘t Look Up“ – der durch einen echten heranrasenden Kometen plötzlich sehr realistisch wird. Die Wissenschaftlerin Katie Mack wagt hingegen eine andere Prognose, die gar das Ende des gesamten Universums besiegeln könnte. So könnte unser Universum eines Tages sein Ende finden.

Gesamtheit von Raum, Zeit und aller Materie und Energie:Universum
Radius:> 45 Mrd. Lichtjahre
Masse (sichtbar):ca. 10⁵³ kg
Anzahl Galaxien:ca. 2 Billionen

Wann ist das Ende der Welt? Katie Mack zeigt mehrere mögliche Apokalypsen auf

Was wissen wir über die Astronomie und deren Prognosen? Wir kennen einen Asteroiden, der unter Umständen die Weltwirtschaft retten könnte, spektakuläre Prozesse, die das Leben auf dem Mars angeblich „machbar“ werden lassen und wir wissen, dass der Mond unsere Erde bald mit Wasser- und Sauerstoff versorgen könnte. Nicht wenige Forschungsteams interessiert außerdem die Erkundung einer „zweiten“ Erde – sie könnte der Menschheit einen Neustart bieten. All diese Erkenntnisse und Projekte schauen hoffnungsvoll in die Zukunft. Die Forschungen anderer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler setzen hingegen genau gegenteilig an. Für sie ist nicht nur klar, DASS unser Universum eines Tages sterben wird – für sie ist die alles entscheidende Frage nur noch: WIW wird unser Universum enden?

Was ist das Universum?

Das Universum ist die Gesamtheit von Raum und Zeit – und somit all das, was die Menschheit wahrnehmen und erkennen kann. Es besteht aus 100 Milliarden Galaxien, die wiederum in Milliarden Sternen, Planeten oder Asteroiden unterteilt sind.

Ist das Universum unendlich groß oder hat es ein Ende?

Das Universum ist durch seine Unendlichkeit gekennzeichnet. Es hat kein Ende und kann weiter expandieren.

Wie könnte das Universum entstanden sein?

In der Astronomie spricht man von einem Urknall vor rund 14 Milliarden Jahren, der das Universum hervorgebracht haben könnte.

Das Ende des Universums: Laut dem Buch „Das Ende von allem“ ist der Big Rip die wahrscheinlichste Ursache

„Das große Zerreißen“, ein „Endknall“ oder einfach der „Big Rip“: Das Online-Portal derstandard.at benennt das mögliche Endzeit-Szenario so: Der Kosmos könnte sein Ende finden, indem er auseinanderbricht. Möglich sei außerdem, dass das Universum gefriert, am Anfang stünde dann das Ende unserer ausgekühlten Erde, oder zuvor der Schwerkraft zum Opfer fällt und kollabiert.

Doch „die besten kosmologischen Daten, die wir haben, sprechen dafür, dass der Big Rip aus mehreren Gründen etwas wahrscheinlicher ist als alle anderen Szenarien“, sagt Katie Mack, die mit ihrem Buch „Das Ende von allem“ auf das mögliche Ende aller Zeiten vorbereiten möchte. „Auf diesem Gebiet werden unglaubliche Fortschritte gemacht, die uns die Möglichkeit geben, am Rande des Abgrunds zu stehen und in die tiefste Finsternis zu spähen“, erklärt die Kosmologin der North Carolina State University in Raleigh.

Wie wird die Welt enden? Szenario „Big Burn“ – bei Sonnenexplosion verbrennt Erde und ganzes Universum

Ihre gesammelte Astronomie- und Kosmologie-Expertise erlaubt der Wissenschaftlerin Aussagen wie „die Welt wird in Feuer untergehen“ treffen zu können. Dass die Sonne irgendwann die Erde zerstören wird, haben Forscher schon vor längerer Zeit berechnet. Mack präzisiert nun das mögliche Szenarios eines Untergangs, und erweitert es auf das ganze Universum: „In etwa fünf Milliarden Jahren wird die Sonne zu einem sogenannten Roten Riesen anschwellen, den Merkur und vielleicht auch die Venus verschlingen und die Erde so stark aufheizen, dass die Ozeane kochen und die Erdoberfläche vollständig steril geworden ist.“

In etwa fünf Milliarden Jahren wird die Sonne zu einem sogenannten Roten Riesen anschwellen (...) und die Erde so stark aufheizen, dass die Ozeane kochen und die Erdoberfläche vollständig steril geworden ist.

