1. 24hamburg
  2. Welt

Blutspende von Geimpften abgelehnt: Gericht entzieht Eltern Sorgerecht für Kind

Erstellt:

Von: Anika Zuschke

Kommentare

Eltern in Bologna lehnen für eine Herzoperation ihres kleinen Sohnes die Bluttransfusion von Geimpften ab – das Gericht hat ihnen daraufhin das Sorgerecht entzogen.

Bologna – Ein Streit in der italienischen Stadt Bologna über eine Bluttransfusion für einen zweijährigen Jungen erregt im ganzen Land Aufsehen. Hintergrund des Vorfalls ist, dass die Eltern des Kindes einer notwendigen Herzoperation nicht zustimmen wollten, solange die Klinik in Bologna ihnen nicht zusicherte, dass für eine mögliche Transfusion nur Blut Ungeimpfter verwendet werde. Ein Jugendgericht in Italien hat den Eltern daraufhin einstweilig das Sorgerecht entzogen.

Stadt in Italien:Bologna
Fläche:140,9 km²
Höhe:54 Meter
Provinz:Bologna

Gericht entzieht Eltern Sorgerecht ihres 2-jährigen Sohnes – weil sie Transfusion mit Blut von Ungeimpften verweigern

In Italien sind etwa 78,5 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft. Für Eltern aus Bologna kommen all diese Menschen jedoch nicht für eine Bluttransfusion an ihrem zweijährigen Sohn infrage. Der Kleine muss am Herzen operiert werden, doch seine offenbar religiösen Eltern wollten dem Eingriff nicht zustimmen – ohne die Zusicherung der Klinik, dass für eine Transfusion nur Blut Ungeimpfter verwendet werde. Auch in Hamburg nimmt die Bewegung von Querdenkern und Impfverweigerern keinen Abriss: Am Samstag wollen wieder 500 Querdenker in Bergedorf auf die Straße gehen.

Das Gericht hat den Eltern nun das Sorgerecht für ihr Kind entzogen. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete am Donnerstag, 10. Februar 2022, dass dem Jungen infolgedessen ein Vormund zugewiesen wurde. Der zuständige Sozialdienst sei dafür eingesetzt worden. Nun könnte der notwendige Eingriff in den kommenden Tagen oder Wochen in die Wege geleitet werden.

Eine Person wird geimpft und Blutspenden, die auf einem Tisch liegen.
Eltern in Bologna wurde das Sorgerecht für ihr Kind entzogen – da sie die Blutspende von Geimpften ablehnten. (24hamburg.de-Montage) © Rupert Oberhäuser/Imago/Uwe Anspach/dpa

Hintergrund seien religiöse Motive – Gericht entscheidet zugunsten der Klinik

Die Eltern begründeten ihre Entscheidung ihrem Anwalt zufolge mit religiösen Motiven, berichtet der „Spiegel“. Auch die Angst vor Nebenwirkungen ist für viele Impfscheue ein Grund, sich nicht gegen Covid-19 impfen zu lassen. Nebenwirkungen sind jedoch ein extrem seltenes Phänomen bei Corona-Impfungen – auch bei dem neuen Impfstoff Novavax. Der ist ab Ende Februar übrigens auch in Hamburg verfügbar.

Bleiben Sie mit unserem Newsletter über Nachrichten aus Hamburg und der Welt stets auf dem Laufenden.

Um ihren Wünschen nachzugehen, legten die Eltern der Klinik Medienberichten zufolge sogar eine Liste mit rund 40 freiwilligen Blutspendern vor, die nicht gegen Corona geimpft sind. Doch schon am Dienstag hat ein Gericht in Modena zugunsten der Klinik entschieden und die Notwendigkeit der Operation für den Zweijährigen bestätigt sowie die Sicherheit des Blutes von der Klinik bekräftigt. Der Streit in Bologna läuft bereits seit Anfang Februar. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare