1. 24hamburg
  2. Welt

Corona-Medikament wirkt wohl auch gegen Omikron - Impfung schon bald auch in Apotheken möglich

Erstellt:

Von: Patrick Huljina, Jennifer Lanzinger

Kommentare

Das Corona-Medikament Molnupiravir wirkt laut dem Hersteller auch gegen Omikron. Impfungen sind ab 8. Februar auch in Apotheken möglich. Der News-Ticker.

Update vom 28. Januar, 21.35 Uhr: Das Corona-Medikament Molnupiravir wirkt laut Angaben seines Herstellers auch gegen die Omikron-Variante. Wie der US-Pharmakonzern MSD am Freitag mitteilte, kamen sechs In-Vitro-Studien unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, dass das Medikament „konsistent antiviral“ gegen die Variante wirke. Die Studien fanden demnach in Deutschland, Belgien, Tschechien, Polen, den Niederlanden und den USA statt.

Nach Angaben des Konzerns MSD senkte das Medikament das Risiko einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes bei den Vorgänger-Varianten von Omikron um 30 Prozent. Die jüngsten Studien zeigen demnach eine gute Wirksamkeit auch gegen Omikron. Das Ergebnis müsse nun durch klinische Studien weiter geprüft werden.

Corona-Impfungen in Apotheken ab 8. Februar

Update vom 28. Januar, 19.19 Uhr: Vom 8. Februar an sollen bundesweit in Apotheken Corona-Impfungen angeboten werden können. „Im Vorfeld mussten die Voraussetzungen geschaffen werden - das ist jetzt erledigt“, erklärte die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Gabriele Overwiening, am Freitag.

„Die letzten noch offenen Punkte waren die Impfstoff-Kontingente für die Apotheken und der Bestellzyklus“, fügte Overwieing hinzu. „Das wurde heute mit dem Bundesgesundheitsministerium geklärt.“ Und: „Wir wollen diejenigen erreichen, die sich noch nicht impfen lassen konnten, zum Beispiel weil ihnen die Organisation eines Impftermins bisher zu aufwändig war.“

Kretschmann rügt Virologen für Einmischung in Corona-Politik

Update vom 28. Januar, 18.24 Uhr: Wissenschaftler wie etwa Virologen sollten sich aus Sicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann aus der Politik heraushalten.

„Max Weber hat darauf verwiesen, dass Wissenschaften die Welt beschreiben, wie sie war, ist und sein wird. Sie können auch beschreiben, wie man die Welt verändern könnte. Aber die Wissenschaft kann nicht sagen, ob man die Welt auch verändern soll“, sagte der Grünen-Politiker der Heilbronner Stimme und dem Südkurier (Samstag) mit Blick auf den Soziologen (1864-1920).

Die Deutungshoheit über ihr Fach sollten die Wissenschaftler unbedingt haben, sagte Kretschmann. „Aber sie sollten auch dabei bleiben und es unterlassen, politische Ratschläge zu geben.“ Das könne ihre wissenschaftliche Autorität erheblich beeinträchtigen, sagte der Ministerpräsident. „Zum Beispiel, ob jetzt eine Impfpflicht politische Kollateralschäden erzeugt - was sie zweifellos auch tun wird -, das zu bewerten liegt jetzt nicht in der Kompetenz der Stiko oder von wem auch immer.“

Das sei Kompetenz und Aufgabe der Politiker, die dafür gewählt worden seien - nicht der Epidemiologen. „Da ist manches verrutscht.“ Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hatte sich gegen eine allgemeine Corona-Impfpflicht ausgesprochen.

Bundesregierung aktualisiert Liste der Corona-Hochrisikogebiete

Update vom 28. Januar, 18.07 Uhr: Die Bundesregierung streicht am Sonntag 13 afrikanische Länder von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete. Darunter sind die Staaten, in denen sich im November die Omikron-Variante des Virus zuerst ausgebreitet hatte, etwa Südafrika und Namibia. Das teilte das Robert-Koch-Institut am Freitag mit.