Katie Mack
Ausweitung des Universums bei einem Big Rip.
In ihrem Buch „Das Ende von allem“ erklärt Wissenschaftlerin Katie Mack, wie das Universum enden könnte. (Symbolbild) © dpa/NASA

Schwerwiegende Folgen wären unvermeidlich. Dennoch sagt Mack jetzt: „Unser Sonnensystem wird im Großen und Ganzen wohl erhalten bleiben“. Macht sie damit Hoffnung auf ein Leben nach dem Galaxien-Crash? Klare Antwort: Nein, das Sonnensystem könnte zwar noch weiter existieren, „nicht aber das Leben auf der Erde“. Nur noch ein verbrannter Himmelskörper könnte an lebendige Zeiten erinnern.

Zweites Szenario für Ende des Universums: „Big Rip“ – Dunkle Energie bläht Universum auf, bis es platzt

Fragen über das Ende des Universums können bislang nur hypothetisch beantwortet werden. In der Wissenschaft hält sich jedoch der Verdacht, dass mittels Dunkler Energie eine schnellere Expansion des Universums vorangetrieben werden könnte. Dunkle Energie könnte „das Universum vielleicht gewaltsam zerstören, und zwar viel früher, als das Ende der Welt je einem Physiker möglich erschien“, spekuliert Wissenschaftlerin Katie Mack.

Bei dieser düsteren Prognose stützt sich Katie Mack auf den Effekt des Big Rips: Dabei nimmt die Expansionsrate des Universums, getrieben von einer wachsenden Phantom-Energiedichte (Dunkle Energie), immer schneller zu – bis es zum Big Rip kommt: das große „Zerreißen“ – das Universum würde anhand dieser Theorie platzen. Die Milchstraße verblasst, die großen Objekte des Universums verschwinden, danach die Sterne, ehe sich in letzter Instanz auch die letzten Planeten auflösen. Die Atmosphäre wird immer dünner, wodurch die Himmelskörper in der Explosion ihre Erlösung finden, schreibt etwa derstandard.at.

Ende der Welt in einem Big Rip? „Im letzten Augenblick wird das Gefüge des Weltraums selbst zerrissen“

Für die übrigen, abgefallenen Gesteinsbrocken besteht auch wenig Hoffnung. Die Kräfte, die Moleküle und Atom lange Zeit aufrechterhalten konnten, versagen. Auch sie können nicht adäquat auf die all umfängliche wie kontinuierliche Ausbreitung des Raumes reagieren. „Im letzten Augenblick wird das Gefüge des Weltraums selbst zerrissen“, bringt Mack das Phänomen auf den Punkt.

Das Ende der Welt – laut Wissenschaftlerin Katie Mac „vielleicht der Sinn, den wir suchen“

Angst, Sorge oder Traurigkeit vor einem absoluten Ende aller Zeiten, sind jedoch kaum angebracht. Aktuellsten Berechnungen zufolge würden die Folgen des Big Rips frühestens in 200 Milliarden Jahren seinen Lauf nehmen. Und ohnehin hätte die Gewissheit über ein endendes Universum für die Wissenschaftlerin einen großen, sinnstiftenden Faktor.

„Die Erkenntnis, dass alles einmal endgültig zu Ende sein wird, versetzt uns in einen Kontext, verschafft uns Bedeutung“. Die dystopische Vorstellung des Untergangs des Universums sieht sie vielmehr als Chance. Die Erkenntnis könne uns Mut machen „und ermöglicht uns, unsere kleinlichen Alltagssorgen zu vergessen und mehr im Augenblick zu leben. Vielleicht kann sie der Sinn sein, den wir suchen.“ *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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