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EM-Finale in London - trotz Delta: Experten warnen vor massiven Folgen für ganz Europa

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Von: Veronika Arnold

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Die Corona-Inzidenz steigt den fünften Tag in Folge. In ersten Bundesländern liegt der wieder Wert über 10. Erster Reiseveranstalter zeigt sich bei der Impfpflicht knallhart.

Update vom 11. Juli, 23.05 Uhr: Der R-Wert steigt wieder an. Die Ansteckungsrate wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) an diesem Sonntag mit 1,30 angegeben (Vortag: 1,17), berichtet ntv.de. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 1,22 (Vortag: 1,15).

Reiseveranstalter Alltours lässt nur Geimpfte ins Hotel

Update vom 11. Juli, 18.22 Uhr: Ein erster Reiseveranstalter möchte nur noch Geimpfte ins Hotel lassen. Alltours will ab Herbst nur noch vollständig geimpfte oder genesene Erwachsene in insgesamt 35 Hotels auf Mallorca, den Kanaren und in Griechenland aufnehmen.

„Da inzwischen genügend Impfstoff zur Verfügung steht, können sich bis dahin alle Erwachsenen impfen lassen“, teilt das deutsche Reiseunternehmen mit. Kinder und Jugendliche (bis 17 Jahre) benötigen demnach einen negativen Corona-Test. Kinder unter zwei Jahren seien von der Testpflicht laut Alltours ausgenommen. Bei Genesenen müsse die Erkrankung mindestens 28 Tage und maximal sechs Monate zurückliegen. Ab Ende Oktober gelten für Reisende die Corona-Regeln.

Corona & EM-Finale: Volles Londoner Stadion bereitet Experten Sorgen

Update vom 11. Juli, 15.27 Uhr: 65.000 Zuschauer sind zum Finale der Fußball-EM im vollem Wembley-Stadion in London zugelassen. Corona-Experten bereitet das vor allem in Anbetracht der derzeit zunehmenden Delta-Variante große Sorgen. Sie fürchteten, dass rund um das Spiel zwischen England und Italien massiv gegen die Schutzauflagen verstoßen werde und sich in der Folge die hochansteckende Corona-Variante nicht nur in England, sondern auch anderen Ländern weiter ausbreiten könnte. Mehrere europäische Länder und Regionen, wo die Delta-Variante schon jetzt auf dem Vormarsch ist, verschärften inzwischen ihre Schutzmaßnahmen.

Mit 65.000 zugelassenen Zuschauern kommen so viele Menschen zusammen, wie seit Beginn der Pandemie nicht mehr bei einer Sportveranstaltung. Schon Stunden vor dem Spiel zogen hunderte England-Fans lautstark singend und Bier trinkend zum Wembley-Stadion. Viele von ihnen trugen keine Masken. Manche englische Städte planten große Fanzonen, die Pubs rechneten mit großem Fan-Ansturm.

Besonders die unzähligen Veranstaltungen außerhalb des Stadions bereiteten den Kritikern Kopfschmerzen - in einem Land, in dem trotz der massiven Verbreitung der Delta-Variante die meisten Beschränkungen aufgehoben wurden.

Die Londoner Polizei warnte im Vorfeld vor Verstößen gegen die wenigen noch bestehenden Corona-Regeln. "In London gilt weiterhin der Gesundheitsnotstand", sagte Vize-Polizeichef Laurence Taylor. "Es gelten Regierungs-Richtlinien, und wir bitten darum, sich daran zu halten und Abstandsregeln zu beachten."

Die Delta-Variante lasse sich auf dem gesamten europäischen Kontinent nur schwer stoppen, da sie so leicht übertragbar sei, sagte der Leiter des Instituts für globale Gesundheit an der Universität Genf, Antoine Flahault, der Nachrichtenagentur AFP. Und die Fußball-Em sei "da wenig hilfreich".

Corona in Zukunft: Weltärzte-Chef Montgomery malt ernüchterndes Szenario

Update vom 21. Juli 2021, 14.47 Uhr: Eine Rückkehr zum Alltag, wie er vor der Corona-Pandemie war, hält Weltärzte-Chef Montgomery für unwahrscheinlich. Er malt eine andere Zukunfts-Vision.