Neu als Hochrisikogebiete eingestuft werden elf Länder, darunter nur eins in Europa: die Ukraine. Außerdem kommen hinzu: Afghanistan, Bangladesch, Guatemala, Irak, Kirgistan, Kuba, Oman, Pakistan, Palau, Singapur. Zudem wird das französische Überseegebiet Neukaledonien zum Hochrisikogebiet.

Von der Risikoliste gestrichen werden neben Namibia und Südafrika Angola, Burundi, Eswatini, Kenia, Lesotho, Malawi, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Tansania und Uganda.

Corona-Impfziel der Bundesregierung droht zu scheitern

Update vom 28. Januar, 16.15 Uhr: Das Ziel der Bundesregierung, dass bis Ende Januar 80 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal gegen Corona geimpft sind, droht zu scheitern. Bundesweit wurden am Donnerstag mindestens 466.000 Impfdosen verabreicht, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag hervorgeht. Aber nur gut 40.000 davon gingen an Menschen, die bisher noch nicht geimpft waren. Bei 85.000 handelte es sich um Impfungen, die zum vollen Grundschutz führten, bei 344.000 um Auffrischungsimpfungen.

Damit haben bisher nur 75,7 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten. 73,8 Prozent verfügen laut RKI über einen vollständigen Grundschutz, 52,2 Prozent haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Nicht geimpft sind der Statistik zufolge 24,3 Prozent, insgesamt 20,2 Millionen Menschen. Darunter sind aber auch vier Millionen Kinder im Alter bis zu vier Jahren, für die bisher noch kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung steht.

Die Bundesregierung hatte ihr Ziel von 80 Prozent Erstgeimpften schon einmal verschieben müssen. Ursprünglich wollte sie diese Quote bereits bis zum 7. Januar erreichen. Um die Zielmarke jetzt noch zu schaffen, müssten sich bis einschließlich Montag noch 4,3 Prozent der Bevölkerung impfen lassen, also mehr als 3,5 Millionen Menschen. Das dürfte so gut wie ausgeschlossen sein.

Corona in Österreich: Diskussion um Gültigkeit der Impfzertifikate

Update vom 28. Januar, 15.45 Uhr: Österreich hat die Gültigkeit der Corona-Impfzertifikate verkürzt. Auf einen Schlag wären fast eine halbe Million Impfzertifikate ungültig. Nun laufen interne Gespräche zum Ablaufdatum.

Update vom 28. Januar, 15.20 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus soll ein neues Medikament helfen, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Ein Experte klärt über den Einsatz von „Sotrovimab“ auf.

Update vom 28. Januar, 12.45 Uhr: Während die Pandemie ein nie zuvor dagewesenes Tempo aufgenommen hat, äußert der Virologe Hendrik Streeck seine Zweifel an einer allgemeinen Impfpflicht. Der Experte zeigt sich jedoch zuversichtlich vor dem Frühling, bis dahin müsse sich jedoch jeder noch einmal einschränken.

Update vom 28. Januar, 12 Uhr: Angesichts der rasant in die Höhe schießenden Zahlen von Corona-Neuinfektionen beobachtet der Intensivmediziner Christian Karagiannidis mittlerweile auf den Intensivstationen einen deutlichen „Omikron-Effekt“. Zwar sei die Hospitalisierungsrate derzeit noch „akzeptabel“, dennoch zeigten sich die hohen Inzidenzen nun vermehrt auch in den Krankenhäusern, sagte der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters am Freitag in Berlin.

Karagiannidis mahnte, auf den kommenden Winter müsse man sich bestmöglich vorbereiten. „Ich habe mehr Angst vor dem kommenden Winter als vor diesem.“ Er sei aber „guter Dinge“, dass dies mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und RKI-Chef Lothar Wieler gelinge.

Corona in Deutschland: Inzidenz an Schulen steigt rasend

Update vom 28. Januar, 9.15 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen weiter stark an, am Donnerstag wurde erstmals sogar die 200.000 Marke der Neuinfektionen geknackt. Auch am Freitag, 28. Januar, meldete das RKI mehr als 190.000 Neuinfektionen bundesweit. Auch in Schulen steigt die Zahl betroffener Kinder deutlich an. Wie Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag zeigen, waren in der vergangenen Woche deutschlandweit mehr als 147.000 Fälle unter Schülern bekannt. Mehr als 212.000 weitere waren in Quarantäne.

In der Woche zuvor waren noch deutlich weniger Schüler betroffen, zwischen dem 10. und 16. Januar waren rund 73.000 Corona-Infektionen registriert worden, 111.000 befanden sich demnach in häuslicher Quarantäne. Ein KMK-Sprecher bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur einen deutlichen Anstieg, wies aber auf mögliche Doppelzählungen hin - sofern sich etwa eine Infektion oder Quarantäne auf beide Kalenderwochen erstreckte.

Auch bei der Zahl der infizierten Lehrkräfte zeigt die KMK-Statistik eine deutliche Zunahme: Wurden in der Woche bis zum 16. Januar noch etwas mehr als 5.900 infizierte Lehrerinnen und Lehrer erfasst, waren es in der Kalenderwoche bis 27. Januar bereits 9.551. Zum Vergleich: In der Woche vor Weihnachten lag die Zahl bei knapp 5.300 infizierten Lehrkräften.

Die KMK legt wöchentlich Zahlen vor. Grundlage sind Rückmeldungen aus den Bundesländern aus mehr als 28.000 allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen mit etwa zehn Millionen Schülerinnen und Schülern. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa elf Millionen Schülerinnen und Schüler und rund 40.000 Schulen und Berufsschulen.

Neuer Inzidenz-Höchstwert geknackt: Bald wieder Delta auf dem Vormarsch? Forscher warnt 

Update vom 28. Januar, 6.23 Uhr: Erneut hat die Inzidenz in Deutschland einen Höchstwert geknackt: Am Freitagmorgen, 28. Januar, meldet das RKI einen Wert von 1073,0 (Vortag 1017,4). Binnen eines Tages verzeichneten die Gesundheitsämter bundesweit 190 148 Neuinfektionen, innerhalb der letzten 24 Stunden wurden 170 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert.

Nach wie vor dominiert in Deutschland die Omikron-Variante. Doch wie geht es danach weiter? Dass sich Corona nach den bisher bekannten Mutationen Alpha, Beta, Gamma, Delta und Omikron weiter entwickeln wird, gilt als ziemlich wahrscheinlich.

Corona in Deutschland: Kommt nach Omikron Delta zurück?

Über die Eigenschaften von neue Corona-Varianten lasse sich aber nur spekulieren, erklärte der Präsident der Gesellschaft für Virologie, Ralf Bartenschlager, gegenüber der DPA. „Die Erfahrung zeigt aber, dass mit der Anpassung eines Virus an seinen Wirt die Pathogenität in der Regel abnimmt.“ Pathogenität bedeutet die Fähigkeit, Krankheiten auszulösen. „Das bedeutet nicht, dass dieses angepasste Virus gar keine Erkrankung mehr macht, aber es ist in der Regel weniger krankmachend.“ In einem Punkt ist sich Bartenschlager allerdings nahezu sicher: Das Virus werde sicherlich endemisch - und uns damit „erhalten bleiben“.

Richard Neher von der Uni Basel hingegen hält es auch für denkbar, dass die Delta-Variante zurückkommt. „Delta ist eine hochansteckende Variante die nach einiger Zeit, wenn die Immunität abgenommen hat gegenüber Omikron wieder einen Vorteil haben könnte“, erklärt er in einem Interview, das die Universität Basel veröffentlichte.

