Bald Hochinzidenzgebiet?

Inzidenzwert Spanien bei 199: Achtung, Quarantänepflicht gilt ab 200!

  • Anika Zuschke
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Die Inzidenzwerte in Spanien steigen rasant: Fast sind sie bei der gefährlichen 200-Marke angekommen. Gilt bald nach einer Mallorca-Reise Quarantänepflicht?

Madrid – Spanien zählt zu einem der beliebtesten Reiseziele der Deutschen – und wird ab dem heutigen Sonntag, 11. Juli 2021, wieder als Risikogebiet eingestuft*. Das hat für Reisende erst einmal keine schwerwiegenden Konsequenzen. Doch wenn die Inzidenzwerte so in die Höhe schießen wie in den letzten Tagen, könnte das Land inklusive der Balearen zum Hochinzidenzgebiet erklärt werden. Das würde eine bis zu 10-tägige Quarantäne für alle Reiserückkehrer bedeuten.

Land in Europa: Spanien
Hauptstadt:Madrid
Bevölkerung:46,94 Millionen (Stand: 2019)
Staatliche Struktur:Monarchie, Parlamentarisches Regierungssystem, Einheitsstaat

Es ist ein Schlag ins Gesicht für die gesamte spanische Tourismusbranche. Bereits die Erklärung des Landes zu einem Risikogebiet löst einen Imageschaden bei möglichen Touristen aus: Mitten in den Sommerferien rät das Auswärtige Amt wieder vor einer Einreise nach Spanien ab. Doch dafür gibt es einen guten Grund: Die 7-Tage-Inzidenz in Spanien liegt derzeit bei 199. Ein Ende der Pandemie scheint noch nicht in Sicht zu sein.

Der Reiseveranstalter Alltours greift jetzt zu noch heftigeren Maßnahmen und erlaubt nur noch Gästen mit vollständiger Impfung oder überstandener Infektion Urlaub in seinen Allsun-Hotels.

Über 200-Marke wird Spanien zum Hochinzidenzgebiet

Sollte der Inzidenzwert die gefährliche 200-Marke überschreiten und für einen längeren Zeitraum darüber liegen, wird Spanien zum Hochinzidenzgebiet erklärt. Das schließt auch die beliebten Urlaubsziele* Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera mit ein. Die Insel Zypern musste dieses Schicksal bereits in Kauf nehmen.

Urlauber aus Hochinzidenzgebieten müssen nach ihrer Einreise in Deutschland mindestens fünf Tage in Quarantäne bleiben – auch wenn sie bei der Einreise ein negatives Testergebnis vorweisen können. Nach fünf Tagen können sich die Betroffenen frühestens freitesten lassen, aber nur mit einem kostenaufwendigen PCR-Test. Für alle anderen gilt eine zehntägige Quarantäne-Pflicht. Davon ausgenommen sind lediglich nachweislich genesene oder geimpfte Personen.

Die Inzidenzwerte in ganz Spanien liegen fast bei 200: Herrscht bald Quarantänepflicht für Reiserückkehrer?

Spanische Tourismusministerin ist gegen eine Orientierung an Infektionszahlen

Bei dem Risiko überlegen sich viele Touristen ihre Einreise sicherlich zweimal. Spaniens Tourismusministerin Maria Reyes Maroto zweifelt aber daran, ob eine Orientierung an Infektionszahlen überhaupt noch der richtige Weg sei. Aufgrund der hohen Impfrate und der niedrigen Anzahl von Corona-Patienten in Krankenhäusern verliere der Inzidenzwert als Gradmesser an Bedeutung, versichert die spanische Ministerin ntv zufolge. Urlaub in Spanien* sei auf jeden Fall sicher.

Eine Begründung sieht die Tourismus-Verantwortliche darin, dass die hohen Infektionszahlen vor allem bei jungen Menschen zu verzeichnen seien. Diese würden aber meist gar keine oder nur sehr milde Krankheitsverläufe entwickeln. Auch die Regionalchefin der Balearen, Francina Armengol, verweist auf die fortschreitende Impfkampagne: „Wir müssen lernen, mit der Krankheit zu leben. Es ist der Moment, an andere Dinge zu denken als nur an die Inzidenz“, äußert sie laut ntv.

Spanien mit Mallorca bisher „einfaches Risikogebiet“

Bisher wurden Spanien und die Balearen nur als „einfaches Risikogebiet“ eingestuft. Reiserückkehrer müssen also lediglich in Quarantäne, wenn sie nicht bis zu 48 Stunden nach ihrer Einreise ein negatives Testergebnis vorweisen können. Auch ein Genesenen- oder ein Impfnachweis befreit die Betroffenen von der häuslichen Quarantäne.

Momentan liegt der Inzidenzwert auf den Baleareninseln bei 153 – vor kurzem wurden auf Mallorca noch Zahlen im zweistelligen Bereich verzeichnet. Die Zahlen schießen also in die Höhe. Eine zusätzliche Sorge auf der beliebten Urlaubsinsel ist die Delta-Variante, die besonders von den Briten eingeschleppt werden kann.

Bisher gab es aber nur wenige landesweite Eingriffe in das öffentliche Leben. Für alle Urlauber und Mallorca-Liebhaber ist zu hoffen, dass das erst einmal so bleibt. Aber eine Corona-Versicherung für Touristen auf Mallorca* scheint keine schlechte Idee zu sein. * 24hamburg.de, Kreiszeitung.de und Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Clara Margais/dpa

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