Spahn will von Kliniken genauere Daten von Corona-Patienten

Update vom 21. Juli, 11.04 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will genauere Daten: Kliniken sollen künftig umfassendere Informationen zu Covid-Patienten melden als bisher. „Neben den bereits sehr genau zu meldenden Daten zur Belegung der Intensivstationen, braucht es noch bessere Informationen zu allen in den Kliniken behandelten Covid-Fällen. So kann das Infektionsgeschehen besser überblickt werden“, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Sonntag und bestätigte einen Bericht der „Bild am Sonntag“, wonach Krankenhäuser über eine erweiterte Meldeverordnung verpflichtet werden sollen, mehr Daten zur Verfügung zu stellen.

Dem Bericht zufolge müssen künftig für alle im Krankenhaus behandelten Corona-Patienten Alter, Art der Behandlung und Impfstatus gemeldet werden. „Da die gefährdeten Risikogruppen bereits geimpft sind, bedeutet eine hohe Inzidenz nicht automatisch eine ebenso hohe Belastung bei den Intensivbetten“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der Zeitung. Deshalb benötige man nun detailliertere Informationen. „Wir wollen wissen, wer erkrankt und wie gut er geschützt ist. Nur so können wir zeitnah abschätzen, wie hoch die Belastung für das Gesundheitssystem wird und wie gut die Impfungen wirken.“

Ab wann genau die neuen Regeln gelten sollen, konnte der Ministeriumssprecher noch nicht sagen. Die Verordnung werde nun aber zügig auf den Weg gebracht.

Impfskandal in Brandenburg: Zigtausende falsche Corona-Freibriefe verschickt

In Brandenburg sorgt ein handfester Impfskandal für Aufregung. Offenbar hatte das Gesundheitsministerium mehr als 100.000 falsche Corona-Impfnachweise verschickt, obwohl die Bürger ihre zweite Spritze noch nicht erhalten hatten.

Corona in Deutschland: RKI-Zahlen steigen weiter - Zwei Länder mit Inzidenz über 10

Erstmeldung vom 11. Juli 2021: Berlin - Auch am Sonntagmorgen meldet das Robert Koch-Instituts (RKI)* einen leichten Anstieg der relevanten Gradmesser in der Corona-Krise. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 745 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 559 Ansteckungen. Binnen 24 Stunden wurden 6 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert.

Corona in Deutschland: Inzidenz steigt den fünften Tag in Folge

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz* stieg am Sonntag den fünften Tag in Folge an, bewegt sich aber weiterhin auf niedrigem Niveau. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Sonntagmorgen lag sie bei 6,2 Neuinfektionen in 7 Tagen pro 100.000 Einwohner (Vortag: 5,8; Vorwoche: 5,0).

Corona-Inzidenz in Deutschland steigt wieder: Zwei Bundesländer bei Wert von 10

Laut RKI-Dashboard hat die Inzidenz inzwischen in zwei Bundesländern wieder einen Wert von 10 erreicht oder überschritten. In Bremen liegt sie laut RKI bei 10,3, in Hamburg bei 10 (Stand: 10. Juni 2021, 8.45 Uhr).

In anderen europäischen Ländern gibt es bereits einen deutlicheren Anstieg der Infektionszahlen. Deshalb gilt seit Mitternacht unter anderem Spanien aus Sicht der Bundesregierung als Corona-Risikogebiet*. Das bedeutet, dass das Auswärtige Amt mitten in den Sommerferien wieder von touristischen Reisen in das beliebteste Urlaubsland der Deutschen abrät. Praktische Folgen ergeben sich für Urlauber aber kaum.

Corona in Deutschland: Forderungen nach weiteren Lockerungen

Manche Politiker wollen trotz der steigenden Zahlen weiter lockern . Sie verweisen darauf, dass die Inzidenz als Kennziffer nicht mehr geeignet ist. Angesichts der steigenden Impfstoffverfügbarkeit fordern mehrere Politiker zeitnah weitere Corona-Lockerungen - obwohl die Inzidenzwerte seit ein paar Tagen wieder steigen. „Wenn alle ein vollständiges Impfangebot* erhalten haben und die Impfung vor schweren Verläufen auch neuerer Varianten schützt, müssen wir unsere Corona-Maßnahmen schrittweise wieder zurücknehmen“, sagte Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) der „Welt am Sonntag“.

Corona-Krise in Deutschland: Verantwortung soll wieder auf Bürger übergehen

Ähnlich argumentierten CSU-Generalsekretär Markus Blume und der Chef der Hamburger CDU, Christoph Ploß, in der Zeitung. Blume sagte: „Sobald jeder Bürger ein komplettes Impfangebot erhalten hat und der Impfschutz auch wirksam bleibt, geht die Gesamtverantwortung vom Staat wieder auf den einzelnen Bürger über. Das heißt: Mit dem Impfschutz für alle endet auch die Zeit der Beschränkungen für alle. An diesem Punkt sind wir aber noch nicht.“ Von Ploß hieß es: „Kaum ein vollständig Geimpfter wird die Einschränkung seiner Grund- und Freiheitsrechte weiterhin akzeptieren, wenn alle ein Impfangebot erhalten haben. Für vollständig Geimpfte müssen die Einschränkungen spätestens dann fallen.“

Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte sich jüngst für eine Aufhebung aller Corona-Einschränkungen ausgesprochen, sobald alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot bekommen haben. Damit sei im Laufe des Augusts zu rechnen.

Corona: Diskussionen um Aussagekraft der Inzidenz - Fokus auf Intensivbettenauslastung?

In der Politik wird ohnehin diskutiert, wie groß die Aussagekraft der Ansteckungszahlen angesichts der Impfungen noch ist. Saarlands Regierungschef Hans sagte: „Je mehr Menschen geimpft und getestet sind, desto mehr verliert der Inzidenzwert allein an Aussagekraft.“ Deshalb sollte im Herbst der Fokus mehr auf die Intensivbettenbelegung in den Krankenhäusern gerichtet werden. Die SPD-Bundestagsfraktion hatte am Samstag in einer Stellungnahme argumentiert, die Inzidenz werde nach der erfolgreichen Impfkampagne keine hinreichende Kennziffer mehr sein.

Corona in Deutschland: FDP fordert Konzept zu Ausstieg aus Corona-Sonderlage

Die FDP hat die Bundesregierung aufgefordert, noch bis zum Ende der parlamentarischen Sommerpause ein Konzept für den geordneten Ausstieg aus Sonderregelungen in der Corona-Pandemie vorzulegen. Sonst drohe, dass die epidemische Lage von nationaler Tragweite nur deswegen nicht aufgehoben werden könne, weil seit März 2020 „ein nur schwer überschaubares Gewirr von Regelungen entstanden ist“, die an einen solchen Ausnahmezustand anknüpften, heißt es in einem Papier der FDP-Bundestagsfraktion. Das Papier lag der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag in Berlin vor.

Vorsichtiger blieb Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in der „Welt am Sonntag“: „Zunächst sollten wir zumindest drei Monate abwarten, denn dann wissen wir besser, welche Auswirkungen die Delta-Variante* und die Reiserückkehrer haben.“ Er halte daher eine weitere Maskenpflicht in Abwägung zu den möglichen Auswirkungen für eine geringere Einschränkung.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble rief die Menschen auf, weiter achtsam zu sein. „Ich sehe mit großer Sorge, was im Fußballstadion von Wembley oder in manchen Urlaubsorten los ist“, sagte Schäuble der „Bild am Sonntag“. Wer sich unvernünftig verhalte und keine Vorsichtsmaßnahmen einhalte, setze alle der Gefahr einer vierten Welle aus. „Deshalb: Liebe Leute, freut euch, dass wir wieder essen gehen, Leute treffen können, aber übertreibt es nicht“, mahnte der Parlamentspräsident. (va/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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