Corona-Pandemie in Deutschland: Forscher warnt - „Entwicklung weiter genau überwachen“

Es könne aber auch eine neue Variante mit unbekannten Eigenschaften entstehen. „Wir müssen also die Entwicklung und Entstehung neuer Varianten weiterhin genau überwachen, damit wir neue Varianten frühzeitig entdecken und ihre Eigenschaften verstehen und nicht unvorbereitet in eine neue Welle reinrutschen.“

Update vom 27. Januar, 22.40 Uhr: Was hat Deutschland in der Omikron-Welle der Coronavirus-Pandemie weiter zu erwarten? Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und RKI-Chef Lothar Wieler stehen Rede und Antwort. Der Live-Ticker zur PK am Freitagvormittag (ab 10 Uhr).

Corona-Pandemie in Deutschland: In Baden-Württemberg fällt die Gastro-Sperrstunde

Update vom 27. Januar, 21.51 Uhr: In Karlsruhe müssen sich Corona-Spaziergänger vorerst nicht an das Verbot von unangemeldeten Corona-Demos halten. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat nämlich einem Eilantrag gegen das Verbot in der Stadt stattgegeben. Der Antragsteller müsse sich zunächst nicht daran halten, teilte das Gericht am Donnerstagabend mit.

Vor gut einem Monat hatte eine andere Kammer des Gerichts eine ähnliche Beschwerde gegen die Verfügung der Stadt noch abgelehnt. Die Richter erklärten nun, die Ausgangslage habe sich geändert. Die Stadt gehe selbst davon aus, dass montags planmäßig unangemeldete Versammlungen stattfinden würden. Diese versetze sie in die Lage, sich angemessen vorzubereiten und an diesen Tagen ausreichend Polizeikräfte vorzuhalten.

Es habe sich zudem gezeigt, dass bei den unangemeldeten Demos eine nennenswerte Zahl von Teilnehmern die erforderlichen Abstände eingehalten habe. Zumindest hätten die meisten der Ansage der Versammlungsleitung Folge geleistet und Maske getragen und auf den Mindestabstand geachtet. Aus diesen Gründen kämen mildere Mittel als das vorbeugende Verbot unangemeldeter Demos in Betracht. So könne die Stadt anordnen, dass bei sämtlichen Versammlungen Masken getragen und Abstände eingehalten werden müssten. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. Die Stadt kann dagegen Beschwerde bei Verwaltungsgerichtshof einlegen.

Update vom 27. Januar, 19.05 Uhr: In Baden-Württemberg fällt am Freitag die Sperrstunde in der Gastronomie. An der Grenze zu Bayern bei Ulm, im Allgäu oder am Bodensee zeigt sich, wie fragil die Umsetzung der Corona-Regeln in der Pandemie sein kann.

Update vom 27. Januar, 18.30 Uhr: Fortschritte in der Pandemie: Das französische Biotechnologie-Unternehmen Valneva entwickelt nach eigenen Aussagen einen wirkungsvollen Totimpfstoff gegen die Corona-Variante Omikron*. Im April könnte es erste Lieferungen nach Deutschland geben.

Corona-Pandemie in Deutschland: Warnung von Gesundheitsminister Karl Lauterbach

Update vom 27. Januar, 17.56 Uhr: Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat davor gewarnt, in der Corona-Pandemie nicht mehr mit einer Verschlechterung der Lage zu rechnen. „Im besten Fall wird das Virus harmloser und löst nur noch kleine und lokal begrenzte Ausbrüche aus“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagsausgabe). Ob das so komme, wisse aber niemand. „Wir müssen auf alles vorbereitet sein.“

Expertinnen und Experten hatten zuletzt einen baldigen Übergang von der Pandemie zur Endemie des Coronavirus vorausgesagt. „Endemie kann viel bedeuten“, betonte allerdings Lauterbach. „Wir können auch in eine Endemie geraten, in der eine sehr gefährliche Variante dominant ist, gegen die wir die Schwachen weiter mit großem Aufwand schützen müssen.“ Wie sich das Virus weiterentwickele, könne niemand vorhersagen.

Zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland sagte Lauterbach, die stark steigenden Infektionszahlen bewegten sich in einem Rahmen, den Fachleute des Robert-Koch-Instituts zuvor errechnet hätten. „Deutschland ist gerade mit deutlich niedrigeren Fallzahlen unterwegs als andere europäische Länder.“

„Dann muss man auch das Impfzertifikat kürzen“ - steht Deutschland nächste Lauterbach-Änderung ins Haus?

