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Corona-Paukenschlag! Deutscher Nachbar nimmt Freedom-Day-Benefits zurück und führt 3G ein

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Von: Patrick Mayer

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Neue Corona-Auflagen in der Pandemie: Kopenhagen (im Foto) und Dänemark.
Neue Corona-Auflagen in der Pandemie: Kopenhagen (im Foto) und Dänemark. © IMAGO / Jochen Tack

Zwei Monate nach Ende aller Corona-Beschränkungen und einem Freedom Day verkündet Dänemark neue Covid-Regeln. Zuvor waren die Infektionszahlen stark gestiegen.

München - Dänemark galt vielen anderen Ländern als Vorbild und Musterbeispiel in der Coronavirus-Pandemie*. Der skandinavische Nachbar Deutschlands mit seinen rund 5,8 Millionen Einwohnern hatte die Infektionszahlen durch disziplinierte Anwendung der Maßnahmen durch die Bürger sowie eine hohe Impfquote im Griff. Stand 3. November waren rund 77 Prozent der Bürger mindestens einmal gegen Corona geimpft - auch ohne Impfpflicht*. Es ist eine der höchsten Impfquoten weltweit.

Nach Freedom Day: Dänemark führt Corona-Regeln wieder ein

„Corona unter Kontrolle, nun können wir die Früchte unserer harten Arbeit ernten“, hatte Gesundheitsminister Magnus Heunicke am 10. September erklärt, als alle Corona-Auflagen fielen - inklusive der Maskenpflicht. Am 11. September feierten die Dänen dann auch überschwänglich einen sogenannten Freedom Day. Doch Anfang November explodierten auch zwischen Jütland und Kopenhagen die Corona-Infektionszahlen wieder, ähnlich wie es beim südlichen Nachbarn Deutschland aktuell der Fall ist. Und das trotz der Impfkampagne.

Wie Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Montagabend (8. November) erklärte, folgte die Regierung jetzt einem Rat von Epidemiologen, die 3G-Regel zur Eindämmung von Corona* wiedereinzuführen. Covid-19* werde auf Empfehlung des Gremiums erneut als „Bedrohung für die Gesellschaft“ eingestuft, erzählte die 43-Jährige Frederiksen.

Dänemark: Neue Corona-Auflagen wegen steigender Infektionszahlen

Die Lage ist ernst: Laut einem Bericht des Tagesspiegel hatte das Gesundheitsinstitut SSI am Donnerstag (4. November) 2598 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Dänemark registriert, es sei der bislang höchste Tageswert des gesamten Jahres 2021 gewesen. Zum Vergleichszeitpunkt vor einem Jahr wurden demnach täglich rund 1000 neue Corona-Fälle* registriert.

Dennoch kommt die neuerliche Regel-Verschärfung überraschend und unvermittelt - nicht nur wegen des Freedom Days.

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„Wir werden nie wieder in den Lockdown gehen“, hatte erst kürzlich die Epidemiologin Lone Simonsen dem Nachrichtenmagazin Spiegel erklärt. Es handele sich nun um eine Pandemie der Nichtgeimpften. „Sie stellt keine Bedrohung mehr für die Gesellschaft insgesamt dar. Wir können ihr jetzt freien Lauf lassen, auch wenn sie lokal größere Ausbrüche verursachen könnte. Diese werden aber nicht mehr so tödlich sein wie noch vor der Einführung der Impfstoffe“, sagte Simonsen in dem Gespräch weiter. Jetzt spricht die Regierung in Kopenhagen also wieder von einer „Bedrohung für die Gesellschaft“ - und justiert nach. (pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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