Update vom 27. Januar, 14.50 Uhr: Der Immunologe Carsten Watzl hat sich dafür ausgesprochen, Geimpfte und Genesene gleichzustellen. Dass Geimpfte länger als immun gelten als Menschen, die eine Corona-Infektion überstanden haben, sei „nicht nachvollziehbar“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie der dpa. Das Gesundheitsministerium hatte Mitte Januar unter Berufung auf eine Festlegung des RKI den Genesenen-Status von sechs auf drei Monate verkürzt.

Watzl glaubt nicht, dass sich die Situation durch Omikron entscheidend verändert hat. „Studien zeigen zwar, dass viele Antikörper von Genesenen die Omikron-Variante nicht mehr so gut erkennen können, und diese Personen damit kaum noch einen Schutz vor der Infektion haben“, so der Immunologe. „Aber diese Veränderung gilt ebenso für Geimpfte. Wenn man den Genesenen-Status verkürzt, muss man das eigentlich auch für die Impfzertifikate tun.“ Nach einer Infektion sei es sehr ratsam, sich dennoch impfen zu lassen. Eine solche „hybride Immunität“ sei „der beste Schutz, den die Wissenschaft aktuell kennt“, erklärte Watzl weiter.

Corona: Lauterbach will dreimonatigen Genesenen-Status in der EU durchsetzen

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist weiterhin vom dreimonatigen Genesenen-Status überzeugt. Und nicht nur das: „Wir werden in Kürze erneut versuchen, die drei Monate auch auf europäischer Ebene umzusetzen“, sagte er am Mittwoch (26. Januar) im ZDF-„heute journal“. „Nach drei Monaten kann sich derjenige, der schon mit der Delta-Variante infiziert war, erneut mit der Omikron-Variante infizieren. Somit sind die drei Monate wissenschaftlich richtig“, so Lauterbach.

Am Dienstag (25. Januar) hatten sich die EU-Staaten darauf verständigt, dass sich Reisende innerhalb der Union ohne weitere Auflagen frei bewegen können, wenn sie einen gültigen Impf-, Test- oder Genesenen-Nachweis vorlegen. Der Genesenen-Status hat dabei eine Gültigkeit von 180 Tagen, also sechs Monaten.

Corona in Deutschland: Impftempo lässt stark nach

Update vom 27. Januar, 12.30 Uhr: Die Corona-Zahlen haben einen neuen absoluten Höhepunkt erreicht, erstmals meldete das RKI mehr als 200.000 Neuinfektionen pro Tag (siehe Erstmeldung vom 27. Januar). Gleichzeitig lässt das Impftempo in Deutschland jedoch stark nach. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Mindestens 43 Millionen Menschen (51,7 Prozent) seien inzwischen geboostert, teilte das Robert Koch-Institut am Donnerstag mit.

In Deutschland sind am Mittwoch jedoch lediglich rund 458.000 Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Mindestens 75,6 Prozent der Bevölkerung (62,9 Millionen Menschen) sind bislang einmal geimpft. Die Bundesregierung strebt 80 Prozent Erstgeimpfte bis Ende Januar an. Das Ziel scheint zunehmend unrealistisch.

Nicht geimpft sind derzeit 24,4 Prozent der Bevölkerung (20,3 Millionen Menschen). Für 4,8 Prozent (vier Millionen) dieser Menschen im Alter von 0 bis 4 Jahren steht bisher kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung.

Update vom 27. Januar, 9.45 Uhr: Ein Blick auf die aktuellen Corona-Strategien in sieben ausgewählten Ländern Europas zeigt, wie unterschiedlich dort Omikron angegangen wird.

Update vom 27. Januar, 8.35 Uhr: Angesichts der hohen Infektionszahlen stellen sich die Krankenhäuser auf zahlreiche neue Patienten ein. Die aktuelle Zahl von 200.000 Neuinfizierten innerhalb eines Tages werde sich erst in sieben bis zehn Tagen in den Kliniken auswirken, sagte Gerald Gaß, am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“.

Corona in Deutschland: Krankenhäuser stellen sich auf viele Patienten ein

„Das heißt, wir werden auch in den kommenden Tagen und wahrscheinlich Wochen eine hohe Dynamik neuer Zugänge in die Krankenhäuser erleben“, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Hinzu komme, dass Personal wegen eigener Ansteckungen ausfalle. „Das belastet die Krankenhäuser.“ Wegen der Personalausfälle habe bereits in der vergangenen Woche die Hälfte der Krankenhäuser Einschränkungen bei der Belegung gemeldet. „Es ist im Moment aber nicht so, dass die Versorgung gefährdet wäre“, so Gaß.

In früheren Corona-Wellen hatte die Überlastung der Intensivstationen dazu geführt, dass Operationen anderer Patienten abgesagt werden mussten. Mit Blick auf die etwas milderen Krankheitsverläufe bei Omikron stellte Gaß fest: „Diese Situation scheinen wir im Moment nicht vor uns zu haben. Aber natürlich: Die hohe Belegung auf den Normalstationen belastet auch das Personal und letztlich auch das Krankenhaus insgesamt.“

Corona in Deutschland: Erstmals mehr als 200.000 Neuinfektionen

Erstmeldung vom 27. Januar: Berlin - Exakt zwei Jahre ist es her, dass in Deutschland der erste Corona*-Fall bestätigt wurde. Inzwischen sind es mehr als 200.000 Neuinfektionen – täglich. Am Donnerstagmorgen (27. Januar) meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) erneut einen Rekordwert. Innerhalb eines Tages wurden 203.136 neue Corona-Fälle übermittelt, so viele wie nie zuvor.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz* liegt ebenfalls auf einem Allzeithoch von 1017,4. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 940,6 gelegen. Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 638,8 (Vormonat: 222,7).

Corona in Deutschland: Arztpraxen „am Limit“ – „Quarantäne wird zum Problem“

Die hochinfektiöse Omikron-Variante, die aber meist zu milderen Krankheitsverläufen führt, hat in den vergangenen Wochen die Infektionszahlen* explodieren lassen. Das führt nun auch zu Personalengpässen in der medizinischen Versorgung. „Je stärker die Inzidenzen steigen, desto mehr Praxen werden auch vorübergehend krankheitsbedingt schließen müssen“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Viele Praxen seien bereits jetzt „am Limit“.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, betonte in den Funke-Zeitungen ebenfalls, medizinisches Personal könne knapp werden. „Die Quarantäne wird zum Problem werden in den kommenden Wochen“, sagte er. „Wenn im Krankenhaus die halbe Belegschaft zu Hause bleiben muss, weil sie in Quarantäne ist, ist auch ein normales Aufkommen schon schwer zu bewältigen. Dasselbe gilt für die Praxen – auch Ärzte und medizinische Fachangestellte können sich infizieren und in Quarantäne müssen, auch da wird das Personal knapp werden“, so Gassen weiter.

Lothar Wieler (l-r), Präsident Robert Koch-Institut (RKI), Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, und Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), stehen nach einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage zusammen.
Kassenärzte-Chef Andreas Gassen (r.) fürchtet Probleme durch die Quarantäne. © Kay Nietfeld/dpa

Corona in Deutschland: Zwei Jahre nach dem ersten Fall

Am 27. Januar 2020 wurde bei einem Mann aus Bayern erstmals das Coronavirus in Deutschland bestätigt. Seitdem registrierte das RKI 9.238.931 Fälle. Insgesamt 117.314 Personen starben an oder unter Beteiligung einer Corona-Infektion*. Seit Ende Dezember 2020 werden Impfungen gegen das Coronavirus vorgenommen. Gut drei Viertel der Bevölkerung in Deutschland haben bislang mindestens eine Dosis erhalten, nur geringfügig weniger haben den vollständigen Grundschutz und gut die Hälfte eine Booster-Impfung. (ph mit dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare